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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-06-27 · Heft 27 (27.6.1853) · p. Seite 332

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 27 (27.6.1853)
Date
1853-06-27
Page
Seite 332 (sequence 6)
Language
German
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332 Ulmann, und nur 3 auf Herrn Klein. Auf ein deSfallfigeS dringliches Schreiben hat Herr Ulmann die Wahl angenommen. Für die in Frankreich herrschende religiöse Stimmung ist eS bezeichnend, daß unter 16 durch die allgemeine Abstimmung gewählten Delegirren nur 3 waren, die für den stabil-orthodoren Klein stimmten. Holland. Mafiricht, 29. Mai. (Privatmitth.) Am 26. und 27. Mai fand die feierliche Installation des neuen Oberrabbiners in Limburg, Herrn vr. S. Cohn statt; es war eine Feier, deren ernste und gemüthliche Wirkung lange nachhallen wird. (Der Mangel an Raum und die Aehnlichkeit solcher Feierlichkeit gestattet uns nicht, die uns zugekommene ausführliche Beschreibung zu geben. Red.) Donaufürstenthümer. Feltischeny, 15. Mai. (Privatmitth.) Die Regentschaft, die der Fürst während seines provisorischer RegierungSrücktritts einsetzte, hielt es für nöthig, die einmal projektirte Militärdienstpflicht der Juden endlich inS Leben zu führen, und eS gingen daher auch schon wirklich an alle Kreisbehörden die resp. Befehle ab. Jndeß hat unser humaner Fürst die Zügel der Regierung wieder ergriffen, woraus es den vereinten Bemühungen mehrerer Gemeinden gelang, daß daS Gesetz suSpendirt wurde. — Als abermaliges „zu spät" habe ich Ihnen ebenfalls zu erwähnen, daß zu Jaffy, schon seit mehreren Monaten unter der Leitung der ehrenwerthen Herren Mintzer und Schwarzselv aus Galizien, eine jüdische Knabenschule errichtet wurde, woselbst hebräisch, deutsch und moldauisch gelehrt wird, und für das Semester 6 Dukaten kostet. Es ist aber auch schon benannten Herren zu verdanken, daß mehrere Kinder bei der Prüfung, die an verflossenen nnran bin statlfand, und welcher der k. k. österreichische Dragoman und vr. Fränkel ebenfalls beiwohnten, vielfache Proben ihres Fleißes ablegten. Daß eS aber leider auch an Opposition des — verzeihen Eie mir dieses unschuldige Plagiat — „geschichtlichen Judenthums" nicht fehlt, können Sie sich wohl denken. Und ich habe Ihnen leider zu berichten, daß der Herr Oberrabbiner zu Jaffy so wie die sämmtliche Phalanx des Chassidismus es als ein Kapitalverbrechcnd ansehend, am verflossenen nvLN sn die „Neuerer" abkanzelten und es als Proselyrenmacherei und -r»w auSschalten. Sie fanden sich sogar in ihrem religiösen Eifer veranlaßt, daS Nichtbeschneiden der Kinder der „Abtrünnigen" anzuordnen, welches aber nicht den mindesten Eindruck auf die Edelgesinnten macht, indem anderweitig dafür gesorgt worden. DaS „Tischrücken und Klopfgeistern" grassirt auch hier, und als Einige zu Bottofchan die verfängliche Frage über die Ankunft deS Messias stellten, so verhängte der Rabbiner daselbst einen ain auf alle Diejenigen, die in Zukunft noch Experimente machen werden, da eS stark nach Irma? rnt röche. Einige wollen Kraft des Passus bv sjatsn r.nn «in wissen, daß der Satz 12:^2 lb t:p ibpsi bsw (Hoschea 4, 12.) die Klopfgeister als Novität desavouirt. — Auch in Niamtz veranstaltete man auf Anregung deS vr. Schapire eine hübsche Feierlichkeit als Dankgottesdienst zur Errettung des Kaisers Franz Joseph. Ich könnte Ihnen auch von der hiesigen MazeSsrage und der burschikosen Schattenseite eines Theiles unserer Haute volee mittheilen, ich werde eS aber unterlassen, da ich nicht die Geduld Ihrer Leser heute zu sehr mißbrauchen will. Palästina. Jerusalem, 22. Mai. (>>:« nos er mra, d. i. 14. Jjar.) (Privatmitth.) Mit vielem Vergnügen zeige ich Ihnen an, daß jetzt die Verwirklichung des PlaneS, den Sie vor 16 Jahren so eifrig förderten, in Aussicht steht, die Errichtung eines jüdischen Hospitals in der heiligen Stadl. Am 26. Mai ist der Vorsteher der deutschen und holländischen Gemeinde, Herr F. S. S chaap, auf einem französischen Dampfboot von Jaffe nach Marseille abgegangen; selbiger hat die Vollmachten sämmrlicher jüdischer Gemeinden, der spanischen, deutschen und polnischen erhalten, um bei unseren frommen Brüdern in Europa Gaben zur Errichtung eines Hospitals zu erbitten. Sämmtliche Konsulate, als das österreichische, preußische, französische, englische und moldauische haben die Vollmachten bekräftigt. — Gestatten Sie mir bei dieser Gelegenheit, einer falschen Behauptung entgegenzutreten, welche der vr. Neumann in Ihrem Blatte sich erlaubt hat, nämlich, daß die Mitglieder der warschauer Gemeinde in Jerusalem „Emigranten" seien. ES ist

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