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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-06-27 · Heft 27 (27.6.1853) · p. Seite 331

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 27 (27.6.1853)
Date
1853-06-27
Page
Seite 331 (sequence 5)
Language
German
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331 Hausen und Krämer in Altenmuhr. Man muß jedoch den Werth solcher Autorisation nicht überschätzen, da jeder gut qualifizirte Lehrer ihrer theilhastig werden kann. Se. Erzellenz der Regierungspräsident von Mittelfranken, Herr von Bolz, unterläßt bei seinen Visitaiionsreisen es nicht, auch die israelitischen Institutionen seiner Einsichtnahme zu unterziehen. So neulich bei seinem Besuche in Windsbach, wo er sich durch den Besuch des Gottesdienstes in der neuen Synagoge sehr befriedigt geäußert hat. Ein früherer Präsident (Herr von Andrian) halte dort einmal nach Einsichtnahme der verfallenen Synagoge, der damaligen Pfütze, Mikwa genannt, w. gesagt: „Ihr Juden habt halt nichts Schönest Bei den zahlreichen Auswanderungen, durch welche bei den Abreisenden wie bei ihren zurückbleibenden Anverwandten gewißlich öfter das Dedürfniß fühlbar wird, eine diesen Gefühlen entsprechende Gebetsformel zu besitzen, wollen wir auf das bei Ernst in Quedlinburg vor Jahren von Dr. Dessauer und S. Kramer herausgekommene israelitische Gebetbuch aufmerksam machen, das Gebete für diese Lagen, als für den Abreisenden, wenn er zu Schiffe geht, während eines Sturmes, bei zurückgelegter Reise, für die Zurückbleibenden rc. enthält, hiermit aufmerksam machen. K. Preußen. Berlin, 17. Juni. Was bezweifelt worden, ist doch geschehen. Die Schulbehörde in Posen hat einen Israeliten als Lehrer an der neuen Realschule angcstellt. Die Voss. Ztg. berichtet darüber: „Daß unsere städtischen Behörden auch einen Israeliten, den Di-. Löwenthal, bisher am hiesigen deutschen Gymnasium thälig, zum Qberlehrer gewählt haben, hat den ungetheilten Beifall aller Einwohnerklassen in doppelter Beziehung erhalten, einmal weil der Dr. Löwenthal hier bereits als ein sehr kennmißreicher und tüchtiger Lehrer, so wie als ein durchaus biederer Mann bekannt ist, und dann, weil gewiß mehr als ein Drittel sämmlicher Schüler der neuen Unterrichtsanstalt der jüdischen Religion angehören werden, und somit unsere Kommunalbehörden den billigen Ansprüchen der zahlreichen israelitischen Bevölkerung unserer Stadt, die mindestens ein Drittel sämmrlicher Kommunalabgaben beisteuert, Rechnung getragen haben." —. Der Polizeipräsident, Herr von Hinkeldey, hat Deputationen der alten Gemeinde und der Reformgenossenschast empfangen, um eine Vermittelung zu versuchen. Der Erfolg soll sehr zweifelhaft sein, indem die alte Gemeinde nicht nachgeben will. ^Magdeburg, 21. Juni. (Privatmitth.) So eben erhalten wir die publizirten neue Städreordnungen für die 6 östlichen Provinzen (Brandenburg, Pommern, Preußen, Posen, Schlesien, Sachsen) — sie enthalten kerne für dieJuden beschränkenden Bestimmungen; passives und aktives Wahlrecht in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, volles städtisches Bürgerrecht ist uns verblieben. Nieheim, im Juni. Die D. V.-H. schreibt: In Nieheim (Kreis Hörter) haben die Juden den katholischen Geistlichen, der auf Ostern die Fcstpredigt gehalten, gerichtlich belangt. Der Redner hatte die geschichtliche und sittliche Bedeutung des Tages hervorgehoben und einen Vergleich zwischen dem jüdischen und christlichen Osterfeste angcstellt. In Folge dieses Vorfalls ist zwischen Christen und Juden eine ungemeine Spannung eingetreten. (Man kann sich denken, wie das lautete, was die Juden zu diesem zu billigenden Schritte vermochte! Red.) Frankreich. Paris, im Juni. Am 23. Mai fand die Wahl eines GroßrabbinerS des Zentralkousistoriums statt. Die Wahl hat daS Zentralkonsistorium mit 16 Delegirten der Departements zu treffen. Bei der Wahl würbe mitgetheilt, daß der Großrabbine von Bordeaur, Herr Marx, die Kandidatur nicht angenommen, ebenso Ulmann, Großrabbiner von Nancy. Es blieben als Kandidaten nur Isidor, Großrabb. von Paris, Klein, Großrabb. von Kolmar, und Weil, Großrabb. von Algier. Das Zentralkonsistorium unterstützte den letztgenannten. Einer der Anhänger deS Herrn Klein wollte die Erklärung herbeirufen, daß nur der Kandidat gewählt werde, welcher sich verpflichte, niemals eine Reform zu gestalten, fiel aber gänzlich durch. Da keiner der Kandidaten die erforderliche Majorität hatte, so kam man überein, Herrn Ulmann dennoch zu wählen. Es fielen von 21 Stimmen 18 auf Herrn

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