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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-06-20 · Heft 26 (20.6.1853) · p. Seite 322

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 26 (20.6.1853)
Date
1853-06-20
Page
Seite 322 (sequence 8)
Language
German
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S22 maliges Hoch aus, in welches die Menge freudig einstimmte. Daß es aber keine leere Worte waren, die diese Herren sprachen, bewiesen sie durch die That. Denn nach Beendigung der Feier, begaben sich dieselben mit dem Präsidenten in die Wohnung unsers Rabbiners, dem gegenüber besonders der Präsident wie ein Freund sich benahm. Derselbe verweilte da längere Zeit und brachte Toaste voll heitern Humors aus den Rabbiner und die Korporationsbehörden auS. Die zarte Aufmerksamkeit, die der Chef der hohen Regierung uns hierorts erwies, liefert den schlagenden Beweis, dass die kräftige Handhabung der Gemeindeangelegenheiten von Seiten der Korporalionsbehörden, des Beifalls der hohen königlichen Regierung in hohem Maaße sich erfreuen. Aus der Provinz Posen, im Mai. (Privatmitth.) Nach dem diesjährigen Osterprogramm der „Realschule zu Bromberg" hat diese Anstalt in dem abgelausenen Schuljahre unter 292 Zöglingen nur 29 (also knapp 1/io) jüdische gehabt — eine Erscheinung, die um so mehr auffallen muß, als allenthalben, wo die Gründung von Real- oder höheren Bürgerschulen projektirt wird, die Juden gerade immer diejenigen sind, welche dem Zustandebringen solchen Projektes am meisten und wärmsten das Wort reden. In der, mit der bromberger Realschule verbundenen, ElementarunterrichtSanstalt haben unter 200 Zöglingen nicht mehr als 13, und unter den 582 Zöglingen aller Vorstadtschulen Brombergs nur 8 Kinder jüdischer Konfession sich befunden. Und auch das Gymnasium zu Bromberg hat verhältnißmäßig nur sehr wenige jüdische Schüler auszuweisen. Ganz anders sieht's in dieser Beziehung im jenseitigen Departement unserer Provinz aus. Das Fr. W. Gymnasium zu Posen ist schon vor zwei Jahren von 200 jüdischen Schülern srequenlirt gewesen. Das Gymnasium zu Lissa har selten weniger als hundert jüdische Schüler aufzuweisen. Auch die längst bestehende Realschule zu Meseritz, so wie die neugegründete zu Fraustadt sind von Kindern unsers Glaubens besucht. Von der, Michaelis 0.1. zu eröffnenden, Realschule in Posen ist fast mit Gewißheit vorauszusetzen, daß die in ihre 6 Klaffen aufzunehmenden Schüler mindestens zum drittenTheil e dem Stamme Israels angehören werden.— Frägt man aber: wozu unsre Kinder die höheren Schulen besuchen lassen, wenn ihnen — trotzdem der Artikel 12 in der Verfassung noch steht — doch alle Hoffnungen und Aussichten für die Zukunft benommen worden? — so wüßten wir wahrlich nichts Besseres zu thun, als den Fragenden auf DaS zu verweisen, was über diesen Punkt von dem geschätzten Herrn Redakteur dieses Blattes in so manchen seiner trefflichen Leitartikel bereits gesagt worden. Was daS jüdische Schulwesen in unserer Provinz anlangt, so haben wir für heute die gewiß sehr erfreuliche Mittheilung zu machen, daß die Gemeindeschulen zu Jnnowraclaw und Rakel je um eine Klasse und einen Lehrer vermehrt werden sollen. In Jnnowraclaw wird übrigens die Errichtung von noch einer Klasse durchaus noch nicht genügen; denn eine Gemeinde, so zahlreich wie die zu Jnnowraclow, müßte nicht eine drei-, sondern mindestens eine fünfklasfige Anstalt haben, wenn alle Kinder schulpflichtigen Alters sollen gehörig untergebracht werden können. Die Gemeinde zu Schneidemühl hat endlich doch den Herrn Sal. Bronn (früher Rabbinats-Assessor in Rowicz) als Rabbiner und Prediger angestellt. Am Sabbat Hagadol hat derselbe seine Antrittsrede gehalten. Die Einholung des neuen Seelsorgers ist sehr feierlich begangen worden. Der dortige Korrespondent aber, welcher über dieses Faktum neulich in der posener Zeitung berichtete, beging einen gewaltigen (vielleicht auch gar absichtlichen) Jrrlhum, wenn er sagte, daß die sogenannte Reformgemeinde zu Schneidemühl sich daselbst anno 1847 gebildet hätte, das ist nicht wahr. Die Resormgemeinde zu Schneidemühl ist nicht 1847, sondern — wir können eS beweisen — im Sommer 1848 entstanden. Und es ist doch wahrlich ein ganz gewaltiger Unterschied, ob ein solches Institut in dem ruhigen Jahre 1847, oder ob es in dem Sturmjahre 1848 (post A.ntinn,, auf die Welt gekommen. Wir glauben dieser Unterschied ist so himmelweit, wie es der Unterschied zwischen den genannten beiden Jahren selbst ist.— Sapienti sat. — In der Gemeinde Wittkowo (gnesener Kreises) hat der — im Herbste v. I. gegründete — ,, Verein zur Bekleidung armer israel irischer Schulkinder" am 22. April (nv2 2-!V) wiederum 19 arme (größtentheils verwaiste) Kinder mit vollständigen Sommeranzügen versehen. In Russisch-Polen ist der Ukas, welcher den jüdi

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