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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-06-06 · Heft 24 (6.6.1853) · p. Seite 300

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 24 (6.6.1853)
Date
1853-06-06
Page
Seite 300 (sequence 10)
Language
German
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300 Haare wie Benjamin d'Jsraeli, und eine Nase wie MoseS Mendelssohn. l F o r t se tz u n g folgt.) Vergleichende Studie» über de» Talmud, D. Oppenheim, Rabbiner in Jamnitz. VH. Dina und Osnat. Daß bei den Gnostikern sich starke Anklänge der Kabbala finden, die auf eine sehr nahe Verwaudrschafr derselben zeigen, ist jetzt über allen Zweifel erwiesen worden. Ein nur flüchtiger Blick auf die neueren Bearbeitungen der Kabbala und des GnostizimuS muß jedem die Ueberzeugung verschaffen, daß hier mehr als eine zufällige Berührung stattsindet. Alle die Terminologien der Kabbala finden sich bei den Gnostikern. Was hier ,rpö v*s an: heißt, das haben die Gnostiker in griechischer Sprache durch Proton Anthropon-Urmensch, Ophis archaios, alte Schlange, BythoS, TheoS, arrctos u. dgl. wiedergegcben. Doch darauf werden wir später zurückkommcn, und ohnehin hat dieser Gegenstand in den Herren Grätz, Frank und Jellinek würdige Bearbeiter gefunden. Weniger aber ist für die Vergleichung der Agava mit den sogenannten Pscudoepigraphen geschehen/ die aber für die Geschichte und das Alter der Agada sehr wichtige Ausbeute verspricht. Manche jüngere oder jünger gehaltene Agada findet sich in einem altern Apokryphon oder Pscudocpigraph und wiederum auch umgekehrt. Ein Beispiel möge dieses erläutern. Eine schöne Sage, die blos der Verfasser des Bchai zum I.B. Mos. 41, 50. anführt, har in einem Apokryphon eine eigene griechische Bearbeitung gefunden. Als Di na von Sichem entführt wurde, wurde die Frucht der Liebe ein Mädchen, von Jakob unter einem Dornbüsche ausgesetzt und dem Milleiden der Vorübergehenden Preis gegeben. Jakob band um den Hals des Kindes ein Amulet mit der Aufschrift: Wer Dich in's Haus nimmt, der macht sich dem Hause Jakob's sehr verbindlich. Durch verschiedene Schicksale kam aber die Tochter Dina's nach Aegypten in das HauS des Potiphar, von dem sie an Kindes Starr angenommen wurde. Joseph lernte sie hier kennen, liebte sie, und erkannte durch das Amuler in ihr seiner Schwester Tochter. Als Joseph den Patriarchen Jakob vor dessen Tode besuchte, zeigte er ihm das Amulet der Osnat, in der er dem Jakob die lange vermißte Enkelin zuführte. Eine Erwähnung dieser Legende findet sich in dem apokryphischcn Trakt. Sophrim Ab. 21; aber die Stelle ist ungemein korrupt und unverständlich. ns rsrpn irrs ca ra rrab nanbim böo-n *rn bm üdxsv d:ok Fabricius *) der Herausgeber des cuclex pseudoepigraplius veteris Testamenti hat ein solches Apokryphon unter dem Titel „Geschichte der Assenrt" seiner Sammlung cinverleibt. Das Werk dcS Fabricius steht mir nicht zu Gebot um die völlige Eincrleihcit dieser beiden Sagen Nachweisen zu können — aber die Verwandtschaft dieser Sagen laßt sich nicht in Abrede stellen. Sitcrorifcbc »dmcfrteit. ÄRagdeburg, im Mai. Einleitung in die europäische Handclsgcschichte von Wilhelm Kiesselbach. Ulm, 1852. Das vorliegende Werk interesfirr hier zunächst durch einen ausführlichen Anhang: „Die wirthschaftliche Stellung der Juden beim Beginn deS Mittelalters" S. 115 —135. Der Verf. geht von dem Gefichlspunkre aus: „der Jude ist im Mittelalter eine ökonomische Nothwendigkcit." Denn: „in dem reinen Ackcrstaate war der Jude ehemals eine unabwcisliche wirthschafrlichc Nothwendigkcit, und er ist cs auch in der Gegenwart noch überall da geblieben, wo der Landbau die weil überwiegende Nährgucllc der Bevölkerung bildet. Rußland, Polen, Ostpreußen, die unteren Donauländer, ja selbst auch Baiern würden noch in unseren Tagen der Juden nicht entbehren können. Er hat für Europa den Träger des beweglichen Eigenthums und damit deS belebenden Prinzips abgegeben, welches *) Ich kann cs nicht unterlassen, einige fromme Wünsche, die gewiß Viele mir mir thcilen, in einer Anmcrk. auszusprechcn. Noch immer fehlt cs an einer guten vollständigen deutschen Uebcrsctzung des Josephus Flavins, der im 17. und 18. Jahrhundert so viele Bearbeiter gefunden. Eine solche vollständige Ucbersetzung aller 2lpokryphcn des 3. und 4. Buches der Makkabäer, welche Letztere selten sind, und der vorzüglichsten pseudoepigraphischcn Schriften A. T. nach Fabricius wäre sehr zu wünschen. Auch Philo harrt vergebens einer vollständigen Uebcrsctzung. Es ist dies um so mehr zu bewundern, da die Deutschen die fleißigsten Uebersctzer unter den neueren Völkern find. Oppenheimer.

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