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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-30 · Heft 23 (30.5.1853) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 23 (30.5.1853)
Date
1853-05-30
Page
Seite 284 (sequence 8)
Language
German
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284 Beobachtung der religiösen Zeremonien überwachen sollen. — Spanien. Madrid, 11. Mai. In diesem Augenblicke wird im Rathe von Indien eine sehr wichtige Frage behandelt. Sie betrifft die Zulassung der Fremden in unsere überseeischen Besitzungen und gleichzeitig die freie Ausübung der Religion. Einige von den Rüthen find dafür, viele aber auch dagegen. (K. Z.) Donaufürstenthümer. Bukarest, 22. April. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen fanden die Semestralprüsungen an der österreichischen und an der neu errichteten walachischen Schule statt. Da nur letztere öffentlich war, so kann ich auch nur über diese berichten. Sie fiel nach dem allseitigen Urtheile mehr als befriedigend aus. Die Knaben (eine Mädchenschule fehlt leider noch bei der walachischen Gemeinde) hatten binnen 5 Monaten mehr walachisch, hebräisch und deutsch gelernt als irgend Jemand erwartet hatte. Manche Mängel zeigten sich freilich noch; so z. B. find die Knaben in der Aussprache deS Deutschen noch sehr zurück; daS hat aber einerseits seinen Grund in der höchst beschränkten Zeit, die fürs Deutsche angewiesen ist, darin, daß außer dem Sprachunterricht alle Gegenstände, z. B. Rechnen im Walachischen vorgetragen werden müssen, und daß die Kinder zu Hause nur den polnischen Dialekt hören und sprechen — andererseits in der mindern Befähigung des Direktors (Herrn Pick) zur Weckung äußerer als innerer Kultur. Ihm scheint eS weit mehr um Weckung des Verstandes- und VernunfrvermögenS, um Schärfung des moralischen und intellektuellen Urtheils als darum zu thun zu fein, baß dieses Urtheil in einem korrekten Deutsch ausgesprochen werde. Die Schüler dieser Schule dürsten vielleicht einen deutschen Satz besser bilden und zergliedern als die österreichischen, dagegen sprechen diese mit weil minder merklichen Akzent. Die Ephoren (oberste Schulbehörde deS Landes) wohnte der Prüfung bei, und äußerte sich höchst beifällig. — Vor einigen Tagen habe ich das aVisr n-a besucht; bei den Tobten hat es mir besser gefallen, als bei den Lebenden. Hier ist wenigstens Einigkeit, selbst die Espagnolen erkennen sich hier als Brüder der anderen Juden. Der Platz ist so schön, von so dichtem Grün bedeckt, daß man fast Lust bekäme, sich zu den Anderen hinzulegen. Auch Monumente giebrs da, die in der reichsten und größten Gemeinde eine würdige Stelle einnehmen würden. Der älteste Grabstein ist 150 Jahre alt; früher dursten hier keine Juden wohnen; aber zur Römerzeit soll eS große Gemeinden in der Walachei gegeben, so z. B. daS Dörfchen Antonia einst eine jüdische Gemeinde von 18000 Seelen gezählt haben. — Ihr P. Korrespondent hat hier einen Sturm hervorgerusen, weil jeder auf sich bezog, was von der Masse und Majorität gesagt war. Wenngleich jener Bericht keine Unwahrheit enthielt, so hätten doch auch manche andere Wahrheiten hervorgehoben werden dürfen. So z. B. daß in der höhern Klasse eine weit bessere Behandlung deS Weibes bei den Polen als bei den Epsagnolen zu finden, daß in ihren Wohnungen Eleganz und Reinlichkeit zu Hause seien. Aber der größte Theil dieser vermöglichern Klasse hält sich so fern von allen jüdischen Angelegenheiten, zeigt sich so indifferent und gleichgültig — ob wegen deS großen Koches, der alle Zusammenkunft erschwert, ob wegen des abstoßenden Wesens der untersten Schichten, wissen wir nicht — baß sie Ihr Korrespondent vielleicht unbewußt als außerhalb der jüdischen Welt stehend betrachtete. Palästina. Jerusalem, 8. April. (Privatmitth.) Wenn wir im vorigen Jahre hier große Theuerung in den Lebensmitteln hatten, indem Vieles auf den doppelten Preis gestiegen, besonders weil durch Vermehrung der Dampfschiffe viele Lebensmittel von hier nach anderen Ländern auSgeführt werden: so ist dies Jahr doch viel schlimmer, da wir biS jetzt noch gar keinen Winter, der hier in Regen besteht, hatten; vom Monat Debet an hatten wir nur starke Hitze, und bis Ende von Adar I. mußten wir Wasser kaufen, so daß die ärmste einzelne Person für mindestens 2 Piaster (4 Sgr.) wöchentlich an Wasser brauchte, ein Fall, dessen sich die ältesten Leute, die schon seit 30 Jahren hier wohnen, nicht erinnern konnten. Es wurden viele Fasten gehalten, mrrta gesagt, 7mal “tava geblasen, bis den 28. Adar I. sich Gott erbarmte, und uns 4 Tage anhaltenden Regen sandte, so daß alle

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