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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-30 · Heft 23 (30.5.1853) · p. Seite 282

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 23 (30.5.1853)
Date
1853-05-30
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
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282 meinden, Schulen und Rabbinate verlangt. Wahrscheinlich werden die betreffenden Verordnungen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die besten Wünsche aller Einsichtigeren begleiten die hohe Regierung bei dieser organisatorischen Arbeit. Zipser's Schutzschrifl in der Scheidungsangelegenheit ist erschienen, und giebt rühmliches Zeugniß von der Belesenheil deS Verfassers in den rabbinischen Quellen. Prag, im Mai. (Privatmitlh.) Dem hiesigen Rabbinar liegt gegenwärtig ein interessanter Fall zur Entscheidung vor. Ein vom Judenchum zum Katholizismus übergelretenes Ehepaar will sich scheiden; die katholische Geistlichkeit giebt ihm den Bescheid, daß es nunmehr der katholischen Kirche angehört, die keine Scheidung gestattet. Dagegen machte sein Anwalt geltend, daß, da seine Ehe außerhalb der Kirche geschlossen worden, dieselbe nicht den Gesetzen der Kirche gemäß zu behandeln sei. DaS Konsistorium ließ diesen Einwand gelten, erklärte aber, da die betreffende Ehe im Judenthume geschlossen worden, so können sie auch nur im Judenthume gelöst werden. Der Fall liegt nur: dem Rabbinat zur Entscheidung vor. Im Schulchan Aruch wird wohl des Falles gedacht, daß der Mann ein 1721:2 sei, sonst ist nichts vorgesehen, was für die beregte Frage maaßgebend sein könnte. Doch dürfte es, gemäß dem Grundsatz: rr^ri TrSTC* sanc in mannigfacher Rücksicht wünschenSwcrrh erscheinen, die betreffende Frau «^172 •er» Vrr-2 zu fein.*) In Betreff unserer politischen Stellung ist noch nichts Entscheidendes erfolgt, doch gewinnt die Ansicht mehr und mehr an Konsistenz, daß die etwa erfolgende Beschränkung nur politischer und nicht kommerzieller Natur sein werde. Nach Jahre langer Unterbrechung hat vorige Woche zum ersten Mal wieder eine Prüfung der Zöglinge *) Nach unsrer Meinung wäre cs der Würde des Iudcnlhums vollständig zuwider, eine Ehescheidung, also einen Kulra kt an Personen zu vollziehen, die das Iudcnlhum verlassen und verleugnet haben, die also hiermit auch jede Form und jeden Akt des Zudemhums verleugnet haben. Das Judenihuin erschiene hiermit in einer Wohlbicn.-rschaft, die ihm im Eharakter unsrer Zcir nicht zustande. Har das Ehepaar eine andre Kirche als die ihrige anerkannt, so muß sic auch deren Gesetz tragen. Redaktion. deS min 11727-71 - Stiftes stattgefunden, die aber erbärmlich schlecht ausgefallen ist. Jetzt freilich wird mit Eifer an einer Restauration dieser Anstalt gearbeitet. Wir wollen hoffen, daß die nächste Prüfung. die wohl noch im Verlauf dieses Sommers stattfinden dürfte, ein günstigeres Resultat Herausstellen werde. Prag, 20. Mai. (Privatmitlh.) Seit Kurzem ist hier eine Anstalt ins Leben getreten, die namentlich in religiöser Beziehung allen Beifall verdient. In unserer, den religiösen Vorschriften nicht sehr geeigneten Zeit, ist es besonders nolhwendig, daß jüdische Restaurationen neben der gewiffenhasten Sorgfalt in Betreff des 1-22, was freilich die Hauptsache ist, auch für äußere Eleganz und möglichstes Komfort bestens zu sorgen, damit nicht der Mangel alles dieses für die Schwankenden eine Strauchlung werde. Herr Brisker, Bruder eines im österreichischen Heer dienenden Stabsoffiziers, hat nun eine Restauration eröffnet, die auch den überspanntesten Forderungen entspricht, so daß wir Jemand sich äußern hörten: „Ja, so ist'S ein Vergnügen, 1122 zu essen." — Der Umstand, daß Personen aus der orthodoresten Klasse an der Tafel deS Herrn Brisker gefunden werden, giebt Zeugniß dafür, wie streng 1122 eS bei Herrn Brisker zugebt. Im Kaffee-Salon des Herrn Brisker wird die Ällg. Zeit. deS Judenthums stark gelesen. — r. — Brünn, im Mai. (Privatmitlh.) Für die Jünglinge unserer Konfession sind die Studien an den Real- und Gymnasialklassen unseres Kronlandes in ein neues Stadium getreten. Bereits sind an den Gymnasien zu Brünn und Nikolsburg die Herren Stöffel und Eisler zu Lehrern der israelitischen Religion von Seilen des hohen k. k. UnrerrichtSministeriulns ernannt und dekrelirt worden. Herr RabbinarSkanbidat Stöffel, Religionslehrer in Brünn, hat schon mehrmals im hiesigen Tempel öffentliche Vorträge gehalten, und wird wahrscheinlich nächster Zeit zum Predigeramte bei unserer Gemeinde berufen werden. Dieser junge Theolog entwickelt eine lobenswerthe Thärigkeil in seinem Lehrfache und zeigt, daß eS ihm ernstlich am Herzen liegt, in den Gemülhern seiner Zöglinge Sinn für unsere heilige Religion und deren ewige Lehren zu begründen. Wir sind berech-

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