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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-23 · Heft 22 (23.5.1853) · p. Seite 273

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 22 (23.5.1853)
Date
1853-05-23
Page
Seite 273 (sequence 9)
Language
German
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273 sche Buchdrucker, Della Torre, an, daß im Juni eine Übersetzung des ri2in von Em. Baumgarlen erscheinen wird, mit einer Vorrede von Rappaport und bibliographischen Beiträgen von Geiger rc. Ich will keine Mysterien der Buchhändler schreiben, aber so viel muß ich sagen: Herr M. E. Stern schreibt ein sehr schönes Hebräisch, wie eS wenige zu schreiben im Stande find, wenn er auch nicht den höchsten Schwung erreicht; aber deutsch zu schreiben und vollends die Manie deutsch dichten zu wollen, möge Herr Stern unterlassen. Ausdrücke wie: „leider haben die früheren Ecribenten Gottlob" rc. find non sense. Wie ich vernehme, sollen die hier versammelten Bischöse beschlossen haben, daß jede Konfession ihre eigene Volksschule haben müsse. Herr Mannheimer hielt an Pesach wieder eine Predigt, wo er daS Publikum zum Ackerbau aussorderte. Er sagte: Ihr fingt doch so gerne ->Tn nr>^>; ich will Euch einen ■>*m s-ob fingen: mtor; nrrru N2r. Möchten doch feine Worte auf einen empfänglichen Boden fallen. Stietattfdbe Nachrichten. Magdebnrg, im April. (Homiletik.) (Schluß.) Zur öffentlichen Prüfung der jüdischen Religionsunterrichtsanstalt am 20. März 1853., von vr. A. Geiger, Rabbiner. Den Inhalt dieses Programms macht eine kleine Abhandlung vom Religionslehrer vr. M. A. Levy: „Ueber den Unterricht in der biblischen Geschichte in jüdischen Schulen" aus dem wir folgenden Passus der Beachtung empfehlen. „Die Geschichte nach der Theilung des Reiches, die Zeit der großen Propheten, ihre Kämpfe und Mühen, um die reine göttliche Lehre zum Durchbruch beim ganzen Volke zu bringen, muß mit Liebe ausgeführt werden, nicht etwa blos die Geschichte des EliaS und Elisa, vielmehr ein Jesaias, Jeremias und Ezechiel und die anderen Propheten, die Träger deS reinen, göttlichen Lehrgehalts des JudenthumS müssen in den Vordergrund treten und in ihnen muß stch jene unter Glaubensabfall und Läuterung ringende Zeit reflektiren, um auch über die folgenden Schicksale der jüdischen Nation daS rechte Licht zu verbreiten. Im Erile ging dann die Saat des reinen Glaubens auf, die unter den mannigfachsten Kämpfen von jenen gottbegeisterten Propheten ausgestreut worden war, und Esra, ein zweiter Mose, konnte einen Gottesstaat gründen, der vom geläuterten, vom Götzendienst befreiten Volksbewußtsein getragen, ohne bedeutende weltliche Macht seinen Halt in der ewigen Lehre, in den Herzen seiner Bekenner hatte, jenen großen Männern ist eS zu danken, daß die heilige Lehre selbst unter den Lockungen griechischer Bildung durch die siegreichen Kämpfe der Makkabäer sich bewähren und ein Leitstern für die spätere schwere, an traurigen Wechselfällen so reiche Zeit werden konnte. DieS Alles muß in leichtverständlicher Weise frühzeitig dem jüdischen Kinde auf dem Wege der geschichtlichen Erzählung zum Bewußtsein gebracht werden, wenn man daS richtige Verständnis des Glaubens anbahnen will. Und welchen herrlichen Stoff bietet nicht die geschilderte Zeit zur Bildung des Herzens, zur Ermunterung und Kräftigung in den Pflichten, zur Ausdauer im Glauben, zum festen Vertrauen auf den Sieg des Göttlichen, zur Reinheit der Gesinnung im Gegensatz zur bloßen Werkheiligkeit, zur Uebung der Gerechtigkeit und Liebe, — das und noch vieles Andere find die Angelpunkte, um die sich die Reden der Propheten drehen, und diese Lehren bethätigen sie durch ihre Handlungen, durch ihr Leben, das in der That unS nicht so sehr unbekannt ist, wie eS bei oberflächlichem Lesen des göttlichen Wortes etwa scheint. Welch' ein erhebendes Bild eines echten, treuen Gottesverehrers bietet, z. B. Jeremias! Die Geschichte dieser Männer aber darf nicht blos erzählt werden, ihre erhabene Gestalt muß durch ihr belebendes Wort Geist und Leben erhalten. Daß meine ich nicht etwa so, daß man zum Schluffe der Erzählung eine Sammlung der bedeutendsten Reden der Propheten gebe, gewissermaßen zur Erklärung des über sie Gesagten. Das wäre eine Zerstückelung eines ganzen Menschen, wenn man Wort und That so unnöthig ttennt, und wer war mehr ein ganzer Mensch als ein Prophet Gottes? Ebenso wie die prophetischen, müssen auch unsere poetischen Bücher, besonders die Psalmen, mehr für die biblischen Erzählungen benutzt und in sic verwebt werden. Wenn auch die Ermittelung der Abfaffungszeit bei vielen poetischen Stücken manchen Schwierigkeiten unterliegt und thcilweise nicht zu konstatiren ist, oder doch nur ein negatives Resultat bietet, so bleiben doch eine große Anzahl übrig, die eine reiche Ausbeute für die biblischen Erzählungen bieten können; fteilich darf man nicht zu weit gehen und der Leh- 22*

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