Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 22 (23.5.1853)
- Date
- 1853-05-23
- Page
- Seite 272 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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272 wie Preßburg, Pesth, Papa, Brody, Ofen, Neuhaus rc. anerkennend erwähnen zu müssen glauben, welche durch einen steten Verkehr mit unserem Vereine segensreich für die Ihrigen Wirken, so berührt es uns anderseits oft schmerzlich, wie andre wohlhabende Gemeinden in der Monarchie, trotz mehrfacher Aufforderung unserseits, die Gelegenheit unbenützt lassen, für ihre Angehörigen nutzbringend einzuschreiten, und durch ihre Vermittlung Kinder vor gänzlicher Verwahrlosung zu retten, da die Kräfte unserS Vereins nicht immer auSreichen, ohne Beihülse seine Wirksamkeit nach allen Richtungen hin auSzudehnen." Die Wirksamkeit des Vereins ist mit folgenden Worten bezeichnet: „Am Schlüsse des Jahres 1852 befanden sich im Vereine 99 Zöglinge bei 21 Professionen, von denen im laufenden Jahre 15 die Lehrzeit vollenden. Rechnet man dazu die seit 8 Jahren freigesprochenen Lehrlinge, so sind seit dem Bestehen deS Vereins 101 Gesellen (bei 33 Professionen) durch das Wirken des Vereins in den Stand gesetzt worden, mir ihrer Händearbeit sich ihr tägliches Brod ehrenvoll zu verdienen. Mehre dieser Gesellen haben bereits als Meister sich im Jnlande ihren heimatlichen Herd gegründet, Andre haben sich in Deutschland, Frankreich, England und Amerika etablirt, und haben wir über sie, theils auf mündlichem, theilS auf schriftlichem Wege, die befriedigendsten Nachrichten. — Auch in Wien sind mehre Gesellen bei verschiedenen Meistern, so wie bei der Kaiser FerdinandS-Nordbahn und andern öffentlichen Instituten angeftellt. Manche auf der Wanderschaft begriffene Gesellen, die das Andenken an die schützende Sorgfalt des Vereins während der Lehrzeit rief im Herzen bewahren, und uns in Kenntniß halten von ihren Erfolgen, liefern das schönste Zeugniß — wenn eS noch eines solchen bedarf — von dem segensreichen Wirken unsers Instituts." Von 1845 bis Ende 1852 haben die Einnahmen betragen: 27,445 Fl., die Ausgaben: 23,145 Fl., so daß also ein Ueberschuß von 4000 Fl. bleibt. Von Vermögen besitzt der Verein überhaupt etwa 15,000 Fl. und 10,000 Fl. und 4600 Fl. Zinsen von der Herrmann Todesco'schen Stiftung für Vereinsgesellen, die in Wien Meister werden. Wien, 15. Mai. (Berichtigung.) In einer der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes lese ich einen Bericht auS Wien über die Berathung deS Vorstandes der wiener israelitischen Kultusgemeinde bezüglich der Verhältnisse der hiesigen ReligionSschule und der Besetzung einer Lehrerstelle an derselben. In diesem Berichte kommt nun unter anderm eine die Wahrheit verletzende und dem erwähnten Vorstände in ehrenrühriger Weise zu nahe tretende Behauptung vor. ES wird nämlich in demselben gesagt, die von diesem Vorstande ausgehende KonkurSauschreibung sei eine illusorische und die in Rede stehende Stelle bereits so gut wie vergeben. Gegen diese Behauptung Ihres Berichterstatters muß nun der achtungsvoll Unterzeichnete als Mitglied des Vorstandes und Referent der Schulkommission desselben aufs Nachdrücklichste protestieren. Der Vorstand hatte bei seiner Konkursausschreibung nichts Anderes im Auge, als den befähigsten, tüchtigsten Schulmann für die unter seiner Obsorge stehende Anstalt zu gewinnen; dieses Ziel wird er so unverrückt im Auge behalten, daß er — was ich im Namen meiner Kollegen s priori zu behaupten mich getrauen darf — auch spätere Eingaben berücksichtigen wird, da mancher kompetente Bewerber in Folge jenes Berichtes von einer als unnütz ausgegebenen Konkurrirung abgeschreckt worden sein dürste. vr. M. Engel, Stadt, 590. Wien, 15. Mai. (Privatmitth.) Heute wird zu Ehren des neuernannten Primararztes am ifrael. Spirale, Herrn vr. Herzfelder, der zunächst für drei Jahre dazu bestimmt ist, ein Dejeuner gegeben, bei welchem sich der gesammte Gemeindevorstand so wie auch sämmtliche ifrael. Aerzre einfinden werden. — Die Spitalssrage bleibt aber dabei nach wie vor. Das heißt nämlich, da das Spital nur 40 Kranke fassen kann, die jüdischen Kranken gewöhnlich aber an 200 find, die in anderen Spitälern untergebrachr werden, so stellt sich die Frage heraus, ob die Gemeinde für das Minimum eine so große Last tragen soll. Der frühere Fleischkreuzer der eben dem Spirale zufloß, ist aufgehoben. Dazu kommt noch, daß die Gemeinde durch die Filialfleischbänke, die nicht von derselben autorifirt find, viel Schaden leider. Der Rabbiner erklärt freilich, daß er diese Fleischbänke nicht überwacht, aber ein großer Theil deS Publikums achtet nicht daraus. Von Herrn Stern ist eine Uebersetzung deS nmn erschienen, und zugleich kündigt der hebräi-