Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 22 (23.5.1853)
- Date
- 1853-05-23
- Page
- Seite 268 (sequence 4)
- Language
- German
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268 und endlich, hier sehr bezeichnend, V22N ^>Ndrw kl« für Metaphysik, eine willkürliche Deutung von A22 gar nicht zulaffen — so ist der in Frage stehende Ausspruch philosophisch und populär genommen, nur verwerflich, wenn ihn auch D. Nieto mehr oberflächlich, als genau, und daher nicht in der Absicht und dem Bewußtsein deS Pantheismus gebraucht hat. (Folgt II.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Baiern, im Mai. (Privatmitth.) Wenn gleich kirchliche Lokalfeierlichkeiten für das größere Publikum nur von untergeordnetem Interesse sind, der richtige Takt der verehrlichen Redaktion d. Bl., welcher derartigen Berichten wieder größern Raum zuläßt, möge auch folgender von Freundes Hand uns zugekomme- Mittheilung ihre Berechtigung geben. Eine solche Feierlichkeit fand kürzlich in Jchenhausen, nach Fürth der größten israel. Gemeinde Baierns, zur Einweihung der restaurirten Synagoge statt. In dieser fehlte eS schon lange, trotzdem über 250 Personen aus der Gemeinde nach Amerika seit Jahren auSgewandert waren — das hat sich auch da in wr* -p verwandelt — an Raum, und wie wir aus eigener Anschauung früher in diesen Blättern berichteten, an Sauberkeit, Symmetrie und angemessener äußerlicher Ausstattung, namentlich den Prachtgebäuden vieler israel. Einwohner gegenüber. Mit diesem stand die Handhabung einer zeitgemäßen Synagogen-Ordnung in Harmonie. DaS Vorhaben der Einsichtigern, durch Ersetzung der veralteten Synagogenstände mittelst Subsellien, so wie durch Entfernung .deS AlmemorS — einer Synagoge in der Synagoge — und Verbindung desselben mit dem Tray, an Raum zu gewinnen, scheiterte, trotz der Zustimmung deS im Rufe der Frömmigkeit stehenden Rabbiners , an dem Widerstand der Hyperorthodoren, welchen einmal alles Altgewordene ein Götze ist, bis sie jedoch nachgaben und zwar zu einer Zeit nachgeben mußten, in der diese Herren anderwärts sich erst recht breit machen. Dem mühevollen und bei unseren Leuten doppelt verdrießlichen Geschäft der Leitung und Beaufsichtigung des Unternehmens unterzogen sich eifervollst und opferwillig die beiden Vorsteher, die Herren D. Einstein und H. Wimpfheimer mit dem schönsten Erfolg. Das Innere der Synagoge ist mit herrlichen Malereien und mit zwei prachtvoll gemalten Fenstern — einem Geschenk deS Herrn Nathan Heilbronner — geziert, mit erhöhtem Raum für den Chor und schöner Kanzel versehen und nichts ist gespart worden, das GotteShauS würdig auSzustatten. Dem Allen entsprach die Einweihung, zu deren Feier sich auch der Grundherr, der König!. Kämmerer, Baron von Stein, dann der K. Landrichter und viele katholische Geistliche und Schullehrer der Umgegend — letztre wirkten freiwillig bei der Ausführung der Gesänge mit, ein echter Pädagog ist folgerichtig auch wahrer Menschenfreund — und die christliche Einwohnerschaft in reicher Zahl, eingesunden hatten. Von der solennen Feier, gehoben durch den vom Herrn Lehrer Hochstädter eingeübten Sängerchor, mit welchem der Vorsänger Herr Einstein seinen Gebetsvortrag in schönem Einklang zu bringen verstand und die inhaltsreiche Predigt des greisen Rabbiners Herrn Hochheimer*), fanden sich alle erbaut und gehoben. Ein Doppeltes trat auch bei dieser Feier wieder zu Tage: der im Zunehmen begriffene Sinn deS jüngern jüdischen Geschlechts für unsre religiösen Institutionen und daS Chimärenhafte der Behauptung unsrer Gegner, als sei das christliche Volk gegen die Gleichberechtigung voreingenommen. Wo daS Volk nicht gewaltsam oder durch List auseinander gehalten wird, da gewinnt die Humanität immer größere Kreise und der Mensch nähert sich seinem andersgläubigen Nebenmenschen in Liebe und Frieden. Möchte nur — diesen Wunsch fügen wir zur Beherzigung schließlich an — der Gottesdienst in dem neuen Hause auch fortan ein würdiger sein, ein solcher, in dem auch daS jüngere Geschlecht Erbauung, alle aber einen Mittelpunkt religiöser Erhebung zur Tugend und Wahrheit finden mögen. K. *) Es ist unsers Bedünkens nur zu loben, daß die Gemeinde von ihrem Vorhaben, einen auswärtigen Rabbiner zum Festprcdiger zu berufen, abgegangen ist. Der Mann, welcher daS ganze Jahr dem religiösen Bedürfniß der Gemeinde genügt, muß es auch in einem solchen Falle vermögen, und sollte auch seine Predigt nicht allen homiletischen Anforderungen entsprechen. Ucber derlei Schaustellungen müssen wir einmal hinwegkommen. Korresp.