Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 22 (23.5.1853)
- Date
- 1853-05-23
- Page
- Seite 267 (sequence 3)
- Language
- German
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267 verbunden ist, daß beide gar nicht zu trennen sind, daß z. B. die Anziehung nicht eine dem Stoffe wie zufällig und obendrein gegebene Kraft ist, sondern mit dem Stoffe völlig identisch, und Stoff ohne Anziehung auf das Gleichartige gar nicht zu denken, daß Elektrizität nicht eine wie von außen kommende, sich hinzugesellende „Kraft" ist, sondern fich unmittelbar überall erzeugt, wo zwei verschiedenartige Dinge zusammentreffen, daß die, in allen früheren Phyfiologieen spuckende „Lebenskraft", welche, außer Leib und Seele, nun noch Alles übernimmt, was man in diese beiden nicht hineinschachteln konnte, ein non-ens ist. Je weniger also Kraft und Stoff zu trennen find, je mehr die Kraft dem Stoffe wesentlich inhärirend ist, also weder ohne Stoff, noch sogar „am Stoffe", sondern nur mit dem Stoff eristirend gedacht werden kann — desto weniger kann „die Kraft in den Dingen als Gott" bezeichnet werden, und diese Konzession zum Pantheismus hin ist nur verdeckter Pantheismus, denn Gott ist eben so wenig natura naturaos als natura oalurata, Gott ist gar keine natura, denn natura ist ein Gewordenes (nasei) oder doch ein Werden, und der Pantheist lacht fich bei Eurer Konzesfion ins Fäustchen. Gott hat die Dinge geschaffen, er hat somit den Stoff und die Kraft, die jenen „treibt, bewegt, und in ihm wirkt", geschaffen, und je weniger Stoff und Kraft an fich getrennte Eristenzen find, je weniger sie ohne einander eristiren und eristiren können, desto weniger kann die „Kraft" Gott sein. Nun freilich kommt man mit den Phrasen: „die Kraft, die das All bewegt", „natura naturang" u. dgl. Was soll das heißen? Die Totalität der Dinge ist das All, und somit ist die Totalität dessen in den Dingen, was man Kraft nennt, auch „die das All bewegende Kraft" — eine besondere Kraft, die daS All bewegt, außer den besonderen Kräften, die die besonderen Dinge bewegen, und jene „die oberste Kraft" benannt -welch' ein Unsinn, welche Perworrenheit— Die heilige Schrift weiß hiervon sicher nichrs. Die heilige Schrift sagt: „Gott sprach: es werde Licht, da ward Licht." Aber fie sagt wahrlich nicht : in dem Lichte steckt nun Gott als die leuchtende Kraft, und kommt so im Lichtstrahl von der Sonne und dem Sirius auf die Erde — denn wenn nun die Naturwissenschaft erweist, daß Licht nichts Anderes ist als eine bestimmte Bewegung von Aetherwellen, so besteht die Lehre der heiligen Schrift sehr wohl dabei, fie braucht nichts zu redressiren und zu sagen: ja, aber diese Bewegung des das Weltall füllenden Aechers als Totalität ist Gott — sondern fie sagt einfach: Gott schuf das Licht, und was nun Lickt ist, Ursache und Wirkung der Lichterscheinungen, ist von Gott geschaffen, so gur wie er das Auge schuf, für welches diese Lichterscheinungen vor fich gehen, und für welches allein fie Lichterscheinungen find. Nein.' die ganze Frage zwischen dem Judenthum und dem Pantheismus, d. h. zwischen der religiösen Jdcc und dem Heidenthume ist : haben die Dinge sich selbst geschaffen, sind fie durch fich selbst geworden, haben fie durch sich selbst Gesetz, Plan, Zweck, Einheit bekommen — oder sind sie geworden, geschaffen, mit Gesetz, Plan, Zweck und Einheit durch ein außer ihnen seiendes Wesen, Gott! Dies ist die Frage — und wahrhaftig! wir viertausendjährige Bekenner der religiösen Idee, die uns übergeben und zur treuen, lautern Wahrung anvertraut ist, wir wollen unfern Vortheil nicht aus den Händen geben, indem wir irgend eine Vermittelung, irgend eine Schwenkung konzediren. Wähle! Wähle! rufen wir heute, wie durch die Jahrtausende — und weil wir so rufen, siegen wir, heule wie wir immer siegten, weil in diesem Rufe ein Zweifel auf die Lange nicht bestehen, sondern immer nur als Auswuchs einer Hyperkultur wieder empvrkommen kann. Was also an und in den Dingen ist, daS ist Alles geschaffen, Werk Gottes. Gott ist es, der nach seinem Gedanken und durch seinen Willen die Dinge im Einzelnen und in ihrer einheitlichen Totalität nach bestimmten Gesetzen werden ließ, schuf, und der nach seinem Gedanken und durch seinen Willen sie nach denselben Gesetzen immerfort erhält, sie in demselben immer» fertigen Werden des Einzelnen (-ran nr baa w“ir:?2) und Sein des Ganzen erhält. Daher ist Gon mir seinem Gedanken und Willen in Allem (wie auch der menschliche Werkmeister, wenn auch unvollkommen in seinem Werke ist, so weit dieses das seine ist, d. h. so weit er zu diesem Werke nicht den Stoff und das Gesetz aus Gottes Schöpfung genommen und andrer Menschen Hülfe benutzt hat), und von diesem Gedanken und Willen Gottes ist alles Ding abhängig. Aber Er selbst, Sein Wesen selbst ist in keinem Dinge als solchem, und kann in keinem Ding sein, denn — Er ist außerweltlich und jegliches Ding geschaffen. Von diesem Standpunkte aus sind alle hierher gehörigen Stellen der Schrift übereinstimmend — und da nun, trotz den versuchten gezwungenen Erklärungen, die Bedeutung des Wortes aa2 im Ganzen sicher und bestimmt ist, wie die häufigen Ausdrücke:?aan •'baa, S22N ya yin nr, saaa ,rr?aa inrr73 ,raan rraart,