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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-17 · Heft 21 (17.5.1853) · p. Seite 261

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 21 (17.5.1853)
Date
1853-05-17
Page
Seite 261 (sequence 9)
Language
German
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261 weise — find darnach. Z. B. er will in der dritten Predigt erweisen, daß allerdings am Rosch haschana Gott zu Gericht Met über die Handlungen (der Menschen oder der Israeliten?), fdaß also das ■pnn ar. nicht für uns gelte, an diesem Tage überhaupt die Gedanken des göttlichen Gerichts, der göttlichen Vergeltung in uns zu wecken und zu nähren, sondern für Gott, der) „an diesem Tage die Handlungen der Menschen erwägt und richtet und Strafen verhängt." Wie erweist er dies? 1) übersetzt er Ps. 81, 5. „denn Gesetz ist für Israel daS Gericht deS Gottes Jakob's," eine eben so falsche wie irrige Uebersetzung, da eS wohl nicht mehr zweifelhaft ist, daß Ps. 81. auf Peßach und nicht auf Rosch hasch, gesungen ist (s. unser Bibelwerk 111. S. 217.), 2) weil an rn die Welt, oder vielmehr der Mensch geschaffen worden, worüber doch die Tradition selbst sehr verschieden ist, 3) ist eS doch möglich daß Gott am rin Gericht hält, wenn wir eS auch nicht begreifen, 4) was schadet es wenn wir es glauben, da eS uns doch besser machen wird? Gewiß eine absonderliche Beweisführung, mit der wir sehr viel beweisen könnten, was dem Redner nicht sehr gefiele. Er nehme daS erste beste Dogma aus irgend einer andern Konfession, und probire diese Beweisführung daran! 2) Kasualreden. — Rede zur Einsegnung von fünf Knaben und drei Mädchen. Zu Kosten am S. Jithro 5612 (14. Februar 1852.) Don vr. A. Wiener, Rabbiner. Kosten, 1852. Sehr schöne, blühende, volltönende, eindringliche Sprache — aber ohne hervortretenden Gedanken, ohne Tert, ohne Anlage und Gruppirung. Die Wichtigkeit der Stunde in kurzen Anreden an die verschiedenen Detheiligten. — Grabrede. Von Siegmund Weil, R. C. Eichstetten, 1852. Ein gutes Wort des Trostes dem trauernden Manne, den weinenden Kindern in schwerer Stunde gesprochen. — Der Familientempel. Traurede. Pesth, am 16. Novemb. 1852. Von A. Jellinek. Leipzig, 1852. Die Familie mit der Stiftshütte, finnreich, aber nicht ohne Künstelei, wie wir fie in solcher Stunde vor dem Brautpaare nicht lieben, verglichen, jedenfalls aber von einem Strome echter Empfindung belebt. — Freuden- und Freundesworte Zur filbernen Hochzeit, Hamburg, 29. Mai 1852. Von A. Jellinek. Leipzig, 1852. Die Veranlassung des Festes fast mit Stillschweigen übergehend, wird über den priesterlichen Segen (4. Mos. 6, 22—27.), die Schriftstücken, die vorangehen, und die, welche Nachfolgen, gesprochen, um — öfter auf spielende Weise — fie auf fcie vorausgehenden Bedingungen und die nachfolgenden Wirkungen des GotteSsegenS zu beziehen. Diese Art witziger Anwendung macht oft eine schöne Wirkung, aber fie darf nicht einreißen, wollen wir nicht auf die Kunststückchen früherer Maggatim zurückkommen. — Gott, König und Vaterland. Festrede am Geburtstage Sr. Majestät des Königs. Den 15. Oktober 1852. Belgrad. Von Dr. I. H. Jacobson, israelitischer Prediger. Berlin, 1852. Recht würdige, wohlgemeinte Worte über Spr. Schcl. 24, 21. — Die heiligen Lehrer der Vorzeit. Antrittspredigt, am 10. Dezember 1850 in der Synagoge zu Szegedin, gehalten von Leopold L öw, Obcrrabbiner daselbst. Szegcdin, 1850. Die heiligen Lehrer der alten Zeit sollen auch den Lehren der neuen Zeit Meister und Vorbilder bleiben! nämlich durch das Ziel, nach welchem die heiligen Lehrer strebten, die Mittel, welche fie gebrauchten, die Gesinnungen, die fie beseelten. Wir haben hier einmal wieder eine Predigt (Tert: Hosch. 12, 14.), in der nicht blos schöne Gedanken und Gefühle und schöne Worte, sondern auch Beredtsamkeir und die edle Kunst des Formens und Gruppirens ausgeprägt ist, eine Kunst, die in der jüngsten Zeit den jüdischen Predigern gänzlich abhanden zu kommen scheint. (Schluß folgt.) Belletristisches. Este. Eine Novelle. (Fortsetzung auS No. 11. 13. 14. 16. 17. 20.) 7. Esra hatte einen königlichen Befehl erhalten, durch welchen auf dem Wege der Gnade die Verbannung aus dem Palaste aufgehoben, und ihm geboten wurde, am folgenden Tage um die Zeit, wenn die Sonne den höchsten Punkt erreicht habe, vor die Sonne deS königlichen AngefichteS zu tteten, um sein Anliegen vorzutragen. Es geschah. Nechemjah hatte den Freund in ein Privatzimmer des Königs eingeführt, und Arthachschaßt ihn mit Huld und Freundlichkeit empfangen. Aufgefordert vom Könige sprach er mit aller Gluth deS Herzens die Bitte auS, daß der König ihm die Erlaubniß ertheilc, einen Zug aus der jüdischen Masse nach Jeruschalajim zu veranstalten und dort hinzuführen, daselbst die Mauern 21*

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