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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-17 · Heft 21 (17.5.1853) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 21 (17.5.1853)
Date
1853-05-17
Page
Seite 259 (sequence 7)
Language
German
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259 haben wir von der Heldenthat eines Grafen Stollberg zu Wasser auch noch nichts gehört. War doch mindestens ein Jude ein Gefährte ColumbuS' auf feiner ersten Fahrt über den Ozean, aber, so viel ich weiß, kein Stollberg! — DaS hohe Ministerium hat den Dr. Wilhelm Freund (der Leser erinnere sich, daß Freund mehre Jahre provisorischer Direkloram Gymnasium zu Hirschberg war, aber abgehen mußte, da er niemals aus dem HülfSlehrerprovisorium heraus sollte —) die nöthigen Gelder bewilligt, um in der Schweiz und Tirol ethnographische Forschungen, namentlich über die rhätische Sprache zu machen. Warurbrunn, 1. Mai. (Privatmitth.) Wie jährlich hat auch diesmal die Verwaltung der hiesigen jüdischen Badearmenkasse einen Rechenschaftsbericht auSgegeben, an den sie folgende Worte knüpft: Dreißig arme, kranke Glaubensgenossen sind durch die verausgabten 191 Thlr. 28 Sgr. 8 Pf. während der Badesaison des JahreS 1852 von der hiesigen jüdischen Badearmenkasse mit allen Bedürfnissen zur Kur und zum, Lebensunterhalt versorgt worden, und haben, theils geheilt, theilS Linderung ihrer Leiden erlangend, ihre Wohlthäter segnend, die hiesigen Bäder verlassen. Auch wir fühlen uns gedrungen den edlen Glaubensgenossen, die unsere Kasse mit milden Gaben bedacht, und eS uns dadurch möglich gemacht so viele Hülfesuchende mit allem Röthigen zu unterstützen, unfern herzlichsten Dank dafür abzustatten. Gott, der Allmächtige wird diese ihre edle That nicht unbelohnt lassen. Wieder naht nun die Badezeit heran, wieder werden sich arme, kranke Glaubensgenossen zum Gebrauch der hiesigen Bäder einfinden, und so unangenehm eS uns auch sein muß, sei 8 Jahren von Jahr zu Jahr unsere Glaubensgenossen mit unfern Bitten um milde Beiträge für die hiesige jüdische Badearmenkasse zu behelligen; uns bleibt doch kein anderes Mittel, so lange unsere Kasse sichere Fonds zur Bestreitung ihrer Ausgaben nicht besitzt, als immer und immer wieder, vertrauend dem edeln Sinne unserer Glaubensgenossen und dem wohlthätigen Zwecke unseres StrebenS, Wohllöbliche Vorstände jüdischer Gemeinden und Kranken-BerpfiegungS- und Beerdigungs- Gesellschaften, so wie wohlhabende, mildthätige Glaubensgenossen eben so dringend als ergebenst zu bitten: Im Wohlthun nicht zu ermüden; uns fernerhin in dem Streben zum Wohle armer, kranker Glaubensgenossen durch milde Beiträge zu unterstützen, und sich versichert zu halten, daß sie dadurch ein sehr edles, höchst wohlthätigeS Werk fördern und unterstützen. Herzlich dankend müssen wir hier einer Dotation deS Herrn M. I. Sachs aus Hirschberg rühmlichst erwähnen, bestehend in zwei Staatsschuldscheinen ä 25 Rthlr., welche derselbe der hiesigen jüdischen Badearmenkasse übergeben, und zwar so, daß daS Kapital als eiserner Fond gedachter Kasse verbleibe, dessen Zinsen aber zur Bestreitung der laufenden Ausgaben verwendet werden sollen. Möchte dieses edle Beispiel wahrer Nächstenliebe recht viel Nachahmung finden; möchten recht viele wohlhabende Glaubensgenossen unsere Badearmenkasse mit dergleichen Dotationen bedenken; damit sie eine sichere, feste Grundlage erhalte, und ihre woblthätige Wirksamkeit, bisher eine unbestimmte von Zeit und Umständen abhängige, fortan ein ewig fortdauernde, zum Wohle der Armen und Ruhme der Glaubensgenossen, werde und bleibe. Möchte dieser unser sehnlichster Wunsch recht bald in Erfüllung gehen! Warmbrunn, im April 1853. Die Verwaltung der jüdischen Badearmenkasse. W. Fränkel. Scheimann Schneller. Oesterreichischer Kaiserstaat. Brünn, 20. April. (Privatmitth.) Ich bin in der angenehmen Lage Ihnen beiliegendes Aktenstück zur Veröffentlichung übergeben zu können. Es ist dies der sprechendste Beweis von der edlen hochherzigen Gesinnung unserer h. Regierung. Ich füge Ihnen nur noch hinzu, daß nicht nur hier, wo über 200 israel. Studirende sind, sondern auch in Nikolsburg, Kremsier, an allen von israel. Schülern bedeutend besuchten Lehranstalten, israel. Religions-Professoren angestellt worden sind. Hier hat der Unterricht bereits begonnen, und es wird nach der Anordnung deS h. UnterrichtS-MinisteriumS vorgegangen. * Jeden Sabbat zu Mincha wird ein eigener Gottes-

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