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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 20 (2.5.1853) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 20 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 249 (sequence 9)
Language
German
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249 Entferntesten pantheistisch *) und vielmehr echt jüdisch, wie viele Bibelstellen beweisen (z. B. Jes. 63, 16. 64, 7. Jerem. 3, 4. und 19. Ps. 89, 27.). Von R.Akiba wird berichtet, daß er erst dann erhört wurde, als er Gott als Vater anrief, woher unser Gebet nab» 1^28 seine Entstehung hat. Das bekannte christliche Gebet „Vater unser" ist ja erweislich auch altjüdischen Ursprungs. ES bedarf übigens gar keiner speziellen Beweise, daß die Außerweltlichkeit Gottes ein Hauptgrundsatz deS Judenthums sei, wie der Herr Redakteur auch in No. 35 d. B. dom vor. Zahre ausführlicher auseinandersetzte, und kann ich hierin nur noch aus daS, was ich Anmerk. LVI. S. 90 meiner Schrift „Philosophie und philosophische Schriftsteller der Juden, von Munk" (Leipzig, 1852) darüber äußerte, verweisen. Dresden, 13. März 1853. vr. B. Beer. Literarische Nachrichten. ÄKagdebnrg, im April. (Homiletik.) Seit langer Zeit kommen wir einmal wieder dazu, über eine Reihe von Predigten zu berichten. Es find eben nur einzelne, die uns vorliegen, und allerdings kann über einzeln edirte Predigten nur ein bedingtes Urtheil ausgesprochen werden, da sie, bei besonderer Gelegenheit gesprochen, in der Regel auf besondere Veranlassung gedruckt find. 1) Fest- und Sabbatpredigten. — Die Gotteslehre in ihrer Wahrhaftigkeit und Vollkommenheit. Am Schebuotfeste 5612 (1852), in Neukirchen (Hessen), von Lehrer Benedikt Hause. Ueber Ps. 19, 8—10. Ein so vielgliedriger Tert wird immer daS Anschauliche einer Predigt stören, die jedoch durch den einheitlichen Gegenstand 'ft min zusammengehalten wird. Der Redner spricht eine klare, durchaus nicht überladene, warme und ergreifende Sprache, und zeigt fich in der Ausführung seiner Gedanken geschickt. — Predigt am ersten Tage des Laubhüttenfestes von vr. Caro, israel. Prediger in Schwetz, 1850. Der Verf. hat Geist, der Verf. spricht gut. Aber eine — Predigt? Stände es nicht auf dem Titel, wir wüßten es nicht. Eine Predigt ohne Bibeltert, eine Predigt ohne Zusammenhang, Abtheilung und Verbindung, so daß (S. 12) mitten inne der Redner selbst sagt: „Doch, m. Fr., ich glaube am Besten zu thun, wenn ich hier abbreche, obwol die Sache wichtig genug ist, um recht ausführlich behandelt zu werden. Kehren wir also zu unserm Feste zurück." Dann Uebertreibungen: „Wir armen Sünder standen da (am 2"^) den ganzen Tag und dachten nicht daran, Speise oder Trank zu uns zu nehmen, denn die Furcht des Todes schwebte über unS, und nicht kam es uns in den Sinn, ein verwirktes Leben durch Nahrung zu fristen." Ferner: „Darum ist es uns geboten, jetzt in eine Hütte uns zu setzen, in der wir des Himmels 'blaue Tiefe erblicken (in der Sukka?) und der Sterne Pracht wahrnehmen können (in der Sukka?), damit rc." — Die Bürgschaft. Koheleth, Sohn Davids. Zwei Kanzelvorträge am 30. Dezember 1848 und am 6. Oktober 1849 von Ad. Jellinek, Prediger und Religionslehrer der israelitischen Gemeinde zu Leipzig. Leipzig, 1850. Daß wir es hier mit einem geistreichen Manne, mit einem gedankenvollen und sprachgewandten Redner zu thun haben, brauchen wir kaum zu bemerken. Auch die vorliegenden Reden find dessen Zeugniß. Und wenn auch der Fluß der Rede nicht gewaltig, der Inhalt nicht neu ist, so erquickt doch die warme, religiöse Empfindung und die geistreiche Wendung, die überall entgegentreten. Die erste Predigt am S. wa-2iggasch knüpft an die wenigen Worte „Dein Diener bürgt für den Knaben" 1 Mos. 44, 32. eine Aussprache über die Erziehpflicht der Eltern hinsichtlich ihrer Kinder, der Familie, der Gemeinde, dem Staate, der Menschheit und Gott gegenüber — nur hätten wir gewünscht, der Redner hätte nicht blos auSgeführt, daß, sondern auch wie die Eltern hiei^u zu erziehen haben. Die zweite Predigt (am S. des Hüttenfestes) knüpft gezwungen an die Worte „Koheleth, Sohn Davids" Koh. 1, 1. einen Vortrag: gottgefällige Eltern führen ihre Kinder s) schützend in's Leben, b) mahnend, stärkend und schirmend durch's Leben, e) crfteuend und beruhigend aus dem Leben. (Schluß folgt.) Belletrisiiisches. Esra. Eine Novelle. ^Fortsetzung au» No. 11. 13. 14. 16. 11.)*) 6. In der Löwenhallc im königlichen Palast zu Ekbatana *) In No. 5 dieser Novelle, nämlich in No. 17 die- 20* *) Wer hätte dies je auch behauptet? Redakt.

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