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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 20 (2.5.1853) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 20 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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247 DaS zweite Heft der Vierteljahrschrist von vr. LetteriS ist bereits erschienen. ES enthält Beiträge von Geiger, Jost, Jellinek, Luzzato, LetteriS rc. WaS wir wünschten ist zunächst, daß der Herausgeber die Korrespondenzen etwas mehr sichte, was in einer andern Zeitschrift am Platze wäre, darf in einer Vierteljahrschrist nicht Vorkommen. Da soll überall die Meisterhand sich zeigen. Insbesondere ist ein Bericht auS Mähren über die zwei Gemeinden Sachsens, der wirklich höchst komisch ist. Der gelehrte Rabbiner vr. Z. Frankel hat in seiner Bescheidenheit sich nie für einen großen Prediger gehalten, zu dem er hier gestempelt wird. Ebenso wird dem vr. Jellinek Weihrauch gestreut. Wir verkennen nicht im Geringsten die Bedeutung dieser gelehrten Männer, aber wir glaubten dem Herausgeber, an dessen Institut wir herzliche Theilnahme nehmen, den freundlichen Wink zu geben, damit die Vierteljahrschrift nicht zur privilegirten Lobanstalt werde. Herr Professor vr. Goldenthal hat den Kommentar des MoseS NarbonensiS zum More Nebuchim herausgegeben. Freilich nennt der Verfasser daS in seiner Widmung an Se. Erz. den Minister des Innern „bearbeitet". Großbritauieu. London, 30. April, Vorm. Das Oberhaus hat in heutiger Nachtfitzung mit einer Majoriät von 49 Stimmen die zweite Lesung der JudenemanzipationSbill verworfen. Im Unterhause wurde die Debatte über daS Budget vertagt; man erwartet, daß am Montage die Abstimmung erfolgen werde. (Wie vorauSzufehen gewesen! Red.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Vergleichende Studien über den Talmud, von D'. Oppenheim, Rabbiner in 2 am Nitz. VI. Die Zenuim und Esseer. Es ist ein alter noch nicht gelöster Streit über den Ursprung der Namens Esseer, oder Essener, wie Philo schreibt. Noch räthselhafter aber ist es, daß im Talmud sich nicht die mindesten Spuren dieses Namens und selbst der Sekte finden. DaS Beste hat hierüber Herr Frankel in seiner Zeitschrift, die mir aber jetzt nicht zu Gebote steht, geschrieben. Vieles hat die Vermuthung für sich, daß die Zenuim die Esseer wären und die folgenden Stellen des Talmud Berachot 62 b. verglichen mit dem Berichte JofephuS' jüd. Krieg II. 8. 9. stellen dies fast klar heraus. Des Namens Zenua macht sich nur derjenige würdig, der fich, sagt der Talmud, besonderen Gebräuchen, die der Sekte eigenthümlich waren, unterzieht, p^ip px xoai-r rr’aa siaxw ■»na xa>x siax. Daselbst werden nun die verschiedenen Gebräuche und Keuschheitsregeln angegeben, die mit Josephus ganz übereinstimmen. „Sie hüten fich, erzählt 7, vor Anderen oder nach der rechten Seite hin auSzuspucken; ängstlicher als andere Juden meiden fie am Sabbat jede Arbeit. Ja fie bereiten nicht bloß alle Speisen Tags vorher, um am Sabbat kein Feuer anzuzünden, sondern fie wagen nicht einmal ein Gefäß von seiner Stelle zu rühren, oder ihre Nothdurft zu verrichten. An den anderen Tagen graben sie zu letzterm Behufe mit einer Hacke, die jedem neu Eingetretenen gegeben wird, ein fußtieses Loch, bedecken es mit ihrem Mantel, um Gottes Licht nicht zu beleidigen, brauchen die Grube als Abtritt und werfen dann die ausgegrabene Erde wieder über daS Loch. Dazu wählen fie die einsamsten Oerter. So sehr auch die Nothdurft etwas Natürliches ist, so find fie doch gewohnt, fich nach derselben zu waschen, wie wenn fie verunreinigt wären." Ganz parallel mit dem Angeführten find nun die Berichte des Talmuds, der da sehr weitläufig ist. pnm ,ava nasaw anpaa rs^aa rsasan jtt nax aimx bin "caa. Ben Asai, der zum Theil ein Anhänger der Esseer war, da er auch ehelos lebte, erzählt von fich: axaa pxo a^an "a vaabi rmx aaa pxi amaa pxn , ar-m psx xbx auai axawa xrx pnap». Dergleichen Aussprüche, die aber zu weitläufig sind und fich nicht füglich in's Deutsche übersetzen lassen, ließen fich noch in Menge ansühren. Vide Aruch s. v. aax die Erklärung zu der schönen Stelle: inxax naaa» ainn» nwiaas aaaaa. AehnlicheS erzählt Herodot von den Sitten der Perser. I. 133 und 138. Auch kann hierher bezogen werden Jrruschalmi Schekalim Ab. 5, 2: a-^om run a^anax xax ma ibxb irx denn die Esseer waren im Befitze geheim gehaltener Bücherrollen, und botanische Kenntnisse waren ihnen, besonders den mit ihnen verbrüderten The-

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