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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 20 (2.5.1853) · p. Seite 244

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 20 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 Schriften, lasset Eure Kinder darin unterrichten, haltet sie an zu Gebet und Gottesdienst. Wahrlich! wenn Eure Kinder nicht höhern und nicht erfüllter des Geistes sein werden, denn 3hr — so wird es schlimm stehen um die Zukunft. Allerdings, eS ist wahr — die Religion Israels sah in ihrem langen Leben mehr solcher Perioden — aber welch außerordentlicher Ereignisse, welch schreckenerregenden, furchtbaren Geschickebedurfte eS immer, um Zuda zurückzuführen in die Geleise deS Ewigen — und darum wollet Euch den Segen der Religion, des religiösen Lebenswandels, der Treue und deS Lebens in der Religion, wollet Euch diesen Segen in Fülle für Euch und Eure Kinder verdienen, erwerben, sichern! Nein, dieser Segen bleibet nicht auS, er führt Euch aus jeder Knechtschaft, er zerbricht jedes Joch, er zertheilt jede Woge vor Euch, er speiset auch in der Wüste, er läßt Euer Gewand nicht zerfallen, und Euer Auge nicht schwach werden — bis die große Stunde kommt der Erlösung, der ewigen Erlösung für Dich, für Alle, für Israel, für die Menschheit. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus dem Thürrngschen, 26. April. Die Deputation auS Eisenach, welcher sich auch ein Geistlicher, exklusiver Richtung, beigesellte, die in Weimar um Beschränkungen gegen die Freizügigkeit der Juden petitionirte, ist mit diesem Ansinnen schlecht angekommen, da man Seitens der weimarischen Regierung nicht gemeint ist, hinsichtlich der Juden wieder Beschränkungen einzuführen, die jetzt auch in größeren Staaten keine Billigung mehr erfahren. Hannover, 1. Mai. Unter den der Ständeversammlung wegen Aenderung der Verfassung vom 5. September 1848 vorgelegten Anträge hat das Staatsministerium außer Anderm diesmal auch die im vorigen Jahre als unumgänglich bezeichnete Amderung weggelassen: §. 5 solle in Zukunft heißen, daß der Genuß der politischen Rechte von der Verschiedenheit des christlichen Glaubensbekenntnisses unabhängig erklärt werden, während jetzt das Wort „christlichen" fehlt. Jndeß befürchtet man unsererseits, daß dies nur als „einstweilen" beseitigt anzusehen sei. (Mag sein, wie da wolle, vorerst hat daS hohe Staatsministerium eS doch nicht beantragt. Redakt.) Schwerin (Mecklenburg), 16. April. (Privatmitth.) Wer die Bedeutung der Konfirmationshandlung recht auffaßt, wird nicht in Abrede stellen, daß der festliche Tag der Weihe unserer Heranwachsenden Jugend zum Judenthume zu den effektvollsten sowol für die Konfirmanden selbst als nicht minder für alle Anwesenden gehört. Die diesjährige ließ sichtlich einen um so liefern Eindruck zurück, als man sie hier in Erwägung der durch die jüngsten bekannten Ereignisse wieder in Frage gestellten Synagogenordnung für die letzte zu betrachten vermeinte. Unser begabter Religionslehrer, Herr Bonheim, leitete dieselbe, die in Bezug auf Form und Inhalt des Vortrages Nichts zu wünschen übrig ließ. Zugegen waren auch die dazu vom Vorstande geladenen Herren Kommissarien und der Staatsrath, welcher Letztere sich sehr beftiedigend über den religiösen Akt ausgesprochen haben soll. An demselben Sabbat hatte auch der vr. En och auS Altona in dem Betlokale der Dissidenten eine Predigt gehalten, die uns unter dem Titel: „Israels Bestimmung in Erkenntniß,That und Glaub en. Predigt (,) gehalten in der Synagoge zu Schwerin k. n. Altona, 1853", vorliegt. Wir würden sie nicht der Beachtung einer kritischen Berücksichtigung würdigen, da sie nicht über daS Niveau derartiger alltäglicher Ephemeren sich erhebend, eben so rasch vergessen als gehört oder gelesen wird, und daher je eher je lieber, nach dem ehemaligen Brauche mit jüdischen Leichen, „zu den Tobten geworfen werden müsse". Wir fühlen unS dazu nur im Hinblicke auf die derzeitigen mannigfach getrübten Verhältnisse der Synagogen unserS Landes berufen, — auf welche Herr vr. Enoch influiren zu wollen scheint, — die jetzt von außen her einer Lösung entgegengeführt werden sollen, wodurch leider der Riß in derselben nur erweitert und der bereits seit einem Dezennium in ihnen angebahnte und liebgewonnene Geist eines der Natur der israelitischen Religion und ihrer geschichtlichen Entwickelung konformen Fortschrittes verdrängt werden muß. Unser Vers, gerirt sich als vermittelnder Friedensbote, und dennoch, statt den Oelzweig zwischen den getrennten Lagern aufzupflan-

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