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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 19 (2.5.1853) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 19 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 3 (sequence 13)
Language
German
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Stelle findet sich im More (Kap. 72), wo von dem Menschen als Mikrokosmus gehandelt wird: 'nor-no yn bD®ii brr* abiyb 'rn tiib«,-j brr»?roi2® ypji spar» \a bi23 «im pi22 N2 12*»« ->®« m«b bs«2N rby ysi®i ti»n Vi2,-:. — Ganz dasselbe auch im KuSri (!V. 3): ai«2 nbiyR b^sibib^sn i«i *,221 «in apb^m p ->2-kN asi pp abiya di«m bna '121 ... T»B3n bbiyn mi. Dasselbe ist vielleicht auch der Sinn in den Worten der h. Schrift (2 M. 3L, 17.) ®D3i n2®, nachdem der Schöpfer die Welt aus RichtS hervorgerufen, „da zog sich Gott als unsichtbar waltende Seele zurück" (vgl. in der Bibelausgabe des Herrn vr. Philippson den Kommentar z. d. St.) Schleßlich will ich hier noch einige Kuriosa anführm. Als man im Jahre 1619 den Lucilio Vanini, des Atheismus angeklagt und vom Parlamente zu Toulouse zum Feuertode verurtheilt, auf den Richtplatz führte, hob er einen Strohhalm auf, den er zufällig in seinem Wege fand und sagte: „Wenn er so unglücklich wäre keinen andern Beweis vom Dasein Gottes zu haben als diesen Strohhalm, so würde dieser ihm genug sein!" — Hören wir dagegen, was ein Dominikanermönch und Schüler des „gottseligen" Johan Tauler, Meister Eckard, im vierzehnten Jahrhundert predigte: „Das Auge mit dem.mich Gott sieht, ist das Auge mit dem ich ihn sehe; mein Auge und fein Auge find eins. In der Gerechtigkeit werde ich in Gott gewogen und er in mir. Wenn Gott nicht wäre, wäre ich nicht; wenn ich nicht wäre, so wäre er nicht. Dies ist jedoch nicht Noth zu wissen, denn es find Dinge, die leicht mißverstanden werden und die nur im Begriff erfaßt werden können." — Ich bemerke noch, daß eine von Luther herausgegebene Schrift: „ein deutsch Theologia" (Wittenberg 1816, Berlin 1817) ähnliche Stellen in Menge enthält. — Ich kann jedoch diesen Gegenstand hier nicht abbrechen, ohne mir noch eine freundliche und bescheidne Anftage zu erlauben: In dem Piut zu rtnys haben die ersten fünf Sätze folgende fünf Anfangsworte: yna — rr* — «ip2ki — ama« — 2« Meine Frage ist nun: Hat der Paitan hier ein bedeutungsvolles Akrostichon beabsichtigt, oder sind diese fünf Anfangsworte nur so zufällig und absichtslos zusammengestellt worden? Gehen wir nun an die Lösung unserer zweiten Frage: 3st der Satz: „Lohn und Strafe hienieden find natürlich", out den Grundsätzen des JudenthumS vereinbar oder nicht? Als NachmanideS in seinem Bibelkommentar zu Erodus («i«i 's) die alte Frage bespricht, warum in der Tora immer nur von irdischer Vergeltung die Rede ist, nirgends aber von Lohn und Strafe im Jenseits eine Erwähnung geschieht, da sagt er unter Anderm: siri «bi N1L12 -1202 naia bi«b «-»an «b yaab aissi nrr» b«i ,22N ri®y»2 «2 ni^ayn ®3iya .“tan 1222 iy-ir> «bi T>«ya r>by ic-*ov’ «b ibr»b i« Und das ist wok ganz richtig. Denn wir können uns in der Thal keinen Begriff davon wachen, wie so z. B. derjenige, der Vater und Mutter ehrt, als natürliche Folge davon lange leben soll; oder wie so dadurch, daß man GotteS Gebote befolgt, Früh- und Spätregen zu rechter Zeit eintrifft, und wieder umgekehrt, durch Uebertretung der göttlichen Gebote, „der Himmel Eisen und die Erde Kupfer" wird? NachmanideS hätte daher in dieser Beziehung ganz Recht, wenn er Lohn und Strafe hienieden d:n n®y» nennt, und die Frage, die der Verfasser des rn-inn mmb •c® (Abschnitt ma ■jiirn) gegen diese Stelle erhebt, würde sich demnach als nichtig Herausstellen. Andererseits aber ist wieder die Behauptung des R. Jesaia Horwitz daselbst ganz begründet, daß „Lohn und Strafe hienieden natürlich (d^ya®) sind", — weil hienieden überhaupt Alles natürlich ist, und seinen naturgemäßen Gang und Lauf fortgehet. Aber unter diesem Gewände der Natürlichkeit führet die Hand. GotteS ihre himmlischen Plane und Absichten aus. Gott lenkt und leitet wol das rollende Rad der Ereignisse, aber er greift nicht plötzlich den Gesetzen der Natur zuwider in dieses Rad, und hemmt auf übernatürliche Weise seinen Lauf. Und zwar ist eben dies die höchste Weisheit Gottes, daß in der Welt AlleS in seinem naturgemäßen Gang sich fortbewegt, und dennoch GotteS Plane und Absichten alle gefördert und zum Ziele geführt werden. So hat schon der Psalmist gesagt: -nny «bi ■jro pn „Wol hat Gott die Welt an ewig unverbrüchliche Gesetze geknüpft — und dennoch: mra mi napT ab® 1-121 ®« i-i2i n®y — und dennoch strebt Alles in der Natur: Blitz und Hagel, und Schnee und Nebel und Sturmwind, GotteS Wort und Plan zu vollführen auf Erden." — „Der Wunder höchstes ist, Daß uns die wahren, echten Wunder so Alltäglich werden können, werden sollen."

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