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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 19 (2.5.1853) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 19 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 2 (sequence 12)
Language
German
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2 die stoßende Kraft deS fließenden Wassers und deS WindeS Bewegung und Leben giebt, und dann selber müßig zusehen kann, wie die Räder sich drehen und fortschwingen? — Nein, nach Maimuni ist dem nicht also. (Und nach der ganzen Anschauungsweise des Judenthums nicht; wie verstünden wir auch sonst jene Stelle in unserm täglichen Gebete *r»n ör> b33 21713?r*nss*,Q 71253) Sondern die oberste Quelle aller Bewegung, daS primuni wovens*) des Universumist — Gott. Ohne sein ewiges Einwirken wäre daS All ein lodter Stoff, ohne Leben und Bewegung, darum nennen wir auch Gott 3bi57i **71 „das Leben des Universums". ,i'*i2«b 53371 ibb3b 3**7i337i «171'« 15 rt527in ro * yi3 T^wanft 2«i7i 3B3i ,'m 7iib«7i «iTiTi wm .inbiT2 713 sbi57i **n i33i2b3 'm 3wn »ip3 *p57i tit (M. N. Kap. 72). Um ^iese Stelle gehörig aufzufaffen muß man sich gleichsam die Lehre von de» Rad au der Welle in die Erinnerung zurückrufen. Der erste Anstoß aller Bewegung geht von Gott aus, die dann durch die 10 Sphären weitergeleüet, in immer größeren Kreisen und Schwingungen sich fortsetzt. Daher hat man für Gott die Bezeichnung gewählt: 2211 moi53, denn mm* ist die höchste Sphäre, die unmittelbar durch den Willen Gottes ihre Bewegung erhält. — Ganz in demselben Geiste spricht sich Marmuni auch in seinem Jad Hach, aus (Tom. I. I. §. 5). N22 bsb37i 3*>713371 «in yi«7i b3 ynx nbi5n ••nbx 12BN ‘’XI T»72n 2310 b3b3712 ,pOBTN yp ib y«2 .-121 T* «b3 13207271 «171 713 «1711 ,3302 «b3 OIO^TO Nach allem dem also ist Gott freillch keine Kraft in dem Universum, wol aber außerhalb des Universums, die oberste bewegende Kraft desselben. Wenn wir nun jene Kraft, die das All bewegt, 532 nennen wollen, hat dann David Ritu gegen die Doktrinen der jüdischen Religionsphilosophie so sehr gefehlt, indem er sagt: «in in« '**pr«ni 53271? DaS will nicht sagen: der Stoff und Gott find eins, sondern die Kraft, die den Stoff bewegt und belebt, ist eine göttliche. Denn daS Wort 532 ist keineswegs ein adequater Ausdruck unsers Wortes Natur. Namr (von dem lat. nasci) bezeichnet den ganzen unermeßlichen Inbegriff alles dessen waS da ist, das ganze Weltall mit seinen Stoffen wie mit seinen Kräften; — unter »32 hingegen verstehen wir nur die unsichtbare KraH, die den Stoff auSprägt, ihm Form und Leben giebt, aber keineswegs den Stoff selber, das All wie eS da ist. So definirt Jehuda Halevi das Wort (KuSri l. 72) rnn27i3 N3? 52271 «in Tia (vgl. das. V. 10). Ebenso Meimuni: 11x2 12« «1711 7121711 "’TlTl tpS 3**7*2371 71371 113X1 0*'«V11N im« 532 iTklNIp'' Ö*»35B (M. N. 72). Wenn nun 532 die daS All belebende und bewegende Kraft bezeichnet, dürfen wir dann nicht diese Kraft, ganz auf dem Boden deS Judenthums stehend, eine göttliche nennen? Ebenso wie nach David Nitu „Gott — und nicht die Natur — den Wind wehen, die Blume blühen, den Regen auf die Erde fallen macht" — ebenso spricht der Sänger der Psalmen (197, 8.): „Er bedecket die Himmel mtt Wolken, Er bereitet für die Erde den Regen, Er machet die Graser auf den Bergen wachsen". Ebenso der Dichter Hiob in der großartigen Naturschilderung (Kap. 36 und 37): „Den Donner macht Gott ertönen, zum Schnee spricht Er: fall' nieder! Gottes Hauch erzeugt das Eis" u. s. f. — David Nitu kann daher durch seine Aeußerung ebenso wenig deS Pantheismus beschuldigt werde«, atS etwa Jehuda Halevi, der in seinem Kusri (I. 76.) ein ganz Aehnliches sagt (vgl. hierzu den Kommentar 1N3N3 latix, der also sich auSdrückt: 522 322 «upb mir *>s 2p3b 13b Trab I3ib3 «112 3®2 »bi —), oder der gelehrte Juda MuSkato, der in seinem nun-* bip Folgendes schreibt: «i7n b2 1321713 5312 im**7lb *t13«3 522 Xip*> *p3m O^lllf’Tl m5322. Ueberhaupt kann es nicht in Abrede gestellt werden, daß in der That manche Formen des Pantheismus als Ausdruck ttefer und gemüthSinniger Religiosität zu betrachten sind, und eS darf also nicht befremden, wenn gewisse Redensarten, die in pantheistischen Schulen im Schwange waren, zugleich auch in echt gläubigen Schriften gefunden werden. — So z. B. der bekannte panrheistische Lehrsatz: „Gott ist die Weltfeele" — und dennoch findet sich in unserm Talmud (freilich in ganz anderm Sinne) ein ähnlich klingender Satz (Berach. 10s): 1332?-*3 1333 **223 -*213 ^71 ':n r>« 3^1571 b3 «b3 7l3ip7l 773 — 71323 13331 Tts’jJTI SJ137T b3 n« 7t«b3 71323. — Ebenso im Sohar (ri*m **1N« 's): «2«71 — 7lb**b3 -s->n*1« 1SV3 TH3« /i2i ... «b3i «2S3i «7111 7i2p7i. — Eine ähnliche *) *ji2«i7i 53371 — wie der Ikkarü» (U. L) sich ausdrückt.

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