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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-05-02 · Heft 19 (2.5.1853) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 19 (2.5.1853)
Date
1853-05-02
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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23L Glaube festhält, und nimmer wanket, und von ihnen nicht weichet — welche find diese? ES find die Lehren, für welche Israel geweihet ward am Peßach in Egypten; sie find die Gotteslehre, die Israel in die Welt gebracht, für die es lebte und lebt, durch die es bestand und besteht, um derentwillen es erlöset ward und wird; es find die Lehren, die uns durch eine viertausendjährige ununterbrochene Ueberlieferung übergeben worden; fie find es, in welchen über 120 aufeinanderfolgende Geschlechter unsers Stammes gelebt, gekämpft, gefiegt und gestorben; fie find es, welche alle Religionen von uns entlehnten und zu ihrer Grundlage machten, und worin fie alle übereinstimmen, so verschieden fie abseitens derselben auch find; fie find es also, in welchen die Geschichte der Menschheit all ihre Ausläufe, alle ihre Resultate hat: Nichts davon, Nichts darüber! Und dies Alles ist Euch nicht Erweis, nicht Uebereinstimmung genug? Und dann erwäget: ohne diesen rechten Glauben kann Beruhigung für den Menschen, für den Israeliten nirgends gefunden werden. Suchet und suchet, überall Unruhe und Unbesriedigtsein, überall Wanken und Schwanken, überall Leere und Nichts — außer in diesem rechten Glauben. Ihr habt es erfahren, warum wollt Ihr es verbergen? Darum: Ueberwindet den Reiz des Zweifels, der doch nur in das Gift der Leugnung umschlägt; Überwinder den Stolz, der fich selbst überhebt, um Euch um so tiefer zu stürzen. Ihr, Aeltereu in Israel, stärket und festigt Euch wieder im rechten Glauben. Vor Allem erziehet Eure Binder in und zu ihm; und da Ihr die Folgen des Abfalls genugsam erfahren habet, wahret Eure Kinder davor. Lasset fie nicht irren, wie eine verstandlose Heerde, daß fie nur darum zu Israel gerechnet werden, weil — fie nirgends anders hingehören. Denn heute noch ist es wahr und bleibet wahr: nur der rechte Glaube ist die Quelle der lautern Begeisterung, nur dieser der Born des reinsten Segens, nur durch ihn wurde und wird Israel erlöst.... — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Bcrrern. (Privatmitth.) Es ist bekannt, daß namentlich in Baiern dermalen allerlei unliebsame Unter- und Haussuchungen bei -gewissen Geschäftsleuten von rrrr -ca geführt werden. Dies hat bereits die erwünschte Folge, daß fich Alles von derartigen Geschäften zurückzieht und daS ist dreimal gut, aber daS neue Gesetz ist auch rückwirkend und daS ist für Jene nicht einmal gut. Nun kam es neulich vor, daß ein derartig in Untersuchung Genommener vom mittelfränkischen Appellationsgericht auS dem Grunde außer Verfolgung gesetzt wurde, weil er fich innerhalb fünf Jahre auf solche Geschäfte nicht eingelassen hatte. 2vnn Gerade etwas über diese Zeit ist eS aber, daß Herr Lehrer Krämer in Altenmuhr in einem seiner „Bilder", eine solche industriöse Versönlichkeit in „Götz Silber" kennzeichnete, für jeden unbefangnen Beurtheiler in der später von ihm öffentlich erklärten Absicht, zu zeigen, wie ein solcher Mann außerhalb des JudenthumS stehe und von jüdischen Schriftstellern selbst gebrandmarkt werde. Hätte man nun damals statt über Unerhörtheiten, RischasbüchleinS rc. ic. zu schreien, sich warnen lassen, wie viele schlaflose Nächte wären inzwischen nicht eingetreten, wie viele Kummerthränen nicht geflossen uud wie viel weniger Vibn aon wäre verursacht worden! Aber so gehr's immer: man will nicht hören bis es „zu spät" ist. sr», der ein Geschäftsmann ist, aber kein solcher. Ans 93afreit, im April. (Privatmitth.) Durch den Tod des Oberrathes Epstein ist die wichtige Stelle eines geistlichen Mitgliedes dieses Kollegiums erledigt. Die Regierung beabsichtigt die Stelle bald wieder zu besetzen. Ohne daß die Stelle zur Bewerbung ausgeschrieben ist, haben fich dennoch mehrere Rabbinen gemeldet. Wen die Regierung wählen wirv, ist zweifelhaft, doch dürfte die Entscheidung nicht zu lange auf sich warten lassen. — Mannheim erhält eine prachtvolle Synagoge — nach ihrer Vollendung wird die Frage über die Besetzung des Rabbinats, welches jetzt provisorisch verwaltet wird, auftauchen. Die Frage, ob eine Orgel gestattet sei, liegt schon einige Monate dem großh. Oberrathe zur Entscheidung vor, — allein die Herren Konferenzrabbiner, denen zum Gutachten übersendet wurde, nehmen fich Zeit fie zu beantworten. Hoffentlich wird die Entscheidung günstig ausfallen.

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