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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-04-25 · Heft 18 (25.4.1853) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 18 (25.4.1853)
Date
1853-04-25
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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8 aber wiesen Sie nicht auf den plötzlichen Uebergang vom Singular zum Plural hin? — Nach Ihrer Behauptung muß es in der That befremden, daß der Redner erst im Singular spricht: '121 banan ,-ps-77 in, und dann plötzlich zum Plural übergeht: pi-w nn '121! — Ein solcher rasche Uebergang von einem Modus zum andern findet keinen Beleg in der Mischna, — abgesehen davon, daß auch der Gedanke deS betreffenden Redners eine plötzliche Wendung nimmt. Denn welcher Zusammenhang findet statt zwischen banosi '121 o^ian rrobwa uni)'121 ■p'vrrr iin?— Und doch wird Letzteres nicht einmal durch die Phrase: «in 121« rrc: eingeleitet. Also blos wegen der Gleichheit der Redensart wollen Sie die dritte Mischna als Fortsetzung der ersten erklären? — Die Reihefolge jedoch, wie fie in unseren Ausgaben sich findet, hat durchaus keine Schwierigkeit. Zuvörderst aber muß ich Ihnen eine Ansicht mittheilen, die ich bezüglich der Sentenzen in ms« längst gefaßt habe. Ich halte nämlich dafür, daß manche von den erwähnten Sentenzen Wahlsprüche der betreffenden Lehrer waren; die Schüler vernahmen fie zuweilen auS dem Munde des Lehrers, ohne daß dieser fie in einem bestimmten Kreise öffentlich vorgetragen hätte; manche Sentenzen aber find öffentlich vorgetragen, oder an bestimmte Personen gerichtet worden. Daher häufig die Plural-Form in der Anrede. Dahin gehört der Spruch: pia a-cina im, der den Richtern und Lehrern gilt; ferner der Spruch deS AntigonuS: '121 2^1222 inri b«, der ebenfalls die Richter und Lehrer im Auge hat, die er ermahnt, ihre AmtSleiftungen sich nicht bezahlen zu lassen, sondern auS reinster Gottesfurcht zu handeln, wie ich solches anderSwo ausführlich dargelegt habe. Eine ähnliche Tendenz hat auch si's Spruch: 22 n^ai^M-bai >21 112LN. spricht Anfangs in der dritten Person rücksichtlich der Gemeinde-Beamten und Synagogen- Vorsteher — darauf wendet er sich an die betreffenden Personen direkt hin und ruft ihnen ermuthigend zu: >21 aarsy r« Mbya an«i. Da nun dergleichen Beamte häufig auch mit Staatsbehörden in Berührung kommen, so spricht er ferner zu ihnen: pi'nr iin "121 m2ia. Daher bedarf dieser Spruch erst keiner Einleitung durch 127« rpn «in, wie Mischna 4, die einen neuen Gedanken enthält und aus einer andern Zeit stammt. Uebrigens steht 121« n^n «in nicht immer bei der Fortsetzung, sondern zuweilen auch anfangs, wieAbschn.2, Mischn. 2 und 3; Abschn. 3, Mischna?. — Am häufigsten wird diese Phrase gebraucht an der Spitze einer allgemeinen Sentenz, nicht aber eines auf einen besondern Fall hinzielenden Spruches. Daß es Abschn. 2, Mischna 2 heißt: «isrM mump 13“) bw 1:2, ungeachtet *21 erst unmittelbar vorher genannt ist, kommt daher, daß die Sprüche in mas auS verschie, denen Schriften, die in den Händen der Gelehrten- Jünger sich fanden, gesammelt worden find. Der erste Sammler stellte zusammen, was er bis auf >>21 vorfand; ein späterer Sammler fand noch eine Sentenz von >1, dem Sohne Rabbi'S, der zur Unterscheidung von Mra^i si, der, wie Sie selbst bemerkten, ebenfalls >>2N2 hieß, näher bezeichnet wurde durch miim*» '-i b» 1:2 «^2:n, und so kam die fragliche Sentenz unverändert an ihren jetzigen Platz. Uns aber steht nicht zu, die Sentenzen in 7112« in eine andere Reihefolgc zu bringen, oder Anderen zu vindiciren, es seien denn zu solchem Verfahren rrifligere Gründe vorhanden. Gesetzt aber, die Sentenz: '121 *17212 pi->nr 11.1 gehöre Rabbi selbst an, so berührt sie doch keineswegs dessen Verhältniß zu Antonin, da sie auf die 13 Jahre, die Rabbi unter Commodus lebte, immer noch eine passende Anwendung fände. Ad 5) Zwischen Ihrer Übersetzung: „i«ipp N2 b«bi 171b" und meiner: -ppb« 222 (in b2) 122 12« ist wohl kein großer Unterschied. Uebrigens haben Sie meine Wotte nicht vollständig wiedergegeben.; diese lauten: „Entweder eS fehlen jetzt einige Worte in TacituS, oder dieser selbst vergaß, was er früher vernommen hatte." — Erstere Vermuthung, daß in den jetzigen Ausgaben des Tacitus einige Worte sehen, ignoriren Sie; und doch schwindet jede Schwierigkeit, wenn man annimmt, daß eS in Tacitus ursprünglich geheißen .. . „Carmel oder Elia, so nennen sie" rc. — Die späteren Abschreiber, die den Passus: „oder Elia" nicht verstanden, ließen ihn ganz weg. Daß TacituS von Juden spreche, beweist seine Angabe, daß auf dem Berge weder Tempel noch Bild sich vorfand. Man vergleiche damit, waS Tacitus anderswo über den jüdischen Kultus berichtet. Ich kann nicht umhin. Ihnen hier noch mitzutheilen, was ich neuerdings als Beleg zu dieser Ansicht gefunden habe: 1) Robinson in seinem Werke: Palästina rc. bemerkt zu wiederholten Malen, daß die Araber den Carmel ,,:vb« 12 bas" nennen; konnte nicht dieser Berg schon zur Zeit deS TacituS diesen Namen gehabt haben? Bezüglich deS NamenS Elia

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