Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 18 (25.4.1853)
- Date
- 1853-04-25
- Page
- Seite 225 (sequence 11)
- Language
- German
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225 Lehre getreten 313. Davon find s) bei dem erlernten Gewerbe geblieben und arbeiten als Meister oder Gehilfen 116; d) theilS ausgewandert, rheils mit Wanderbuch nach Amerika gereist 129; c) derzeit im aktiven Militärdienst 6; d) die Verhältnisse find dermalen unbekannt von 8; e) gestorben find 11; k) vom erlernten Gewerbe abgegangen 25; g) zum Schacherhandel übergegangen 12; b) derzeit ohne Arbeit 6. Unter der zu k) angegebenen Zahl befinden fich Einige, welche zu anderen Gewerben übergegangen find, bei Weitem die Meisten find Taglvhner oder Knechte (gewöhnlich Viehtreiber) geworden. Unter den verschiedenen Gewerben (die sehr ansehnliche Zahl der zu Erlernung eines wissenschaftlichen oder künstlerischen Berufes Unterstützten ist auch in diesem Berichte weggelaffen) stehen die Schuhmacher mit 58, die Weber mit 31 und die Schneider mit 29 oben an. Nach ihnen zeigen die meisten Zahlen die Sattler mit 16, Schlosser 14, Bäcker 14, Kaufleute 11, Dreher 12, Glaser 12, Schreiner 12, Seiler 12, Buchdrucker und Setzer 10. Anderen Gewerben, wie dem der Uhrmachern, der Mechanik, Optik, Goldarbeiterei haben fich gewidmet 13,! Oekonvmen, Kürschner, Tuchmacher, Zeugmacher, Seckler, j Küfer, Nadler, Seifensieder, Buchbinder, Bortenwirker, j Nagelschmiede, Flaschner, Messerschmiede, Steinhauer und ' Maurer, Weißgerber und Stricker find es beiläufig 60. Diejenigen, welche ihr Gewerbe verlassen haben, die Schacherer und Arbeitslosen eingerechnet, vertheilen fich unter 17 verschiedenen Professionen. Es läßt fich nicht behaupten, daß bestimmte Gewerbe vorzugsweise aufgegeben worden find, mit Ausnahme des Schusterhandwerks. Bei nicht wenigen Lehrlingen, welche ihr Gewerbe verließen, liegt der Grund der Umkehr in körperlicher Unfähigkeit, Krankheit oder Mangel an zureichender geistiger Begabung — Zustände, welche wiederum großenthekls in der Armuch ihre Wurzel haben mögen. Die Summe aller für obige 313 Lehrlinge aus der Zentralkirchenkaffe bezahlten Lehrgelder und Lehrgeldsunterstützungen beträgt rund 12,600 jl., also durchschnittlich 40 fl. auf einen Lehrling, wozu diejenigen Summen hinzuzudenken find, welche außerdem die Eltern und Gemeinden zu Ergänzung der Lehrgelder aufwendeten. Im Vergleiche mit den Ergebnissen des Berichtes vom Zahre 1842 hat die Zahl der Unterstützten zugenommrn. Während nämlich in den 9 Jahren von 18*2/40 durchschnittlich 18 — 19 Jünglinge im Jahre auS der Lehre ttaten, find es in den 10 Jahren von 1841/s0 jährlich 31. Die Verhältnißzahl der von ihren Gewerben wieder Abgestandenen war nach dem ersten Berichte */u und ist jetzt — die Schacherer inbegriffen — */« bis V» der Gesammtzahl der Lehrlinge. Das ungünstigste Resultat in dieser Beziehung liefert der Schwarzwaldkreis; denn eS ergiebt fich in annährenden Zahlen für den Jartkreis '/« , für den Neckarkreis '/s, für den Donaukreis */«, und für den SchwarzwaldkreiS Vs; in diesem letztem Kreis ist es namentlich der Oberamtsbezirk Horb, welcher ein so ungünstiges Verhälrniß bewirkt hat. Erwägt man übrigens das oben über die häufig unverschuldeten Gründe deS AbstehenS vom Gewerbe Angegebene, so mildert fich die Sache in hohem Grade; die Hauptverhältnißzahl (*/9 — */») wird dadurch bettächtlich herabgedrückt, und es ist zu vermuthen, daß sie bei einer gleichen Zahl von Lehrlingen christlicher Religion auS armen Familien fich nicht günstiger Herausstellen würde. Das AuSwandern und Reisen nach Amerika hat (aus sehr nahe liegenden Gründen) namhaft zugenommen. Die Verhältnißzahl der AuSgewandetten und nach Amerika Gereisten zu der Zahl der Lehrlinge in dem betreffenden Kreise ist im DonaukreiS gegen */«, im Schwarzwald - und Neckarkreis i/a, im Jartkreis */r. Aus den oben gegebenen Notizen über die Wahl der Gewerbe ergibt fich, daß der Kreis, in welchem die Wahl fich bewegte, keineswegs ein beschränkter ist, auch schwerere Handwerke find davon nicht ausgeschlossen. Die Vorl liebe für das Schuhmacher-, Schneider- und Weberhankj werk erklärt fich leicht durch die überall nahe Gelegenheit j der Erlernung, das geringere Lehrgeld und daS vorwiel gende Bedürfnis. Endingen in der Schweiz. Wenn man den Schwarzwald im Rücken lassend die Sttaße von Waldshut nach Zürich durch das Surbthal zieht und die Höhe hinansteigr, wo man das mit Kalkhügeln eng umschlossene und von dem Surbbache durchzogene Endingen und dessen erhaben in der Gegend umherschauende neue Synagoge auS den Augen verliert, vor fich den Lägern, auf dessen Rücken die Burg Regensburg und über dem die fernen schwyzer und glarner Alpen hervorragen und an dessen Fuße daS anmuthige Lengnau mit seiner ebenfalls neuen und herrlichen, die dafige Ebene beherrschenden Synagoge erblickt, da führt eine Srraßenkrümmung den Wanderer vorbei an dem Saume eines mit Eichen und Föhren umgürteten, niedern Hügels. Hier umschließt eine lange und breite