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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-04-25 · Heft 18 (25.4.1853) · p. Seite 223

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 18 (25.4.1853)
Date
1853-04-25
Page
Seite 223 (sequence 9)
Language
German
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223 Großbritanieu. London, 16. April. In gestriger Sitzung des Unterhauses ist die 3te Lesung der JudenemanzipationSbill mit einer Majorität von 58 Stimmen votirt worden. Frankreich. Straßburg, im April. sPrivatmitth.) Unser eifrigster Wunsch, auch in Straßburg ein jüdisches Hospital zu besitzen, ist in Erfüllung gegangen, und wenn noch lange nicht in dem Umfange, wie wir eS wünschen, so ist eS doch, da eS von Einem Manne auSging, eine um so glänzendere That. Der Herr LouiS RatiSbonne hat sich bei uns dadurch unsterblich gemacht, daß er auf seine eigenen Kosten ein Spital, einstweilen mit 10 Betten Herrichten ließ, und auch die sämmtlichen inneren und äußeren Kosten allein trägt. Lasten Sie mich bei dieser Gelegenheit einige Worte über diesen herrlichen Greis sagen. Von früher Jugend an hat er eine sehr gründliche Bildung erlangt, er spricht ebenso*schön deutsch wie französisch und hat tiefe finanzielle Kenntnisse. Seit 30 Jahren ist er Präsident des israelitischen Konsistoriums des Niederrheins, und steht diesem Amte mit großer Hingebung vor. Unter der Regierung Ludwig Philipp'S war er zweimal zum Richter am Handelsgericht und Mitgliede der Handelskammer gewählt, ebenso Adjunkt des Maire und Munizipalrath, und erhielt er vom Könige das Kreuz der Ehrenlegion. Schon früher berichtete ich Ihnen, daß derselbe ein Haus für die Arbeitsschule israelitischer Jünglinge hergegeben hat, deren Unterhaltungskosten aber durch Subskribenten, unter denen sehr viele Honoratioren auch christlichen Glaubens, wie selbst der Herr Bischof, getragen wurden. Außerdem giebt eS wol schwerlich irgend eine allgemeine Angelegenheit des JudenthumS, an der er sich nicht thätig betheiligt, und das große Ansehn seiner Person und seine Mittel dafür anwendet, wie eS erst jüngst der Fall war-. Gott erhalte uns den edeln, auch in seiner Persönlichkeit so fesselnden Mann noch lange! Australien. Sydney, Neu- Süd-WaleS, 1. Dezember. (Jew. Chron.) Gestern machte der Mayor daS Resultat der Abstimmung für sechs Stadträthe bekannt. Die höchste Zahl von Stimmen, nämlich 258, hatte abermals der Herr Joel John Costen auf sich vereinigt, während der Kandidat ihm zunächst nur 141 Stimmen hatte. — In Melbourne errichten die Juden jetzt ein eignes Haus zur Aufnahme von Emigranten ihres Stammes. Biblisches Kuriosum. Die immer gründlichere Vergleichung der Terte der Chronik (a^mn -nrn) mit den Parallelterten in den übrigen Büchern der heiligen Schrift wird noch vielen Aufschluß über die Tertesbefchaffcnheit der h. Schrift überhaupt geben. Hier eine eigenthümliche Erscheinung. Cs ist bekannt, daß man sich seit alter Zeit gewundert hat, daß in den Geschlechtsverzeichnissen der Kapitel 1 bis 9 des ersten Buches der Chronik deö Stammes Dan keiner Erwähnung geihan ist. So hielt auch Zunz noch Dan übergangen (Gottesd. Vortr. d. Jud. S. 30), ebenso Keil (die DB. d. Chron. S. 198). Erst Hcrzfeld in seiner, namentlich in Spezialitäten trefflichen Gesch. d. V. 2sr. von v. Zerst. d. ersten Temp. bis zu den Makkab. Th. I. S. 298 machte die Entdeckung, daß — Dan nicht übergangen, sondern in 7, 12. verstümmelt enthalten ist. Der Vers lautet: -ca asm aso t’nns aa atin m? Nun ist Chuschim der einzige 1 Mos. 46, 23. genannte Sohn des Dan, und im folgenden V. des Chronisten, wo die Söhne Naphthali's genannt werden, heißt es am Schluffe n^a "ca „die Söhne Bilhah's", was dafür bürgt, daß von Dan die Rede war. So weit Herzfeld. Wir fügen hinzu, daß V. 11 bereitdie in den Stücken dieses Kapitels abschließenden Zahlen gegeben werden, so daß mit V. 12. ein neuer Stamm zu erwarten stand. Durch diese Entdeckung Herzfeld'S ist die Sache aber noch räthselhafter geworden, als wenn Dan ganz übergangen worden wäre. Aber stehe da! die)e Entdeckung erweitert sich vor unseren Augen immermehr. Im tz. Kap., wo die Verse 46—50 wörtlich gleich mir 3oschua 21, 5—9. find im V. 46. die Worte maam O'-isr p völlig gestrichen, ohne daß diese zu einem richtigen Sinne entbehrt werden könnten. Man vergleiche IS*

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