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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-04-18 · Heft 17 (18.4.1853) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 17 (18.4.1853)
Date
1853-04-18
Page
Seite 5 (sequence 19)
Language
German
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3 aber nicht, warum Maimuni die Edition dieses Werkes unterließ. Schade, daß Herr Schmiedel nicht weiter und bis in das Innere des Werkes More gedrungen ist, sonst könnte er unS noch so manche Neuigkeit minhcilen und würde wissen, Laß Maimuni aus Bedenken die Gläubigen zu beirren nicht Alles — veröffentlichen wollte, — unC würde wissen, daß Maimuni im More fast in jedem Abschnitt die Philosophie mit den Hagados vergleicht und ans den Hagados auch jüdische Glaubenswahrheiten herleitct. Und würde wissen, daß Maimuni trotz Len Privilegien, die auch die llieeutin poetiea voraus haben, dennoch aus Psalmen und AUcgorieen philosophische Wahrheiten für die Wissenschaft dcduzirt; vorzüglich aber würde Herr Schmiedel aus More den Grundsatz kennen lernen, daß bei theologischen Untersuchungen dem Weisen 2lphorismen genügen sollen, und eine „aus dem Zusammenhang gerissene Stelle" muß oft ausreichen sich auf den Wink zu verstehen, denn der Weise versteht es von selbst,! den Zusammenhang zu bilden mraa ■jasa 22N N'N s«. Aber alles dies verschmäht unser tapferer Rezensent zu! berücksichtigen, und kehrt sich gradcs Weges zu mir, mit I dem Schwerte seiner „nüchternen Kritik" meinen aus dem! Midrasch angeführten Ergänzungsbeleg, daß das Judenthum jeden Pantheismus verwirft, zu vernichten; in diesem Augenblick der Wuth vergißt Herr Schmiedel, daß ich aus Kusri, More, aus unseren Gebeten und Glaubensartikeln deutliche Beweise für die Verweisung deS Pantheismus aus dem Judenrhume bereits gezeigt hatte; er predigt mir daher, daß es mit dem Monotheismus schlecht stünde, wenn der zitirte Midraschsatz Len Pantheismus aus dem Judenthume verweisen sollte. Wir stimmen dem Herrn Schmiedel hierin bei, daß eS mit der Außerweltlichkeit Gottes und sogar mit dem ganzen Judenthum schlecht steht, da wir doch nachgewiesen haben, mit welcher Aufmerksamkeit die talmudisch-monvtheistischen Schriften von einem Rabbiner gelesen werden! Doch in der konjunktiven Hypothese, daß unsere Hagada im Midrasch nicht die geeignete Stelle sei, den Pantheismus aus dem Judenthum zu verweisen, müssen wir dem Herrn Schmiedel entschieden widersprechen. Zu diesem Zwecke nehmen wir Gelegenheit, die Eregetik unsers Referenten zu prüfen. Derselbe zitirt die Stelle des betreffenden Midrasch in ihrem ganzen Zusammenhänge, wir werden dasselbe thun zu unserm monotheistischen Zweck. Folgende Worte bilden den hebräischen Tcrt unserer fraglichen Midraschstclle: nva:o ianas *) -,nsn ■n aa« *) Diese Worte finden sich buchstäblich in Sckcmoß Rabba Kap. 3. Der Midrasch Tanchuma, der gewiß später als Rabba geschrieben worden ist, rcferirt diesen Satz gar nicht, sondern folgende, im Midrasch Rabba vom obigen Satz ganz gesonderte Worte, die so lauten: nVs« tao*2 nao ,spr' 'pVs«i ,pnar 'ms« araas« 2TJ5 «irao «s« nw «si ,rns«:a er n:a: «s« «n -.ans ■'s« 'pVs« na« ras stoa ariO'7 ,rfrT;n asrro •as a'röa i«a Diesen Satz umschreibt Tanchuma taspia aa« , rrsisVs n'n “pa'a , msas nspn :« a« , inssts a« S'~- vss n'ss: a« s« nor na ,n«is:n sr «in aois “ia: stps -i'sr V:;: aa« ,vs« so Vsips i'sr Ns.a ■nrrsa Tn?« «srr , .“'S« ar« nspn Vs aa« .’srnn «so ->as ~~s« ■ 'r«s Als Gott sich dem Mose offenbaren wollte, La dachte Gott, wenn ich mich ihm mit hoher Stimme offenbare, so wird er (La er noch ein Lehrling ist) erschrecken, offenbare ich mich ihm mit leiser Stimme, wird er die Prophetie verachten (denn asis heißt verachten), darum erschien ihm Gott mit der Stimme seines Vaters (Herr S. setzt da zwei Mal das Wort „Amram" zu, welches aber eine pantheistifche No:blüge ist und kommt darauf viel an). Nun fragte Moses: was wünscht mein Vater? (In Rabba SchemoS 45 lauter die Version a-nstaa «s 's«, mein Vater kommt aus Egypten!) Hierauf antwortete Gott: ich bin nicht dein Vater, sondern „Gott deiner Vater", in sanfter Weise erscheine ich dir, damit du dich nicht fürchtest. Ich appellirc an alle Homiletiker, ob sic diese Midrasck'- stelle in ihrem buchstäblichen Wortsinn nehmen würden? Sagt doch schon Maimuni More I. Kap. 65, daß Gott nicht durch Organe, sondern nur im Geiste spricht, vgl. Clericus über Philo: y.oyor eliam tdctov nominal „deum ipsum de ideis onm Moyse loculum fuisse‘\ Was bedeutet ferner der Ausdruck hohe oder leise Stimme in Bezug auf Gott? Darum schien mir der Sinn folgender zu sein: Drei Hauptklaffen unterscheiden sich auf dem Gebiete der Erkcnntniß: l. Menschen, denen sich Gott mit der profanen Stimme der Natur erkennbar macht, z. B. Naturalisten, denen Gott und Natur vollkommen EinS ist. II. Menschen, die sich Gott in und aus der Natur, nämlich als Vater der Natur verstellen, vcrgl. das gnostische Pater und Propatcc; in Egypten wurde die Sonne als Vater der Naiur verehrt, auch der AxiS sollte die befruchtende Naturkrafr, abgeleitet von «s« Vater, wie man den Josef nannte, vorstcllen; s. BaSnagc To»,. IM. Kap. 17 ff. und Landau Art. so. III. Menschen, denen sich Gott mit hoher Stimme, d. h. als ein außerhalb der Natur daseiendes absolutes Wesen offenbart ----- jüdischer Monotheismus. Als nun Moses ein Anfänger war, war zu besorgen, daß er vor diesem abstrakten Begriff rnsa r'p ohne vorangrgange concreU, zurückschrecken würde, d. h. so: maa nao ,ts« Saar so Vsips Vs lass: •m:8 -ps« 'pVs« 'sa« »raspn Vs aas ,'n s« aas .vas rrsa anoa aas ’iz' orras« Daß auch diese Worte nur die Erhabenheit und Außernaiürlichkeit Gottes als Zusatz zu der Värcrlehre bei MoseS bekunden wollen, wird wol Niemand bezweifeln; wir benöthigen cS aber gar nicht, denn es sind in der Thar ganz geschiedene > Stellen, welche unser Kritiker in No. 10 d. I. wer weiß! aus welcher Veranlassung zusammenschmelzen wollte, aber vergebens — denn die Bücher liegen vor uns!

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