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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-04-11 · Heft 16 (11.4.1853) · p. Seite 199

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 16 (11.4.1853)
Date
1853-04-11
Page
Seite 199 (sequence 11)
Language
German
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199 gab, den Tempel zu vollenden und den Dienst herzustellen. Leset nach in den Archiven deS Reiches, befehlet, und ich schaffe es herbei. Und so geschah eS.... Aber der Tempel bedarf der Wehr, daß nicht Arab und Ammon, daß nicht der Samaritaner und Chvri einbreche und plündere und zerstöre alle Tage-o und darum ist Alles dort verfallen und armselig, der Tempel verlassen, die Leviten geflohen, daS Volk in Armuth und zu Sklaven verkauft ... der Wille Koresch' und Darjawesch' ist noch heute nicht vollführt — um der Feinde, um der erbärmlichen Gegner Juda's willen...." Esra hielt voll Wehe's inne. Seine Richter hörten gespannt ihn an, der Vorsitzende sprach: „Vollende, Esra!" Dieser fuhr fort. „Ja, mein Bruder Schemaja vollbrachte eine Pilgerfahrt nach Jeruschalajim; ja, er berichtete mir und hundert Anderen, Großen und Kleinen, wie dort Alles in Verfall gerathen, und um ein Weniges verloren sein wird; ja, er eifert mich an, vom Könige die Erlaubniß zu erbitten, dahin zu ziehen und an der Wiederherstellung der Stadt, der Mauern und Wälle, des Volkes, des Gesetzes, des Dienstes zu arbeiten; ja, er bezeichnet mich als den Führer dahin und Vollbringer dieses großen Werkes, und ich habe ihm noch niemals und nirgends widersprochen ... aber wo wäre dies ein Verbrechen, wie eine Empörung, oder nur Untreue, was der große Kore sch, was der große Darjawesch geboten und mit königlicher Unterschrift und königlichem Jnfiegel geheiligt haben?... Nein! hohe, edle Fürsten — nicht einen Staat zu gründen, nicht ein unabhängiges Volk, losgeriffen vom Herrscher des Erdkreises, zu schaffen —welch' ein Wahnsinn! — sondern die Religion des Ewigen herzustellen, sein Gesetz zu üben, seine Lehre zu lehren, des Gottes, dem Koresch und Darjawesch zu huldigen nicht verschmähten, und dies zu thun auf der Stätte, über die der Name dieses Gottes heiligend genannt worden, die er erkoren zum Sitze seiner Anbetung auf der ganzen Erde — dies ist der Zweck, und stehe — nicht Hab' ich widersprochen, aber auch noch nicht ... eingewilligt, und übernommen, was mir — für meine Schultern noch zu schwer scheint..." fügte Esra zögernd und leise hinzu, und ließ daS Haupt auf die Brust finken. „Und wenn sich dies Alles so verhielte, wodurch giebst Du die Bürgschaft, daß, so wahnwitzig es wäre, Ihr keine hochverrätherischen Pläne insgeheim dabei hegtet?" ftug der Fürst. „Welche Bürgschaft? .. . Die Liebe zu meiner Nation — erhabene Fürsten .. .. glaubet Ihr, daß ich sie erhalten oder vernichten will? Und waS wäre der kürzeste Weg der Vernichtung, wenn nicht die Empörung wider den König der Könige? Juda gen Paras? Juda, daS sich kaum von seinen Feinden ringsum wahren und retten kann? Haben wir nicht genug Hasser? ... O, daS wäre ihnen willkommen, der Versuch gen den Herrscher der Völker — denn daS wäre der letzte Juda'S auf immer._ Nein! Fürsten — der unabhängige Bestand Israels war einmal und ist vorbei_jetzt heißt eS, die Religion deS Herrn retten — wir, Menschen, können ein MehrereS nicht...." Die Rede Efta'S verhallte dumpf; eS war ein Zugeständniß, ungern gegeben auS dem stolzen Ahroniden — aber um so beredter. Der Fürst sprach: „Hole die Urkunden auS dem Archive herbei, von denen Du redetest, auf die Du Dich beriefst, und dann geh' und erwarte unfern Spruch...." Esra verbeugte und entfernte sich. Die Richrer harrten schweigend auf ihren Sitzen seiner Rückkehr. Eine halbe Stunde verging, dann kehrte Esra zurück, in seiner Hand zwei purpurrothe seidene Deutel, die er mit tiefer Verbeugung dem Vorsitzenden überreichte. So wie dessen Hand sich nach ihnen ausstreckie, standen die sieben Fürsten auf, und beugten das Antlitz bis zur Erde, und führten die Rechte zur Stirn und die Linke zur Brust, und erstanden wieder. Esra entfernte sich. Er wurde von der Anklage fteigesprochen, aber seiner Würden und Aemter entsetzt, und ihm den Palast des Königs und einen Umkreis von einer halben Stunde zu betreten untersagt, bei Strafe, in die Löwengrube geworfen zu werden. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Zu Vftdh ri'-i wird in der Unterzeichneten Gemeinde die Stelle eines yrn vakant und soll wo möglich bis ri V2i2 besetzt werden. Hierauf Reflektirendc müssen sich durch Zeugnisse als wahrhaft religiöse Männer ausweisen können, im Besitze der erforderlichen Kenntnisse deS Hebräischen sein, die regelmäßige Bildung eines fin sich angceignet haben, so wie auch mit anerkannten mbap versehen sein. Reisekosten werden nicht ersetzt. Märkisch-Friedland, im April 1853. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. In der hiesigen Gemeinde findet zu bevorstehendem n"-i ein ReligionSlehrer,. der zugleich Vorderer

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