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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-04-11 · Heft 16 (11.4.1853) · p. Seite 194

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 16 (11.4.1853)
Date
1853-04-11
Page
Seite 194 (sequence 6)
Language
German
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194 benutzt? — Wir muffen in den Kinderstuben das Poetische deS Judenthums wieder auffrischen, denn in der wahren Poesie liegt Religion, nicht in dem rationalistischen Singsang der Gellert-Kramerschen Lieder und ihrer jüdischen Nachtreter, wie z. B. Formstecher, Johlson, württemb. israel. Gesangbuch rc. DaS hat auch Kirchenrath Maier eingesehen, indem er in seinem Gebetbuche einen ganz andern Weg betrat, als bei der Herausgabe deS Gesangbuches. — Wir wollen nicht an der verdienstvollen Arbeit deS werthgeschätzten Herrn Verfassers mäkeln; er hat ein Bedürfniß befriedigt, das längst dem Hause und der Schule ein Buch für die Kinderandacht mangelte; wir wünschten nur, daß daS Büchlein rechte Verbreitung fände und die Verbesserungen in einer neuen Auflage angebracht werden könnten. Daß die Philippson'sche Bibel allen israelitischen Schulen Württembergs zur Anschaffung aus öffentlichen Kosten von der israelitischen Oberkirchenbehörde empfohlen worden, ist bekannt; wenn diese Aufmunterung noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt hat, so liegt der Grund darin, daß die meisten Schulinspektionen das vollständige Erscheinen deS Werkes abwarten wollen, bis sie zur Anschaffung schreiten, weil die Förmlichkeiten der amtlichen Dekretur durch den Bezug in Lieferungen viel zu schaffen macht. Sehr zu wünschen wäre es, wenn die israelitische Oberkirchenbehörde für Württemberg mit einer jüdischen Buchdruckerei Verhandlungen einleitete, daß alle israelilischen Schulen Württembergs gleichmäßige, korrekte und billige Ausgaben der ,,Gebetbücher" Tefilot für ihre Schüler beziehen könnten, da jeder Schulmann weiß, wie störend verschiedene und unkorrekte Schulbücher auf den Unterricht wirken. Vielleicht nimmt durch diese Anregung eine jüdische Buchhandlung Veranlassung unserer Oberkirchenbehörde deshalb Vorschläge zu machen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Magdeburg, 3. April. lPrivatmitth.) Nach einer Bestimmung des k. österreichischen Preßgesetzes dürfen ausländische hebräische, slavische u. dgl. Bibeln nicht eingeführt werden, und wurden daher die Fortsetzungen und vorkommenden neuen Eremplare deS Philippfon'schenBibelwerkes inhibirl. vr. Philippson wandte sich daher an die oberste Polizeistelle in Wien, Freiherrn v. Kempen Erzellenz, und war in diesen Tagen so glücklich, folgendes Schreiben von der hohen k. k. österreichischen Gesandtschaft in Berlin zu erhalten: „Ich bin beauftragt Ihnen unter Rücksendung der Beilage im Namen der kaiserlichen obersten Polizeibehörde bekannt zu geben, daß dieselbe Ihrem Einschreiten die gewünschte Folge gegeben und an sämmtliche kaiserlichen Statthalter und LandeSchefs bereits die entsprechenden Weisungen mit dem Beifügen erlassen habe, daß der Einfuhr des gedachten Werkes im ganzen Umfange der österreichischen Monarchie an und für sich kein Hinderniß im Wege stehe, außer daß, wie es sich von selbst versteht, — die eingeführten Eremplare dieser Bibel, gleich anderen ausländischen Druckschriften, der vorgeschriebenen revifionSämtlichen Behandlung zu unterziehen fein werden. Berlin, den 29. März 1853. Der k. k. Gesandte (gez.) F. v. T h u n." Wir machen mit dieser erfreulichen Mittheilung die Abonnenten und sonstigen Theilnehmer deS gedachten Werkes im österreichischen Kaiserstaate bekannt. Rußland. Aus Rußland, im März. Aus B r o d y wird dem Lloyd berichtet: Ein eben erschienener k. russischer UkaS verbietet israelitischen, selbst beeideten Mäklern für christliche Häuser Geschäfte zu machen, während eS' christlichen Sensalen untersagt wird, hebräische Handlungs- und Wechselhäuser zu vertreten. Dieser Erlaß hat viele Familie in Odessa hart getroffen, um so mehr, als die größere Zahl der odessaer HandlungShäufer christliche Eigner haben. Warschau, im März. Nach den offiziellen Angaben der „Gazetta Warszawska" beläuft sich jetzt die Bevölkerung der Stadt auf 157,000 Seelen, unter denen 42,000 Juden, also mehr als der vierte Theil. Die Cholera hat übrigens im vorigen Sommer die Bevölkerung völlig dezimirt. Juden sind allein 4000 der schrecklichen Seuche erlegen. China. Kae-Fung-Foo. (Schluß.) No. 9. a-n?» ganz wie das der Sephardim.

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