Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 15 (4.4.1853)
- Date
- 1853-04-04
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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186 wie sie ein Talmudgelehrter nicht haben könne. (Hört!) In der Gemeindeversammlung vom 13. Februar wurden von dieser Seite alle Mittel aufgeboten, um die Gemeinde gegen den Lehrer DreifuS, der sich beim Entwürfe dieser Verordnung stark betheiligt hatte, zu fanatifiren. Der erste Vorsteher, Herr Gustav Dreifuß, Letzte die Verhältnisse und den Vorgang der Dinge klar auseinander, so daß die Gemeinde vor der Hand in die Sache gar nicht eintrat, und weit entfernt sich zu retrogradem Mannöver gebrauchen zu lassen, ruhig die weiteren Maßregeln ihrer Vorgesetzten abwarten will. Großbritaureu. London, 19. März. Man wird sich erinnern, daß trotz großer Opposition, welche verlangte, daß die Bill bis nach Ostern verschoben werde, Lord John Ruffel durch Majoritätsbeschluß erlangte, daß die dritte Lesung schon am 18. März stattfinde. Nachdem der edle Lord, dem eS um die Judenbill noch nie Ernst gewesen, so die Stärke der Regierung im Unterhause gezeigt hatte, hat er von selbst die Bill verschoben, und zwar auf den 11. April. So find die englischen Juden zum so und so vielten Male vom edlen Lord Ruffel — in den April geschickt. Vielleicht merken sie eS diesmal. Die torystischen Gegner jubeln, und sehen die Bill schon — auf 6 Monate verschoben. Douaufürsteuthümer. A«S der Moldau, 20. Februar. (Privatmitth.) Wie eS wol bekannt ist, so find die hier sogenannten Sudits, außer den betreffenden Paßgebühren, auch mehreren inländischen und insbesondere der Fleischsteuer unterworfen. Nun aber vernehme ich aus authentischer Quelle, daß der hiesige k. k. österreichischen Generalkonsul Baron Testa sich sehr angelegentlich bei der Pforte verwendet, daß man seine resp. Schußgenoffen, und darunter sind größtentheils Juden zu rechnen, vornehmlich von bedachter Fleischfteuer befreien möge. Wie sehr uns dies aber auf das lebhafteste interessirt, zeigt der Umstand, daß die Juden in der Walachei, die schon längst von benannter Fleischsteuer enthoben worden find, die dadurch ersparten Gelder auf eine ordentliche jüdische Schule und auf andere Gemeindezwecke verwendeten, ja eS ist beinahe so zu sagen eine Lebensfrage, wenn man hört, daß zu Jassy, wo Christen jetzt die Fleischsteuer gepachtet haben, die jüdischen Schächter auspeitschen ließen, weil die Unglücklichen ohne ihre Schuld einiges Vieh 772^2 machen mußten. — In Bakan ist dem Vernehmen nach, außer mehreren jüdischen Häusern, auch die Synagoge abgebrannt. — Als post festum habe ich Ihnen ebenfalls mitzutheilen, daß Einige zu Jassy am verflossenen -1122 üt* einen Choralgottesdienst abhielten. L. F. Literarische Nachrichten. Diagedeburg, 17. März. (Grammatik.) Hebräische Grammatik nach neuen, sehr vereinfachten Regeln und Grundsätzen mit polemischen Anmerkungen, wie auch mit Beispielen zur Uebung versehen. Verfaßt von Israel Michel Rabbinowicz aus Antipolic im Gouvernement Grodno, zur Zeit Studiosus der Universität BreSlau. Grünberg, 1851. — Der Verfasser dieser Grammatik übergiebt dies Werk eines jugendlichen, aber sehr gereiften Mannes dem betreffenden Publikum zur Prüfung, zur weitern Verfolgung der im Buche beregten neuen Ansichten. Zn der Vorrede giebr der Verf. 36 Punkte an, in welchen er von seinen Vorgängern durchaus abweicht, zum Theil ganz entgegengesetzter Meinung ist. ES versteht sich von selbst, daß bei näherer Prüfung dieser Punkte Manches sich als richtig und glückliches Apercu darstellt, Manches als oberflächlich und willkürlich. So befriedigt unS z. B. die Darstellung vom 7 convers. wenig, da schon die Behandlung der Tempusbedeutung ungenügend erscheint. Zedenfalls ist der Verf. überall seinen eigenen Weg gegangen, und empfehlen wir daher dringend daS Werk allen Freunden und Kennern der hebräischen Grammatik, um so mehr da durch vergrößerten Absatz der weitere Lebensweg des jungen selbstständigen Forschers erleichtert wird. Der Verf. hat es im Selbstverläge. Magdeburg, 18. März. (Schluß.) b) metrifche Bearbeitung von Legenden in größerur erzählendem Gedichte. „Sagen aus dem Orient. Nach den Quellen bearbeitet von vr. M. Letteris. Karlsruhe, 1847. 1852." Der größere Raum dieses Buches enthält Bearbeitungen von talmudischen Sagen, die der Dichter weit-