Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 13 (21.3.1853)
- Date
- 1853-03-21
- Page
- Seite 158 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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158 4) Die Sabbatruhe wird allgemein sehr streng gehalten. 5) AuS religiösen Gründen gehen die Juden nicht in die allgemeinen Armenhäuser, sondern die Armen werden so hinlänglich von den Bemittelten erhalten, daß sie sehr selten in äußerste Noch gerathen. 6) Vor dem Peßachfeste find die Juden genöthigt ihre Wohnungen auf'S Aeußerste zu reinigen und wenigstens jährlich einmal allen Schmutz zu entfernen. Frankreich. Paris, im März. Die Wahlen für die israelitischen Konsistorien find vorüber. ES waren 14,717 Wähler inskribirt„ von denen 7,604 an der Wahl Theil genommen haben, also etwas mehr als die Hälfte. Man kann aus den angegebenen Zahlen auf die Zahl der jüdischen Bevölkerung Frankreichs keinen fichern Schluß ziehen, aber um fie in ihren Verhältniffen zu einander zu bezeichnen, führen wir folgende Details an. Im Sprengel von Paris 2295 Wähler, davon wählten 602 Metz 1572 - - - 1014 Saint Esprit 319 - - - 235 Straßburg 4657 - - - 2773 Nancy 1683 - - - 860 Kolmar 3323 - - - 1794 Bordeaux 257 - - - 112 Marseille 611 - - ° - 214. Die geringste Theilnahme fand also — in Paris mit etwas mehr als V« der Wähler, die größte in St. Esprit mit mehr als '/r und in Metz mit fast 2jz der Wähler. Paris nahe steht Marseille mit etwas mehr als '/»/ während die anderen Sprengel die Hälfte der Wähler theilnehmend zeigen. Im Allgemeinen find dieselben Personen wieder gewählt worden, und zwar nur mit sehr geringer Ausnahme — reiche Kaufleute! 11 —. Am 16. Februar ist das Mitglied des ZentralkonfistoriumS, Anselm Halphen, Chef des HauseS Halphen und einer der Vorsteher (tm des regents) der Bank von Frankreich, verstorben. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Replik Rapoport's gegen die Bemerkungen Kampfs in No. 47 d. Bl., einige Artikel des Werkes Erech millin betreffend. Meinem Freunde, Herrn vr. Kämpf rc. Ad. 1. Sie können kaum begreifen, wie ich daS Griechische für die Grundsprache des Buches Sirach halten könne — ich aber kann nicht begreifen, wie Sie mir so etwas zur Last legen können. Schwerlich wird doch wol Jemand seine eigenen Worte vergessen; nun schlagen Sie nach mein 2^22 72'2,n rnnbin, An merk. 40, daselbst sage ich ausdrücklich: „entweder 2"-, besaß noch den ursprünglichen Sirach, dessen im Talmud Erwähnung geschieht, und der ursprünglich hebräisch verfaßt und später vom Enkel des Verfassers in's Griechische übersetzt wurde, — oder rc." — Sie stützen sich zwar auf meinen Ausdruck „rr^T1 2ro2n" —, allein damit will ich blos andeuten, daß ich nicht von dem hebräischen, in Palästina verfaßten Urtert spreche. Den Ausdruck orniriNN, den Sie für geeigneter halten, konnte ich schon darum nicht anwenden, weil ich sonst zu sagen schiene, daß auch der Urtrert in Alerandrien verfaßt worden sei. UebrigenS findet sich in der Mischna wie in der Borajta 2112 zuweilen in der Bedeutung: übersetzen von einer Sprache in die andere; so Sabb. zu Anfang des 6. Abschn.; Megilla 8 b, 18 s. — Sie stützen sich ferner auf den Umstand, daß ich daS Buch Sirach unter griechischen Originalwerken erwähne; unter den Ucbersetzungen konnte ich. es nicht nennen, da ich blos von denen der kanonischen Bücher spreche, zu denen eS nicht gehört. Indessen ist eS ja bekannt, daß der griechische Sirach auch manche Zusätze enthält, die also original find. Ad. 2. Sie find der Ansicht, daß meine Behauptung, der war auch ein Erklärer (»,«272) der Worte des Vortragenden, gegen Maimonides, Talm. Tora 4, 3 verstoße. Darauf habe ich zu erwidern, daß ein »,«272 weder ein nms, noch ein rpoi72, noch ein 2727372 ist, da jeder Uebersetzer mehr oder weniger vom nackten Wortlaut des Originals abgehen muß. Selbst Onkelos, der wörtlichste aller Uebersetzer, sah sich zuweilen genöthigt, zu einer, wenn auch kleinen Paraphrase seine Zuflucht zu nehmen. .Ad. 3. Sie weisen nach, daß pÄ'Yir (ohne 72 prae.