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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-03-21 · Heft 13 (21.3.1853) · p. Seite 155

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 13 (21.3.1853)
Date
1853-03-21
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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155 die sittliche und pädagogische Tüchtigkeit der Bewerber in'S Auge nehmen. K. Frankfurt aut Main, 17. Februar. In der DidaSk. liest man: Bekanntlich ist vor einigen Jahren in der israelitischen Gemeinde eine Spaltung entstanden, in Folge deren die Altgläubigen einen besondern Kultus gebildet haben. Die ihnen beizählenden Gemeindeglieder haben zu dem Behufe den Rabbiner Hirsch auS Mähren hierher berufen und sind zur Erbauung einer neuen, ihrem Kultus ausschließlich gewidmeten Synagoge vorgeschritten. Um aber auch die Jugend für eben diesen Kultus heranzubilden, wird, nach bereits ertheilter Erlaubniß des Senats, eine eigene Unterrichtsanstalt für Knaben und Mädchen hier errichtet werden. Nach einem soeben von dem Vorstande der israelitischen Religionsgesellschaft an die Mitglieder gerichteten Zirkular werden diese in Kenntniß gesetzt, daß die Schule mit dem 1. April d. I. eröffnet wird und zugleich um baldige Anmeldungen gebeten. Die Anstalt wird den Gesammtunterricht umfassen und beide Zweige, den sozialen und religiösen, mit gleichem Ernst und glei- Sorgfalt pflegen. AuS dem Herzogthum Nassau, im Februar. (Privatmitth.) Wir verspüren in unserm Lande — Gott sei Dank — noch Nichts von jener heillosen Ausschließungssucht, wie sie sich in so manchen großen und kleinen Staaten unserS weiten Vaterlandes gegen unsre Glaubensgenossenschast wieder geltend macht. Zum Beweise brauche ich nur anzuführen, daß erst vor einigen Tagen der israelitische Kultusvorsteher Herr MoseS Kirchberger von Nieder lahnstein im Rabbinatsbezirke EmS zum Gefchwornen für die gegenwärtige Sitzung der Asfisen erwählt und ernannt wurde. Auch in unserm kirchlichen Leben, welches bekanntlich seit 1842 und 1843 durch die Bestrebungen unsers BezirkSrabbinerS Di\ Hö chstädter Seitens einer hohen Landesregierung geregelt wurde, zeigt sich wieder der ruhige Fortschritt zum Guten und Bessern. Und sind eS namentlich auch kleinere Gemeinden, welche gerne Opfer bringen, um neue Synagogen zu bauen und mit deren Erbauung auch die gottesdienstliche Ordnung zeitgemäß herzustellen. So hatte die nur aus 7 Familien bestehende Gemeinde Oberlahnstein erst im vorigen Jahre eine neue Synagoge erbaut, welche am 20. November von unserm Bezirksrabbiner Dr. Hochstädler unter Chorgesang und Predigten zur zeitigen Erbauung aller Anwesenden eingeweihr wurde. Endlich können wir auch über daS israelitische Schulwesen in unserm Herzogthume erfreuliche Mittheilungen machen. Die angestellten Religionslehrer bestreben sich, in praktischer wie in theoretischer Berufsbildung immer weiter zu kommen, und dem wahrhaften Fortschritte der Zeit zu folgen; wozu namentlich im diesseitigen Rabbinate die seit 1845 eingeführten Jahreskonferenzen und der dazu gehörige Lesezirkel (Beide sind auch von Herrn Bezirksrabbiner Df. Wormser im Rabbinate Dietz sjetzt Hadamar) eingeführt) unter dem Vorsitze unsers Bezirksrabbiners Herrn vr. Hochstädter — Vieles beitragen. Dazu bildet das von dem letztgenannten Geistlichen und erprobten Schulmanne dirigirte Seminar zur Ausbildung israelitischer Religionslehrer und Vorsänger immer mehr junge Kräfte heran, welche daS begonnene Werk der zeitgemäßen Reform deS israelitischen Schul- und Synagogenwesens im Herzogthum durch eine systematische Vorbereitung für diesen heiligen Beruf rüstig vollenden helfen. Die Lösung dieser Aufgabe dürfte denselben in der Folge durch die Herausgabe des im vorigen Jahre angekündigten „Handbuches für israelitische Religionsschulen", wovon der „Praktische Lehrgang zur leichten Erlernung der biblischen Sprache" bereits unter der Presse ist, erleichtert werden; indem hier mit Recht eine methodische Behandlung des UnterrichtSgegenftandes zu erwarten ist. Preußen. Berlin, 13. März. (Privatmitth.) Weder Sie, noch Ihre Leser verlangen danach, die sich immer wiederholenden Debatten der ersten Kammer über die Ausschließung der Juden in extenso zu lesen. DaS Vernünftigste, was wir thun können, ist, sie mit Stillschweigen zu übergehen. Hat man es doch von dieser ersten Kammer nicht anders erwartet, und von den wenigen jüdischen Gemeinden, die eS für der Mühe werth hielten, überhaupt wegen der Aufrechlhalrung der verfassungsmäßigen Rechte zu petttioniren, hat sich keine einzige an die erste Kammer gewendet, sondern alle an die zweite, deren Votum ja

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