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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-03-07 · Heft 11 (7.3.1853) · p. Seite 135

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 11 (7.3.1853)
Date
1853-03-07
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
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135 Gemeinde aufgefordert, am darauffolgenden Sabbat vitt» 'b in der großen Synagoge — vor einem ungemein zahlreichen Auditorium — einen gediegenen deutschen Vortrag gehalten und durch denselben die Lissaer so begeistert, daß der Wunsch: „einen Prediger anzustellen" bald in Allen rege wurde und jetzt noch die Gemüther (wie die Zungen) auf's Lebhafteste beschäftigt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Mähren, im Februar. (Privatmitth.) Die Mobilmachung unserS Heeres durch die traurigen Unruhen in Mailand, daS jetzt nach Italien marfchirt, erregt mit Recht die Aufmerksamkeit auf dasselbe im hohen Grade. Auch die Juden sind stark darin vertreten und deren Kontingent ist größer als manchen deutschen Staates 3ten Ranges. Die Gleichberechtigung hat sich hier meist Bahn gebrochen, da hier weder Religion noch Nationalität berücksichtigt wird. Hier ist die Einheit des Staates zur vollen Wahrheit geworden. Die Oesterreichische tapfere Armee zählt eine ziemliche Zahl Offiziere jüdischer Konfession, und deren genaue Angabe wäre in jeder Hinsicht von Wichtigkeit. In den höhern Erziehungsanstalten zur Bildung der Offiziere sind auch, nach dem neuesten Ausweis vom Jahre 1852, 3 Israeliten. Die Tapferkeit der Israeliten des österreichischen Heeres in den letzten ungarischen und italienischen Kriegen hat glänzende Anerkennung gefunden. — Seit der Aufhebung der Judensteuer tragen die Juden auch die Last der Einquartierung wie die anderen Staatsbürger und man findet häufig Offiziere und Generale in den Ghetto's einquartiert. — Der statistische Ausweis von Mähren von 1852 zählt: 1043 Geburten, darunter 1 Militärgeburt, 690 Todesfälle, darunter 2 Militärs, und 495 Trauungen israelitischer Konfession. Die jüdische Bevölkerung ist daher im Zunehmen begriffen. AlS Ergänzung der literarischen Skizzen in No. 6 verdient noch hinzugefügt zu werden: vr. Goldenthals Bericht in der k. k. Akademie der Wissenschaften über die neue jüdische historische Schule, der in deren Berichte ausgenommen und auch besonders bei Braumüller erschienen ist. HerrDukeS hat auch in Wien bei seinem kurzen Aufenthalt daselbst alS Nachlese seiner rabbinischen Blumense ein Werkchen unter dem Titel:ZurSpruchkunde herausgegeben. Luzzatto'S neuestes Werk über Kabbala wurde bereits in No. 1 d. Ztg. angezeigt und besprochen. Großbritauieu. London, 25. Februar Vorm. Die erneuert eingebrachte Motion Rüssels in Betreff der Judenfrage wurde in einer Komitefitzung mit 234 gegen 205 Stimmen angenommen. (Dies ist eine so geringe Majorität (29 Stimmen), wie sie in dieser Frage im englischen Unterhause kaum noch stattfand, so daß mir Hinblick auf das Oberhaus die Sache als — durchgefallen angesehen werden kann. Wir werden mit Freuden eingestehen, daß wir uns geirrt haben. Red. d. A. Z. d. Ju d.) London, 23. Februar. Der „Globe" fordert alle liberalen Unterhausmitglieder auf, morgen Abend auf ihrem Posten zu sein, da man hört, daß die Opposition der Judenemanzipationsbill gleich im ersten Stadium mit aller Macht entgegentreten will. (WaS sie auch gethan!) — „Morning Chronicle" bringt eine Mahnung an d'JSraeli, dem Volke seiner Abstammung für das er mit begeisterter Feder gefochten, heute Abend nicht den Rücken zu kehren. Wenn d'JSraeli auS Kriecherei gegen die TorieS seine intimsten Ueberzeugungen mir Füßen trete, so werde er den letzten Anspruch auf die Achtung der Welt verwirken. Belgien. Brüssel, 22. Februar. (Privatmitth.) Bei der Feier deS Geburtstags Sr. Maj. des Königs der Belgier in der Hauptkirche zu Tournay im Henegaufchen stellte sich, wie in früheren Jahren, auch der Oberlehrer deS Gymnasiums mit seinen Schülern ein, ward aber im Namen des Pfarrers abgewiesen und mußte sich bequemen unter der Menge Platz zu suchen, während ihm früher, wie den Lehrern der geistlichen Schulen, eine besondere Stelle im Chor angewiesen war. Auf die Anklage bei der Ortsbehörde berief der Pfarrer sich auf den Befehl deS Bischofs, zufolge welchem, seitdem das Gymnasium nicht mehr unter direkter geistlicher, sondern unter der städtischen Aufsicht stehe, dem Lehrer jene frühere Auszeichnung nicht

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