Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 11 (7.3.1853)
- Date
- 1853-03-07
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
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132 fdje, vor Allem eine Volkssache ist („Volk" im edel- . dadurch irre machen lassen, daß hin und wieder einmal sten Sinne genommen) und diejenigen Gebräuche und eine Gesellschaft einen „kuriosen Kerl" duldet, der Gesetze in ihrem Privatleben mit Füßen treten, die! bei Tische fitzt, ohne WarmeS zu essen, der bei einem einmal als die rezipirten und verständlichen Symbole! etwanigen Happen Brod erst den Hut aufsetzt u. s. w. derjenigen Lehrer gelten, die fie doch von der Kanzel! DaS kann 1 mal unter 20,000 pasfiren, z. B. wenn verkünden. Ein Evangelium, das nur den Reichen I der Mann besonders reich oder gelehrt oder bejahrt gepredigt wird, ist eben gar keines. Aber wenigstens! ist, im Allgemeinen aber wird das nie angehen. Thut sind diese Herren unmaSkirt. WaS soll man aber zu I dem Manne noch so viel Ehre, weift ihm mit seiner den Gegenüberstehenden sagen, die sich um jede Milbe I Frau den Platz auf dem Sopha an — ja, er wird im Obst quälen, die mit ihren spezifisch jüdischen Sit-! ihn für diesmal ablehnen weil-ja er wird Hilfe ten kokettiren, aber gar nicht blöde find, wenn eS gilt, rufen, um feine Frau, die dicht neben ihm in den die spezifisch christliche Stellung eines Herrn Pfar-! Rinnstein gefallen ist (ich habe das einmal mit anrerS oder gar eines Superintendenten anzunehmen, gesehen) wieder aufzuheben. Ihr ladet ihn zum Whist Zhr Herren, haben sich euere „geschichtlichen" Vor- — heute geht das nicht — zu einer musikalischen gänger im vorigen Jahrhundert je irgend eine Auto- Soiree — nein, es ist in den 9 Tagen — zu einer rität über Schulen und Unterricht angemaßt? Hat gemeinschaftlichen Spazierfahrt — er fährt heute nicht, man fie je von „Seelsorge", vom „Traualtar", von Ihr seid Naturforscher — nein, er faßt kein Scherez „Einweihungen", von „Einsegnungen" reden hören? an, keinen Kadaver. Ihr schenkt ihm eine schöne DaS find Dinge, die könnt ihr den christlichen Be-! Marmorbüste, er schlägt ihr die Nase ab. — DaS Hörden wol weiß machen, aber nicht den Veteranen! aber find keine Kleinigkeiten, daS find die BestanddeS Aufklärungskampfes. Geschichtlich? o warum I theile des wirklichen Lebens, daS seine Forderungen, nicht? man darf ja nur die fette Kalbsbrust und den! und die will man in Schwerin zum Schweigen brinrechten Lendenbraten der Aharoniden auf eure Manier! gen, durch einen „geschichtlichen" Oberrabbiner! Wolsymbolifiren. Doch nein: seid „geschichtlich", fanget! an, wir können einen Kandidaten rekommandiren, der an, wo jene vor 68 Jahren stehen blieben: bei dem! im vorigen Jahre hier öffentlich und gewiß höchst ge- Bann (Cherem) gegen die deutsche Bibelübersetzung! schichtlich am Sabbat in der Predigt verkündet hat, MoseS Mendelssohns! Nur zu! ES wird nicht an I wie viel mal General Szißra, der Stammvater Akijudenfreundlichen Leuten fehlen, die euch darin un-! ba'S, zufolge deS Kara, nafal ic.-doch eS geht terstützen!! nicht, eS ist nicht möglich in dieser ungeschichtlichen ES wäre überhaupt einmal an der Zeit, einer von 1 Judenzeitung zu schreiben, waS der „geschichtliche" den jetzigen — dem Stein sei'S geklagt — philosophi- I Herr Prediger beim Gottesdienste salbungsvoll schen Rabbinern und Rabbinanden sorgfältig gepfleg- I vorgetragen hat. ten und verbreiteten-Unrichtigkeit zu wider- Die hiesige deutsch-katholische Gemeinde ist aufsprechen, die hieher gehört, weil man nicht vergessen I gelöst und so werden denn die jüdischen Hospitanten soll, daß daS rabbinifche Judenthum 613 Gebote hat, I derselben (angeschloffen haben sich keine) wieder zu von denen das Kirchengehen nur 1, doch waS sage! unserm, zwar ungeschichtlichen, doch allgemein verich, auch daS nicht einmal, ist. Bleiben noch immer! breiteten aufgeklärten Judenthume zurückkehren müssen. 612 + 1 zurück. Diese — — Unrichtigkeit I Die Art wie dies geschah, und wie also der unauSheißt: man könne als rabbinisch frommer I bleiblichen Selbstauslösung vorgebeugt ward, scheint Jude dennoch ganz gehörig mit aller umge-! nicht ganz gesetzmäßig, da fie von einer lutherischen benden Welt leben! 'DaS ist aber auch ganz de-! Kirchenbehörde (den Sechzigern) auSging, die mithin stimmt nicht der Fall. Nehmen wir auch die schar-! ebenfalls in ftemden Religionsangelegenheiten entfen Sabbats- und Trauergesetze als geschäftliche Be-! schieden. Die am letzten NeujahrStage dort gehaltene Hinderungen als überwunden an, setzen wir, der Mann! Predigt „über die Bedeutung der fteien Gemeinden hat eine Karriere gewählt, bei welchem er mit eini-! in unserer Zeit ist von einer fabelhaften Naivetät. ger Täuschung feiner selbst und der Welt alle seine! Sie sagt etwa: wir haben unS von dem Glauben Ferien beobachten kann, so dürfen wir unS doch nicht I loSgesagt und der Vernunft zugewendet. Die Gläu-