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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-02-28 · Heft 10 (28.2.1853) · p. Seite 127

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 10 (28.2.1853)
Date
1853-02-28
Page
Seite 127 (sequence 11)
Language
German
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1*7 Werk von Menschenhand gemacht, daist einder Götzenbilder der ungläubigen Riesen, von denen der Prophet — Friede sei mit ihm — sagt, daß fie höher seien, als der schlankste Dattelbaum'." Welchen hohen Grad der Ausbildung die Kunst in der Behandlung de- Metalls erlangt haben mußte, dafür kann schon der kleine Bronzelöwe im Louvre Zeugniß geben, der gleichfalls von Botta in Khorsabad gefunden wurde. Die zierliche Schönheit der Elfenbeingeräthe, die im britischen Museum anfbewahrt werden, wird höchlichst gerühmt. ES ist ein Triumph der Naturkunde unscrer Zeit, daß eS den englischen Chemikern gelang, diesen Geräthen, deren Material von allem Leimstoff verlassen zerbröckelte und in Staub zu zerfallen drohte, durch einen ingeniösen chemischen Prozeß jenen Bindestoff wiedcrzugeben, und die bei der bloßen Berührung der Luft in Stücke zerfallenden 3000jährigen Geräthe so herzustellen, als ob das Elfenbein eben erst des Drechslers Werkstätte verlassen hätte. DaS Material der Skulpturen ist theils Alabaster, theilS ein brauner oder hvchgelber Kalkstein, aber auch Basalt und Marmorarten finden fich angewendet. DaS Material der inneren Mauern der Bauten ist Backstein, an der Sonne getrocknet. Und wie die Griechen ihre Tempel durch einen Unterbau (Stercobat) von der Erde absonderten, so find auch diese architektonischen Monumente der Assyrer auf einer grandiosen Plattform von in der Sonne getrockneten Backsteinen erbaut, welche fich 30 bis 40 Fuß über der Bodenfläche erhob. Aus diese kolossalen künstlichen Flächen stellten fie ihre Monumente hin. Als die Zerstörung hereinbrach, stürzten die oberen Mauern nieder auf diese Plattform und wurden sammt derselben im Laufe der Jahrhunderte begraben unter der Vegetation des anwachsenden Schuttes und unter den Staub- und Sandmassen, die die heißen Sommerwinde über fie hinführten, bis das Ganze dieser riefigen Tempelpaläste zu Hügeln und Bergen wurde, an denen über zwei Jahrtausende lang Griechen und Römer, Araber und wandernde Reisende des Abendlandes vorübergeg«ngen, nicht ahnend, daß unter diesen Hügeln, wo der Löwe der Wüste seine Höhle fand, die Pracht und Majestät der ältesten Kulturvölker ihrer Auferstehung für die Museen deS fernen Abendlandes entgegenschlummerte. Ltterarrscke Nachrichten. Dtagdeburg, im Februar. (Grammatik.) AuS der hebräischen Grammatik. Eine Anleitung zum grammatischen Verständnisse der Heiligen Schrift. Zunächst für den Gebrauch der israelitischen Schüler an den prager k. k. Gymnasien und Realschulen. Don vr. I. B. Lo- «ositz. Prag, 1852. Der Titel und daS Vorwort geben genau, was wir von diesem Schriftchen (48 S.) zu erwarten haben, und was eS allerdings sehr wohl erfüllt, und zum Schulgebrauche sehr geeignet macht, ES sollte nur daS nothwendigste grammatikalische Material zur Aneignung in der möglich kürzesten Zeit geben, und eruröglichen, bei der geringen Befähigung zu tieferer grammatikalischer Auffassung, wie fie in dem Alter gewöhnlich ist, während dessen jüdischer Religionsunterricht ertbeilt wird, oder bei der geringen Zeit, die auf diesen, und in dieser auf daS Erlernen de- Hebräischen verwendet wird, doch ein grammatikalisches Verständniß der Formen der Schriftsprache zu erlangen. Hierbei kommt eS dem insonders auf zwei Dinge an: I) daß nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig gegeben wird, 2) daß der Ausdruck klar, einfach, aber vor Kürze nicht dunkel ist. ' Wir können nun in beiden Beziehungen daS Schriftchen nur loben, und zum Gebrauche für den gedachten Zweck bei Schul- und Privatunterricht empfehlen. ES versteht fich, daß wir hier und da Etwaanders wünschten, und bemerken wir z. D. daß bei einer zweiten Auflage wol Etwas über daS Adjektiv, wenn eS präerkativ oder attributiv steht, gegeben werden sollte, und ganz besonders, daß der Ausdruck lieber mit etwamehr Worten, aber, namentlich für die Jugend, verständlicher sein sollte. Leipzig, Ende Februar. Soeben wird die 23ste Lieferung de- Hl. Bandes de- BibelwerkeS von Philip p so n ausgegeben. Sie enthält daS 12te Kapsel deS DucheS Danijel, die Einleitung zu diesem schwierigen Buche, so wie die ersten 7 Kapitel deS B. Efra. Wir können in dieser Lieferung wol auf die gedachte Einleitung aufmerksam machen, die in ihren Resultaten weitab von den Ansichten der neueren Bearbeitungen Danijel'S. sowol v. Lengerke'S, als Hävernick'S und Hengstenbrrg'S liegt. Mit Recht hat eine Kritik der letzteren Werke diesen den Vorwurf gemacht, daß fie zu sehr von Voraussetzungen auSgehen und nur äußere Gründe berücksichtigen, während fie an innere Gründe, die in der Tiefe der Sache liegen, nicht denken. Diese Klippe suchte

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