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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-02-28 · Heft 10 (28.2.1853) · p. Seite 123

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 10 (28.2.1853)
Date
1853-02-28
Page
Seite 123 (sequence 7)
Language
German
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123 und daß dahingen bei dem bis jetzt eingehaltenen allmäligen Fortschreiten, dem auch die orthodoxesten Mitglieder nicht entgegen wären, daS gewünschte Ziel, ob auch langsamer, doch sicherer zu errreichen sei. Einen dritten Bericht erstattete der Vorsteher Dr. Arnhold. Er betras die nothwendig gewordene Abänderung einiger statuarischer Bestimmungen. Bei Errichtung des Statuts im Jahre 1849 mußte es nämlich, in Hinblick auf die damalige Verfassung, jedem Israeliten freigestellt bleiben, ob er der KultuSgemeinde beitreten wollte oder nicht. Durch die neuere Gesetzgebung wird nun aber bestimmt, daß jeder LandeSangehörige, der sich zum Judenthume bekennt, selbstverstanden der Gemeinde seines Wohnortes angehört und zu den Lasten derselben beizutragen hat. Dieser und ähnliche Paragraphen des Statuts waren daher nothwendig zu modifiziren. Den Schluß der Tagesordnung bildeten die statutenmäßigen Neuwahlen. Die ausscheidenden Mitglieder deS Vorstandskollegiums, namentlich die Herren A. Meyer, A. Sonnenrhal und W. Wolfsohn wurden jedoch sämmtlich mit überwiegender Stimmenmehrheit wieder gewählt, und die Gemeinde beurkundete hierin, wie in der That seit mehreren Jahren in allen sie betreffenden Angelegenheiten, einen Sinn der Eintracht und Uebereinstimmung, welcher für daS künftige Gedeihen derselben zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Großbritarneu. London, im Februar. Die Regierung hat nun durch Lord John Rüssel die Absicht kund gegeben, am 24. b. ein Komite deS ganzen HauseS zur Erwägung der JudenemanzipationSfrage zu beantragen. (Beifall.) Die Organe des abgetretenen Ministeriums, also d'Jsraeli'S, die kost und llerslä, sind wüchend hierüber. —. ES liegt uns nun eine ganze Reihe von Nummern des hebr. Observer vor, aber wir find von unserm ersten Urtheil noch nicht zurückgekommen: keine Zeile originaler und interessanter Mittheilungen auf jüdischem Gebiete. Wenn also für das Judenthum der Observer nichts NeueS schafft, das seine Nothwendigkeit neben dem Jew. Chron. irgendwie erwiese, dessen Kräfte er aber schwächt, so ist er vielleicht nützlich als Vertreter deS Judenthums in dem allgemeinpolitischen Theile? Aber hier ist es gerade, wogegen wir protestiren möchten. Die Juden haben keine spezifische politische Ueberzeugung; sie hangen individuell den verschiedensten politischen Parteien nach ihrer individuellen Anschauung an ebenso wie dies die Bekenner aller anderen Religionen thun. Und daS Judenthum? Es ist wahr, daß in der Lehre Mosis bestimmte Grundsätze der menschlichen Gesellschaft niedergelegt sind, Grundsätze, die ebenso7erhaben und heilig sind, wie die von ihr verkündeten Moralgesetze-, denn die Lehre Mosis macht keinen Unterschied zwischen Moral und Gesellschaft — aber waS haben diese mit den Neuigkeiten und Strömungen des TageS zu thun? Sicher entwickelt sich die menschliche Gesellschaft diesen Grundsätzen immer mehr zu — aber nur in den großen Zügen der Geschichte können wir dies erkennen, nicht in den kleinen Fakten des TageS. ES ist demnach eine Vertretung sowol der Juden als deS JudenrhumS auf a l l g e m e in - politischem Gebiete nicht möglich, und tritt irgend eine als Solche auf und will sich als Solche geriren, so müssen wir dies von vorn herein zurückweisen und die Solidarität mit ihr ablehnen. Red. d. A. Z. d. Jud. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Pantheismus und Judenthum. Von A. Schnriedl, Rabbiner zu Proßnitz. (Schluß.) Es ist vollkommen wahr, baß ich jenen Satz ■m» a-'pVN.m raaw ,?aarrt) ausgesprochen; ich wiederhole denselben und berufe mich dabei auf daS Kapitel 147 in den Psalmen Davids. Denn waS die Volkssprache gewöhnlich unter dem Ausdrucke Natur versteht, nämlich die schaffende, wirkende, AlleS treibende und bewegende Kraft in dem Universum, daS nenne ich — Gott. Gott — und nicht die Natur — macht den Wind wehen, die Blume blühen, den Regen auf die Erde fall n. Natur giebt es eigentlich gar keine, sondern nur eine allenthalben wirkende, schaffende und sich manifestircnde Gottheit. Daher wohlgemerkt! (r:oa a-nin'' aa-arrr ian irT>:72787a iTOfinn np'W «in«) daher bestand auch

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