Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 9 (21.2.1853)
- Date
- 1853-02-21
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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darf aber unseren neuzuerrichtenden Schulbibliotheken nicht fehlen, sollte ihnen wenigstens nicht fehlen dürfen. Der Unterzeichnete glaubt daher im Sinne aller derjenigen, welche sich für die Schulbibliotheken intereffiren, zu sprechen, wenn er hier den Wunsch äußert, daß der Herr Redakteur sich recht bald in der Lage sehen möchte, eine neue Auflage seines „Sarons" im Interesse der Schulbibliotheken zu besorgen« Bon der Liebe desselben für daS Schulwesen, so wie von seiner bekannten Opferwilligkeit darf erwartet werden, daß derselbe die dem Unternehmen etwa von seiner Seite entgegenstehenden Hindernisse und Bedenklichkeiten zu beseitigen sich bestreben wird. Laßt unS, ihr Kollegen, ihm aufmunternd vorangehen, und eine Subskription auf dieses herrliche Werk eröffnen; kein Lehrer darf, keiner, hoffentlich, wird sich von diesem Unternehmen ausschließen. R. Wolfsdorf, Lehrer. Nachbemerkung derRedaktion. HerrWolfSdorf halle durch mich ein Eremplar des „Saron" für seine Schulbibliothek gewünscht. Zch konnte dem, wie mehrerer Anderer Wünschen in der letztem Zeit nicht genügen, da vom „Saron" kein einziges Eremplar mehr zu haben ist. Allerdings würde ich mich entschließen, bald eine neue Auflage zu veranstalten, besonders dieselbe durch einen dritten Band zu vermehren, in welchem auch die in dieser Zeitung nur bruchstücksweise mitgetheilten Arbeiten vollständig gegeben würden, wenn ich hierzu besondere Aufmunterung durch Subskriptionen der, von Herrn W. angegebenen Art erhielte. Ich verpflichte mich dann, dafür zu sorgen, daß die Subskribenten die neue Auflage in drei Bänden für den bisherigen Ladenpreis von zwei Thalem preuß. Krt. und der Sammler je das 6re Eremplar frei erhielten.*) Dr. Ludwig Pyilippson. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 6. Februar. (Privatmitth.) Mehr und mehr ipricht sich der Wunsch aus, eS möge eine ifrae- *) Allerdings halte auch ich den „Saron", abgesehen von anderen Zwecken, sür jüdische Schulbüliothrken für unenrbehrlich. Um dem. dem das Werk unbekannt ist, deutlicher zu sein, bemerke ich, daß es meine gesammelten Dichtungen in prosaischer und metrischer Form entbält, so wie die „Marannen" meines BrudcrS. Dr. Phil. litifche Volksschule errichtet werden. ES ist in neuerer Zeit so viel von Seiten des h. Unterrichtsministeriums für die Schulen geschehen, aber was nützt eS, wenn die Leute es nicht verstehen. Die Israeliten glauben nun, eine Volksschule von Juden geleitet und geführt dürste bessere Früchte bringen. Indessen ist wol nicht zu gewärtigen, daß bas Vorurtheil, das dagegen herrscht, so bald gebrochen sein wird. Mit Vergnügen berichte ich Ihnen, daß der hiesige Bürgermeister Herr Dr. Ritter v. Seiltet üiel für das Wohl der Juden wirkt. Er ist eS zumeist, der die Stimmen, die durch Rücksichten den Juden die Zuständigkeit verweigern wollen, zum Schweigen bringt. Noch will ich Ihnen von einer Reform melden. Im Tempel hat man heuer aufgehört die Selichot trosi« zu sagen. Freilich wissen wenige Leute von dieser Reform, denn an Wochentagen ist der Tempel nur von sehr Wenigen besucht. Prag, im Februar. (Privatmitth.) Den 16. v. M. hat die Tempelgemeinde eine Generalversammlung abgehalten; Zweck derselben war: 1) Berathung neuausgearbeiteter Statuten, 2) Wahl eines neuen Vorstandes. Der vorgelegte Statutenentwurf ist provisorisch auf ein Jahr angenommen worden, aber auch dies nur unter der Bedingung, daß der neuzuwählende Vorstand mit Zuziehung des Ausschusses den betreffenden Entwurf in konservativem Sinne modifizire. Mit der Wahl deS Vorstandes wie deS Ausschusses hat man alle Ursache zufrieden zu sein. Gewählt sind die Herren AngeluS PorgeS und Jof. Pollak zu dirigirenden Vorstehern, Herr Dav. Fische! zum Kassier, und Herr Stadtrath B. Frankel zum Sekretär. Auch der Ausschuß zählt wackere Männer in seiner Mitte. Bereits hat der Vorstand mit dem Ausschüsse mehrere Sitzungen gehalten, worin die erwähnten Modifikation vorgenommen worden sind. DaS konservative Element ist vorherrschend, doch dem gemäßigten Fortschritt keineswegs abhold. Was das leitende Komue betrifft, so fand eigentlich nur eine Widerwahl statt, denn die Herren saßen bereits früher im Vorstand, namentlich hat der wackere Herr A. PorgeS in letzterer Zeit die Last der Verwaltung auf seinen GreiseSschultern ganz allein getra- ' gen. UedrigenS war die Generalversammlung schwach