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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-02-14 · Heft 8 (14.2.1853) · p. Seite 97

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 8 (14.2.1853)
Date
1853-02-14
Page
Seite 97 (sequence 9)
Language
German
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Ö7 der heiligen Schrift dringen. Welch ein Nutzen also für unsere Schulen, für die Hebung unserer Schulen in religiöser Beziehung, wenn die Lehrer ein kleines Bild dessen, was sie unterrichten sollen, in ihrem Innern tragen! Da fällt das leere Nachsagen des von den Kindern oft nicht Verstandenen selbstredend weg, eben weil sie das wahrhaft begreifen und verstehen lernen, wovon der Lehrer auch selbst klar und überzeugend durchdrungen ist. Hast du, sagt ein berühmter Mann, den Gedanken einmal richtig und klar ergriffen, dann drücke ihn selbst aus, wie du willst, du bist sicher, daß du ihn immer richtig ausdrücken wirst. DaS ist unumstößlich wahr. Nun denn, Kollegen, die Ihr daS Werk noch nicht besitzet, schaffet eS Euch zu Eurer eignen Fort- und Weiterbildung an! Es bietet nicht allein für die Schulen großen Nutzen dar, sondern eignet sich auch ganz besonders Vorträge daraus zu halten in den bei unö noch in vielen Orten üblichen rii^QN. Welch eine Fundgrube bieten hierzu nicht die fünf Bücher M., die Psalmen, Zjob u. s. w. dar! „Aber", werden Viele sagen, „das Werk kostet viel Geld für den wol selten gut gestellten jüdischen Lehrer." Allerdings, ohne Bezug auf das Werk, ist das für den in finanzieller Beziehung gewöhnlich schlecht gestellten jüdischen Lehrer eine große Summe — „viel Geld", daS gebe ich gern zu. Und dennoch ftage ich Solche mit einiger Verwunderung: Warum gebet Ihr denn den letzten Silbergroscheu für Romane, seichte, kaum für den Augenblick interesfirende Romane aus — und für ein Werk, daS neben den Ansichten des Verfassers die besten Erklärungen von anerkannten großen Kommentatoren enthält, ein Werk, das Euch stets mehr und mehr Nutzen bringt, um die heilige Schrift gründlicher zu verstehen und mit mehr Wärme den Kindern an's Herz legen — für ein solches Werk habt Ihr kein Geld?! Leget also die Groschen zusammen und schaffet es Euch an! Ihr erhaltet eS ja als Lehrer ausnahmsweise mit 33 '/s °/e Rabbat. Ich fühle mich überzeugt, daß diejenigen, welche es sich in Folge Dieses anschaffen, mir für den gegebenen Wink Dank wissen werden. I. Goldstein, Lehrer in Anrath.*) *) Ich bin es Herrn G old st ein schuldig, zu bemerken, daß er mir die obige „Aufforderung an die Lehrer" anonym zusandte, um in keiner Beziehung zudringlich zu erscheinen und ganz aus dem Herzen sprechen zu können. Ich wollte aber dieselbe ohne NamenSunterschrist nicht abdrucken lassen, um jeder Verdächtigung zu entgehen. vr. Philipps»«. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die Ninevemonnmeute. Nachdem lange Zeit die fortschreitende Sprachkunde zur Forschung und Erläuterung in den heiligen Schriften der Bibel, zur Aufhellung dunkler Stellen, ja selbst zu Handhaben der Kritik diente: eröffnete sich eine neue, höchst ergiebige Quelle in den Sitten- und ethnographischen Schilderungen der Reifenden aus dem Morgenlande, und endlich in der Erforschung der cgyprischen und vorder- und innerasiatiatischen monumentalen Reste. Es ist merkwürdig, wie schlagend oft die Wahrheit biblischer Nachrichten und Bemerkungen durch diese Entdeckungen nachzewiesen werden, wie oft die Kritik, welche auf, von ihr selbst vorausgesetzte Verneinungen fußte, beschämt einen Rückzug antretcn mußte. So insonderS in Egypten seit jenem, von Gelehrten begleiteten Kriegszuge Bonaparte'S dahin. So jetzt in Nineve, in jenem uralten Nineve, dessen Könige mit Abraham gleichzeitig, blühcten, dessen Ueberreste „schon unter Schutt und Trümmer begraben lagen, als die Bewohner der Siebenhüzelstadt (Rom) sich noch mit ihren nächsten Grenznachbaren herumschlugen, dessen Dlüthezeit weit über die sagenhafte Zeit des trojanischen Krieges hinausreicht!" Ein Blick in diese an Umfang, Pracht und Schönheit außerordentlichen Trümmer, und z. B. jener von der neuern Kritik so oft geltend gemachte Grund, zu Mosche's Zeit habe man noch gar nicht so viel schreiben können und so viel Schreibmaterialien gehabt, muß als lächerlich aufgegeben werden. (S. unser Bibelwerk Bd. I. S. XXV.) Jenes uralte Nineve, das Aschur gebaut (f. 1 Mos. 10, 11. und in unsr. Bib. S. 45 die verschiedenen Meinungen über diese Stelle), drei Tagereisen lang (s. H. S. 1429), es lieget jetzt aufgedeckt in einer Trümmermasse, welche über alle Vermuthung hinausreicht. Wir halten es daher für, unseren Lesern interessant genug, aus einem schönen Bericht Adolf Stahr's im „deutschen Museum" von Prutz und Wolfsohn, der, fteilich schon 1851 geschrieben, uns jetzt erst in die Hände fiel, einige Auszüge zu lesen. Redakt. d. A. Z. d. Jud. Diese Entdeckungen sind so zu sagen von gestern. Der Engländer Rich, Resident der ostindischen Kompagnie zu Bagdad, war der Erste, der vor etwa 30 Jahren bei einer Reise nach Kurdistan zu Mosul einige Bruchstücke von Ziegelsteinen mit Keilschrift beschrieben und ähnliches kleine Getrümmer sammelte, das an der Stätte, wo man 8*

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