Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 7 (7.2.1853)
- Date
- 1853-02-07
- Page
- Seite 86 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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86 fahrung wissen, daß bei unS Amerikanern der bloße „philosophische Kritizismus" und die bloße „literaturhistorische Notizensammlung" kein Glück macht, sondern daß in ReligionSsachen der echte religiöse Geist allein gewinnt, und anders als eine Religionsgeschichte ist die israelitische Geschichte nicht, denn anders als Religionsvolk interesfirt Israel nicht. Herr Wise mag daran denken, daß Di*. Josts Werke unsterbliches Verdienst haben, weil sie daS Materiale unserer Geschichte zum ersten Male fichteten und verständig ordneten, daß aber ein neueres Werk hierbei nicht stehen bleiben dürfe, sondern auch eine geschichtlich-geistige Verarbeitung bringen muß. Diese Bemerkungen wird Herr Wise ficher nicht aus feindseligem Geiste geflossen erachten. Wir müssen ihn aber auffordern, lieber erst eine tüchtige Einleitung in sein GeschichtSwerk, und seien eS nur zwei Vogen, zu veröffentlichen, um Styl und Geist beurtheilen zu können; im andern Falle sich aber nicht zu beklagen, wenn er auf diese kurze SubskriptionSeinladung so wenig Abonnenten finden wird. SOfctgbeÜlirft, 14. Januar. Neue Ausgaben alter Schriften. zianp oan nsa msi *nns2 “iso bfim»*» pN "’2’n *ona pme rrab nab sma arrrnbiaa baai aaannm a!r>m«*,a partai a-'bis'n’n mbpsjarr — *,3,'0 *ini *>3B n*>2*j "»rin maa — — MSb a*>-,a«3N .BTiaatm a-citam nmosw rvnam ann rnb’baa a^eusasn a-pnim a-ran •caan ma^aan pn a^bcrr’ poiNa iT8-i?7 nap pnotai — '«aa^aa i»La'> rca* ■»a-io — .irnaan *p2«m nai«dr*i osna .or’rso -nrrb ifiranars nanprraa •pptais B*nxaa matai -raa ■psan "»rasa «saa -nvdra ab nara utn apan *(a **pNa ^>*!N2N *>'b b'r bbi» pa pNL*> 'a riiai riivoina n*»3» Oman «''L-'aii naa yams pabsns a->*>n •’aat 'pn ■»t» b* a^ini^a a-'O-iaaipa .2ia p STN Berlin, 1852. Zu beziehen durch A. Asher und Comp. — Dieses alte, gründliche und ausführliche Werk über alle im h. Lande, in Jerusalem und im Tem pel zu vollziehenden Ritualien, über Gewichte, Maaße, Münzen, über die Kutthäer und Sadduzäer, über Zeitrechnung, namentlich der Brachjahre u. s. w., erscheint hier durch die rastlosen und aufopfernden Bemühungen des Herrn Edelmann in einer zweiten, nach Handschriften der Bodlejanischen Bibliothek korrigirten, mit Einlei tung nnd Anmerkungen bereicherten, in der typographi schen Ausstattung sehr schönen Ausgabe. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Zw olle (Holland), im Januar. Während der drei letzten Jahre ist gegen den deutschen Rabbiner vr. Fränkel ein Verfolgungskampf in den Niederlanden geführt worden, der vielleicht in den jüdischen Annalen keine Parallele hat, und der um so beklagenswerther und verwerflicher ist, als in ihm auch daS blödeste Auge ein Netz erblicken muß, gesponnen aus dem gröbsten Lug- und Truggewebe. Wir haben aber keineswegs die Abficht, diesen mittelalterlichen Kreuzzug gegen einen frommen und unbescholtenen Rabbi in diesem geschätzten Blatte mitzutheilen, nicht einmal die Beweggründe dazu anzugeben, da wir einerseits befiirchten müßten, den uns gestatteten Raum zu überschreiten und anderseits etwas Ueberfiüsfiges zu thun, indem diese chronique scandaleuse auch in Deutschland beinahe zur allgemeinen Kenntniß gelangt ist. Dahingegen glauben und hoffen wir dem lesenden Publikum keinen unangenehmen Dienst zu erweisen, wenn wir die feierliche Installation des erwähnten Rabbiners in wenigen Zügen darzustellen uns erlauben. Als die Nachricht vom Kultusminister bei dem israelitischen Konsistorium der Provinz Oberyffel eingetroffen war, daß die Wahl deS vr. Fränkel als Oberrabbiner die Bestätigung Sr. Maj. des Königs der Niederlande erlangt habe, verbreitete sich dieselbe wie ein Lauffeuer von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf in diesem Rabbinatssprengel. Wir vermögen die Freude nicht zu schildern, welche die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches zuwege brachte. Man weiß in der Thal nicht, ob man dieses allgemeine Triumphgefühl lediglich der Sympathie für diesen Mann, der so andauernd und so unschuldig verfolgt worden, oder der Erkenntniß, daß eS ein großes Glück sei, einen so ausgezeichneten Geistlichen als künftigen Religionslehrer und Moralprediger zu bekommen, zuschreiben soll. Mit der lebhaftesten Ungeduld harrte man nun der Festsetzung des TageS, an welchem das hirtliche Oberhaupt hier ankommen solle, und als endlich der 30. Dezember v. I. dazu anberaumt war, da wuchs die Sehnsucht in dem Maaße, in welchem die Zwischenzeit bis dahin zu Ende lief. Der Tag erschien. Schon deS Morgens früh wandelten Israeliten, sabbatlich gekleidet, in einzelnen Gruppen die Straßen auf und ab. vr. Fränkel sollte in Weihe, einem drei Stunden von hier gelegenen Orte, ankommen, waö er laut Absprache durch ei-