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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-02-07 · Heft 7 (7.2.1853) · p. Seite 85

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 7 (7.2.1853)
Date
1853-02-07
Page
Seite 85 (sequence 9)
Language
German
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85 sende Bibelverse oder angemessene Gesänge fester ein. Daß hier jedoch noch andere Seiten des göttlichen Wesens („Gott ist einzig, ewig, unendlich, allweise") herangezogen werden, ist uni so weniger zu rechtfertigen, als an anderen passenderen Stellen sich hinreichende Gelegenheit bietet, das Versäumte nachzuholen. Sogar die Heiligkeit des Sabbats würde ich hier nur andeuten, das Genauere später bei den 10 Geboten oder, wie die Vers, selbst gethan, in No. 35 entwickeln. Noch darf ich den Herren Vers, wol einige praktische Winke nicht vorenthalten. Was zunächst den deutschen Ausdruck deS Tcrtes und der Bibelverse betrifft, so find offenbar die Uebcrtragungen Mendelssohns und seiner Schüler zum Grunde gelegt; daß aber diese Uebersetzungcn — denen nicht das gebührende Verdienst ihrer Zeit verkümmert werden soll — in keiner Weise uns mehr genügen, bedarf keines Beweises, und welche Unannehmlichkeit daraus entspringt, wenn die Kinder beim Uebersetzen der Bibel aus der Ursprache die alten Freunde kaum wieder erkennen, weil fie die Verse in doppelter Form zu lernen genöthigt werden, leuchtet jedem Lehrer ohne Weiteres ein. Bei der Schreibung der Eigennamen scheint vorzugsweise die im Deutschen seit Luther übliche Orthographie angewandt zu sein; indessen ist keine durchgreifende Konsequenz zu erkennen. Abgesehen von dem latinifirenden Genitiv Mosis, der üblichen falschen Schreibung Israel statt Israel, Amri statt Omri*), findet fich Gamorah für Gomorrah, Therach für Thara, Menasse für Manasse, Chiram für Hiram u. m. dgl. neben Sinear, Bethlehem, Mosch, Rebekka, Zsai u. s. w. Eine dem Hebräischen möglichst fich auschließende Form würde ich unbedingt vorziehen. Wenn außerdem richtig die beiden Namen Abram und Abraham der Zeit nach unterschieden werden, so wäre in gleicher Weise Sarai und Sarah zu trennen. Mögen die fleißigen Herren Verfasser diese Ausstellungen nur als Beweis des Interesses ansehen, mit dem ich ihre „Erzählungen" gelesen habe, und möge die Aufnahme dieser zweiten Auflage der wohlthuenden Wänne entsprechen, welche jede Zeile des Briefes durchdringt! E. Netv-Aork, im Januar. Herr Isaak M. Wise in Albany hat ein Programm zur Herausgabe einer historx ok the israelitish ostion, from the earliest period *) Aus dem '’U/jßQi der XXX. to the present time (Geschichte der israelitischen Nation von der ältesten bis zur Jetztzeit) hinausgegeben. Aufrichtig schreibt er „koundeä on Dr. J. M. Jost“ und erklärt, daß das Geschichtswerk Jost's die Bafis seines Werkes sein werde, indem er zugleich bekennt, daß eS ihm nicht um die geistliche Seite, sondern um die politische Geschichte der Nation, die Jurisprudenz, die politischen Parteien, die Literaturgeschichte rc. derselben zu thun sei; er verheißt sein Werk gehalten „in einem Geiste von philosophischem Kritizismus". Da nun Josts Werk nur bis 1832 gehe (aber Jost hat es ja bis zur neuesten Zeit drtgeführt!) und da er die Arbeiten der neuern deutschen Gelehrten benutzen wolle, so werde sein Werk vollständiger sein. Das Werk soll 2 oder 3 Bände zu 600 Seiten Oktav fassen (2 oder 3 Bände, dann hat der Vers, wol schon wenig fertig, daß es nicht genauer zu überschlagen!), der Band zu 2 Dollars. Wenn die Hälfte der Kosten durch Subskription gedeckt ist, soll daS Werk erscheinen. Wir gestehen, daß diese Subskriptionseinladung unS das lebhafteste Interesse einflößt, und als die erste wirkliche Regung der amerikanisch-jüdischen Presse in einem umfassenden Werke sehr zu achten ist. Aber eben so offen gestehen wir, daß uns das Programm selbst viele Bedenken einflößt. Denn abgesehen davon, daß es sehr kühl, fast kahl geschrieben ist und den Standpunkt des Verfassers nur so allgemein angiebt, wie eS in einer Aufforderung zu einem so theuern Werke nicht genügt: so kann der versprochene „philosophische Kritizismus" (heißt dies „Kanrische Philosophie" oder „rationalistische Halbkritik"?), so kann das Absehen von der „geistlichen Geschichte" (ecelesiastical history) keine Bürgschaft bieten. Denn was ist und bleibt am Ende die Geschichte Israels anders als „geistlich"? Ist fie ohne geistliche Anschauung mehr als eine Notizensammlung, alS eine Sammlung äußerer Daten, deren Geist, Bedeutung, Gedankeninhalt verborgen bleibt? Betrachtet Israel nicht als Träger der „religiösen Idee", beurtheilt seine Stellung in der Weltgeschichte nicht von dieser Seite, und Israel ist Nichts als eine kleine, unbedeutende Volksschaft. Und was sollen die Juden, deren ganze heutige Cristen; nur auf dieser BafiS zu begreifen und ihnen und Allen erklärlich ist, an einem Werke kaufen, das nicht vor Allem hierüber Aufschluß giebt? Wir rathen daher Herrn Wise vor Allem, die zwei Bände Vorlesungen des Redakteurs dieser Zeitung zu studiren, um daS rechte geistige Verständniß deS welthistorischen Ganges Israels in sein Werk zu bringen. Herr Wise muß auch aus Er- 7*

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