Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 7 (7.2.1853)
- Date
- 1853-02-07
- Page
- Seite 83 (sequence 7)
- Language
- German
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83 men, bis sie Jerusalem erreichen. Der Rabbi Aaron und der Rabbi Isaak Sangar sprachen: Wenn Einer im h. Lande begraben wird, so ist eS gleich, als wäre er unter dem Altar begraben; er hat daS ewige Leben. Der merkwürdige Aberglaube führte so weit, daß man im l7ten Jahrhunderte eine große Menge Gebeine alljährlich in'S h. Land schickte, ja man sah in Jafa ganze (?) Schiffe mit dieser Trübsinn erweckenden Fracht beladen. Jeder, heißt es ferner, der im h. Lande vier Ellen weit kommt, wird des ewigen Lebens theilhaftig. DaS Gebet geht da geraden Weges zum Himmel. Da blieben neun Maß Weisheit von den zehn, die auf die Erde kamen. Indessen geschieht es auch, daß reichere Juden in Europa, wenn sie arme Freunde und Verwandte haben, die nicht im Stande sind, sich selber durchzuhelfen, und gleichwol gewissermaßen für die Religion der Väter begeistert sind, dieselben in'S h. Land schicken, wo sie, wie in einem Asyl, mir wenig Kosten leben, ohne weitere Belästigung, heilig und andächtig. Man sagt, daß der jüdische Pilger, wenn er Jerusalem auf eine Tagereise nahe sei, die besten Kleider anziehe, und diese beim Anblicke der Stadt zerreiße und niederfalle, um zu wehklagen und zu beten, und daß er dann mit staubbedecktem Haupte in die Stadt seiner Väter trete. Bisweilen äußerte sich eine Art Wanderfieber. Im Jahre 1211 z. B. begaben sich über 300 Rabbinen, darunter der berühmte Jonathan Hakkohen, von Frankreich und England nach Palästina, wo der christliche König ihnen Gotteshäuser und Schulen bauen ließ. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Vergleichende Studien über den Talmud, von D. Oppenheim, Rabbiner in Jamnitz. III. Die griechischen Engelnamen. Wenn schon der Talmud die Beauptung aufstcllte, daß die Namen der Engel persischen Ursprungs seien, so verrathen die griechischen Engelnamen einen noch spätern Ursprung, zur Zeit als die Gnostiker auftauchten. Die beiden Engelnamen M e t a t r o n und Sandalfon (ynsoa, ■pab-aö) find gewiß griechisch, obwol deren etymologische Bedeutung, trotz aller Bemühungen der neuern Zeit, noch immer dunkel ist. Es würde zu weitläufig sein, alle Ableitungen und Konjekturen über das räthselhafte Wort Metatron anzuführen. Die älteren Meinungen finden fich im Aruch edilio Landau, wozu noch R. Behai Mischpatim, der lesen will, beigezählt werden kann. In der neuern Zeit hat fich die Erklärung des Herrn Luzzato, nämlich ftira d-govog, parliceps throni, den meisten Beifall erworben. — Noch dunkler aber ist der Name Sandalfon, wo man immer an Sandalen gedacht, was aber gar keinen Sinn giebt. Allein wie ich glaube hat man hier die Hauptstelle im Talmud zu wenig beachtet, die die Etymologie des Wortes an die Hand giebt. „Ich sah (Ezech. 1, 15.) die Engelthiere, Chajat u. s. w. Darauf bemerkt R. Elasar, das ist der Engel Sandalfon, der um 500 Jahre Weges größer als die anderen Chajot ist und für den Schöpfer Kronen aus den Gebeten der Frommen windet." Chagiga 13.b. ah« ms72 'n Y-“73 i-Qn» niardi law -psbnrcn thn .inpb n^ro rasi»!-; ->ninrr irro Sandalfon scheint nun, meines Erachtens, seinen Namen von seiner Beschäftigung a^-iro -Mip, aus den Gebeten Kronen zu flechten, erhalten zu haben. ES ist demnach der Name Sandalfon auS awötu) oxeqxxvog, syndeo stefanoS, ich binde, flechte Kronen, gebildet worden, wobei freilich das I überflüssig wäre. Aber auch die folgende Konjektur, Sandalfon aus der praepos. avv und Srf.o- <?avog von dem verbo dr/Xonouto, der Offenbarmachende, hat viele Wahrscheinlichkeit für fich und ist auch etymologisch richtiger. Literarische Nachrichten. Wolsfenbüttel, im Januar. Erzählungen der heiligen Schrift für Israeliten. Zum Schul- und Privatgebrauch bearbeitet von Abr. Jak. Cohn uud Abr. Dinkelspiel. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Barmen und Leipzig, Langewiesche, 1853. — Darf man nach unzweifelhaft pädagogischem Grundsätze dem Kinde Nichts bieten, was irgend bedenklich im Inhalte, schwierig in der Form, was nicht wenigstens so verständlich ist, daß es — ohne Verletzung der Wahrheit — dem Kinderfinne zugänglich gemacht werden kann, so gehört auch die ganze Bibel nicht in