Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1853)
- Date
- 1853-01-31
- Page
- Seite 73 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3225822-3225829--12919-3299173- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
73 auS den historischen Schriften des Jbn-Adhäri und Jbn- Haiyan über die beide jüdische Wezire Granada'S vorfindet, nebst der von ihm angefertigten Uebersetzung mit, und vergleicht dies mit den Aussagen deS Abraham ben D. im Sefer Ha-Kabbala nach der verbesserten Uebersetzung deS Prof. Munk in seiner Notice sur Abul-Walid Merwan Ibn-Djanah etc. Nach der Mittheilung eines Bruchstücks deS Jbn-Haiyan bemerkt vr. Dozy Folgendes: „Le cnrienx extrait d'Ibn-Laiyan, qui etait reste inconnu jnsqn'L present, nous montre 8amuel,!e wezir juif, sous un jour tr&s-favorable; ce fut lui qui fit echouer le plan cruel et insens£ de Kadis; ce fut lui qui sauva les Arabes de Grenade d’une destruction totale. L’extrait qui va suivre, n’est pas moins interessant: nous verrons qu’Ibn-Haiyän y fait au wezir juif un eloge bien plus magnifique que ne l’ont fait les deux coreligionnaires de Samuel, Abraham ben-David et Molse ben-Esra. 11 ne trouve rien ä redire chez le juif Samuel, si ce n’est qu’il avait le malheur de ne pas &tre musulman.“ Dem Vernehmen nach hat einer meiner Freunde, Herr Roest (Spn b« Röst rr^rr Rust), Hauslehrer bei einer jüdischen Familie im Dorfe St. Oedenrode in hiesiger Provinz, eine deutsche Uebersetzung der Dozy'schen Arbeit, begleitet von einigen Bemerkungen, dem Herrn vr. Frankel in Dresden zur Aufnahme in dessen Monatsschrift zugesandt. Derselbe Freund hat mir auf mein dringendes Gesuch für Ihr Blatt zugesagt einen Versuch zu einer skizzirten Darstellung und historischen Uebersicht der jüdisch-periodischen Literatur in den Niederlanden. Sobald ich diesen Aufsatz von ihm erhalte, überschicke ich Ihnen denselben. Veritas. BelletristifcheS. Jüdische Mährlein. 8. Zochün, der Lehrer. (Schloß.) „Nun," unterbrach ich den Erzähler, der mich schalkhaft anblickte, „habt Ihr den Faden ohne Ende noch?" „Jetzt nicht mehr," erwiderte Jochim, „aber Ihr sollt schon von ihm Horen...." Schlürfte eine Taffe Thee, warf den Rest seiner Cigarre in die Ecke, der Wind heulte im Schornstein, der Regen klatschte an die Fenster, Läden und Thüren ächzten, Jochim fuhr fort. „Die Geschenke deS MefikimkönigS thaten mir weidliche Dienste. Wenn ich laS, konnte ich meinen Kopf bequem in die Hand legen, ich laS das Buch zu Ende, indem die erste Seite aufgeschlagen blieb; wenn ich meine Hosen flickte, auch bisweilen was Anderes, brauchte ich keinen Knoten zu machen und nicht an daS Ende des FadenS zu denken, eS laS und nähete fich wie von selbst; ja, ich konnte Beides zu gleicher Zeit. Aber fie sollten noch höheren Werth für mich erhalten...." „Ihr kennt den bösen Husten, der mich schon seit langer, langer Zeit plagt; vor fünfzehn Jahren war es, da schwand ich vor ihm hin, wie ein Schemen, und Jedermann dachte, eg ging mit mir zu Ende.... Wirklich, eines Morgens, wer schreitet in mein Zimmerchen herein? .... Kein Anderer, als der Malach hammoveS (der TodeSengel) in eigener Person. Flick' ich gerade an meinen Hosen... Kenn' ihn allerdings Anfangs nicht, obschon sein mächtiges Schwert mit dem großen Giftttopfen dran mich so etwas ahnen ließ«... Daß ich ihn aber sah, war kein Wunder, denn ich habe das Geistersehrn übrig behalten von jener Nacht bei den Mefikim.... Frag' ihn: „wer bist Du? waS willst Du?"... Antwortet mir mit einer Donnerstimme: „Bin der Malach hammoves, und komme, Deine Seele mir zu holen, fie hinzubringen, von wannen fie nicht wiederkehrt...." Erfchrack ich, daß mir fast die Nadel aus den Fingern fällt. Aber fasse mich schnell, und sage: „Gut, daß Du kömmst, ich bin deS Lebens satt, denn ich komme in die Jahre, und was Hab' ich zu verlieren... aber weißt Du, setz' Dich einen Augenblick hin, und warte nur, bis ich diesen Faden abgenäht, eS wäre doch eine Schande, wenn man nach meinem Tode das Loch in meinen Hosen fände...." „Gut, sagt' er, so lange will ich warten...." und krach, setzt fich auf die Bank, gerade wo Ihr fitzt...." Hu! fuhr ich in die Höhe.... indeß ich sah auf den ersten Erzähler, und ließ mich wieder nieder. „Ja, dacht' ich. Du kannst warten, und so näht' ich und nähte, und der Faden ward nicht zu Ende. Er sah mir zu, und schüttelte den Kopf; war das Loch zu, und ich nähete immer weiter, wo zerrissen oder nicht zerrissen war, immer die Naht hinunter und wieder hinauf — ward er ungeduldig, und sagte: „Na, wird'S nu?" — Antwortete ich: „ES wird noch lange nicht!" — „Na,