Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1853)
- Date
- 1853-01-31
- Page
- Seite 72 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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72 großartigen Werkes hinzuzufügen, da die Leser dieser Zeitung durch die gelungene Uebersetzung deS trefflichen Artikels ASmodai von Herrn vr. Kämpf eine schöne Probe bekommen haben. Möge eS Herrn Rapoport gelingen, die anderen Theile bald Nachfolgen zu lassen, da er dann erst zur Herausgabe seines Hauptwerke-: An sch e Echem, historisches Lerikon der wichtigsten Talmudisten und Geonim, schreiten will. Daß wo vom Anbau und Beförderung der jüdischen Literatur die Rede die Herren Luzzatto und Reggio nicht fehlen können, ist allbekannt. Herr R. hat durch sein Bechinot Hakabbala den alten Streit über die Zulässigkeit und Nothwendigkeit der Tradition durch die Edirung deS SchriftchenS von del Medigo, mit vielen Zugaben und Noten deS Herausgebers wieder in Angriff genommen, der gewiß zu weiteren Debatten und Kontroversen und dadurch zur Eruirung der Wahrheit Veranlassung geben wird. Eine kurze Rezension haben diese Blätter Jahrg. 1852 gebracht. — GtwaS früher ist von Herrn Luzzatto ein kurzer Kommentar über die Tora unter dem Titel Hamischtadel (^iriDAN) bei Echmid in Wien als Supplement zum sogenannten Diur erschienen. Eine besonders rühmliche Erwähnung verdient Herrn FasfelS talmudischeS Zivilrecht, dessen Erscheinen durch die kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien befördert wurde. Leider steht mir dieses Werk jetzt nicht zu Gebote, um darauf näher eingehen zu können. Bereits im Jahre 1848 har Herr F. daS mit allgemeinem Beifalle aufgenommene Werk: Tugend- und Rechtslehre, bearbeitet nach den Prinzipien deS Talmuds, und nach der Form der Philosophie, edirt. Zu den vielfachen Verdiensten um die jüdische Literatur, die sich Herr Letter iS als Dichter und gewandter Uebersetzer erworben, muß nun jetzt noch dankbar erwähnt werden seine Edition (unter Mitwirkung deS Herrn Luzzatto) des Emek Habacha, eine kurze Leidensgeschichte der Juden, von R. Joseph Hakohen (blühete zu Ende des löten Jahrhunderts) und Verfasser der oft übersetzten, aber doch selten gewordenen Dibre Hajamim le-Malche Zarfat. Minder glücklich war Herr L. mit seiner begonnenen hebräischen Zeitschrift ni^sx, als Beilage zu den bereits eingegangenen Wiener Blättern, von der nur wenige Nummern erschienen find. Würdig reihet sich diesen Vorgängern Herr vr. Goldenthal, Professor der orientalischen Sprachen in Wien, an durch die schöne Edition deS II vsute Lbreo von R. MofeS di Rieti—'N tro» 'ib ö*n «1p». Dieser durch Reggio, der daS Sefer Hahechal von ihm im Manuskript besitzt, bekannt gemachte Dichter des 14ten Jahrhunderts hat in Herrn vr. Goldenthal einen trefflichen Bearbeiter gefunden. Nicht unerwähnt darf die lobenswerthe Thätigkeit deS Herrn Stern gelassen werden, von dessen hebräischer Zeitschrift Kachbe Jizchak seit 1845 16 Hefte erschienen find. Zu den Pflegern der jüdischen Wissenschaft gehören auch die llleä. vv. die Herren G. Brecher in Proßnitz und Horschetzky in Kanisa. Von Herrn B. ist: DaS Transzendentale, Magie und magische Heilarten im Talmud (ein krauser Titel!) erschienen. Eine fleißige Kompilation, aber ohne kritischen Geist! *) Herr H. hat nach langer Unterbrechung wieder die Fortsetzung seiner Uebersetzung der Alterthümer deS JosephuS FlaviuS begonnen. DaS Unternehmen war gleich im Beginne ein verunglücktes und die langen Unterbrechungen haben die Vollendung fast unmöglich gemacht. Der arme JosephuS wartet noch immer eines tüchtigen UeberfetzerS! Korrespondenz. Briefe ans Holland. Dritter Brief. (Schluß.) Die Andere bespricht die vom rühmlichst bekannten Orientalisten vr. Dozy, Professor in Leiden, in den Jahren 1848—1851 in 2 Theilen herausgegebene Histoire de l’Afrique et de l’Espagne par Ibn-Adhäri (de Maroc) etc., insoweit diese Ausgabe in der im ersten Theil vom genannten Gelehrten geschriebenen Einleitung S> 80—103 aus dem biographischen Wörterbuche deS Jbno 'l-Khatib entlehnten sehr interessante und selbst Prof. Munk unbekannt gebliebene Notizen über Schmuel Ha-Nagid und dessen Sohn Jehoseph von dem gleichzeitig lebenden arabischen Schriftsteller Jbn-Haiyän enthält. AuS diesen Notizen geht unter Anderm hervor, daß der berühmte jüdische Wezir Schmuel ha-Levi nicht, wie Abraham ben- David I. berichtet, 1055, sondern 1066 gestorben. Prof. Dozy theilt alles Dasjenige, waS sich bei Jbno-'l-Khatib *) Auszüge brachte die A. Z. d. Jud. Jahrg. 1850.