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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-24 · Heft 5 (24.1.1853) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 5 (24.1.1853)
Date
1853-01-24
Page
Seite 53 (sequence 3)
Language
German
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53 nen Engländer und eine amerikanische Rothhaut für identisch auszugeben; und ebenso wenig läßt sich die Einwirkung deS Klima's und des Bodens auf die körperliche Beschaffenheit deS Menschen verkennen; wir sehen den schwarzen Neger unter der Gluthionne des AequatorS, nirgends unter dem schwachen Strahle der Polarsonne beimisch; für den rothbraunen Menschen Amerika's und den Bewohner der malayischen Halbinsel haben wir Analoga in den zonischen Verhältnissen ihrer Heimath. Die Erklärung liegt also folgendermaßen vor uns klar: in der ersten Zeit des Menschengeschlechts hatte dies, wie damals auch die Pflanzen- und Thierwelr, noch eine größere Bildsamkeit, ein Formschwanken, in welcher Periode die klimatischen Verhältnisse einen bedeutenden Einfluß übten und somit einen dauernden Charakter der Raceverschiedenheit hervorbrachten, der endlich stationär wurde. Unterhalb dieser Racen erscheinen wieder die Massen der Individuen als Völker in den Verschiedenheiten dieser, die Völker, die in ihrem Ursprünge offenbar auf der Familie beruhen, aus der Familie hervorgegangen find. Die Verschiedenheit der Völker in ihrem körperlichen Typus ist nicht zu verkennen, und selbst die höchst gespannteste Kultur und die engste Kommunikation unter den Völkern wird ihn nicht verwischen; er besteht nicht blos in der Phyfiognomik des Gefichtes, in dem Teint der Haut, in der Farbe und dem Schnitt der Augen, sondern auch in der Größe der Gestalt, in den Verhältnissen der Glieder zu einander, in der Muskulatur, in der Beschaffenheit des Blutes und dessen Zirkulation, in der Reizbarkeit des Nervensystems. ES ist aber auch selbst schon in alten, lange unvermischt gebliebenen Familien ein charakteristischer Typus leicht zu erkennen, und in der Regel geht ein s. g. Familienzug Lurch Verwandte von gleicher Abstammung charakteristisch und auffällig genug. Daß aber alle diese, in äußeren Erscheinungen der, Körperbildung fich erkennbar machenden Verschiedenheiten überall mit der innern Körperbeschaffenheit im engsten Zusammenhänge stehen, und zugleich in Tertur, Muskulatur, Blut, Nerven, ja in ganzen Organen bestehen, erficht man nicht blos aus krankhaften, sondern überhaupt z. D. auS den gemeinsamen körperlichen Familien- und Nationalanlagen, wie: zur Skrophulofis, zur PhlhifiS, zur Entzündbarkeit, zum Fettwerden oder dessen Gegentheil, zur Beweglichkeit oder zur Trägheit u. s. w. Vergleicht man hier Bergvölker mieden Nationen der Ebenen, Stämme, die an den Küsten deS Meeres wohnen, mit solchen, welche die Sanbmccre des Landes, die Wüsten, durchschreiten, Geschlechter, die unter den verkrüppelnden Tannen deS Nordens, mit denen, die unter den hohen Fächern der Palmen wandeln, so kann der Einfluß des Klimas und des Bodens nicht geleugnet werden, und wenn Hegel einwendet: daß ja da jetzt Türken wohnen, wo ehemals Griechen wohnten, so kann man dieS lmit Gruppe) schon durch die Bemerkung beseitigen, daß der Charakter der Türken auf einem andern Boden gewachsen, selbstständig und erhärtet war, und wir fügen hinzu, daß Boden und Klima fich ebenfalls nicht den Veränderungen der Geschickte enrziehen. Durch Nichts wird aber die Verschiedenheit der Völker bestimmter zur Erscheinung gebracht, als durch die Sprache. So viel man über den Ursprung der Sprache nachgedacht, zuletzt mußte man diese immer wieder als ein Erzeugniß der unmittelbaren Natur des Menschen anerkennen, da der Ursprung der Sprache jeder Entwickelung deS Verstandes, jeder Entfaltung der Gefühle, deS Geschmacks, der Konvenienz vorangeht, und die dann fernerhin gleichen Schritt mit diesen hält. *) Eine nähere Prüfung zeigt uns nun, daß die Beschaffenheit der Sprachorgane auf die Sprachlaute einer Sprache sehr bedeutenden Einfluß geübt hat, und daß daS Klima, insonders die Beschaffenheit der Luft, die heitere Himmelsbläue oder eine trübe Dampfatmosphäre einer Insel, die Majestät einer unwandelbar ruhigen Natur oder die ewige Unruhe eines den Winden ausgesetzten Platzes, von entschiedener Wirkung auf die Sprachen war und ist. Die vielen Gutturallaute der morzenländischen, die vielen Zischlaute der ftavischen Sprachen, die gehäuften Konsonanten der einen, die gehäuften Vokale der andern Sprache u. s. w. geben den Beweis hierfür. Bei aller Verschiedenheit der Sprachen ist eS nun merkwürdig, wie viele Sprachen in ihrer Grundlage übereinstimmen und auf einen gemeinsamen Ursprung der Völker Hinweisen*). Ziehen wir die aftikanische und amerikanische Menschheit in diesem Betracht ab, so sehen wir, wenn wir den Sprachen als Leitfäden folgen, auS dem großen Gebirgsstocke MittelafienS, wo die Wasserscheide der süd- und nordastatischen Sttöme ist, zu dreifacher Zeit eine dreifache Völkerfamilie hervorbrechen. Die Eine in urältester Zeit 3) wendet fich nach *) 1 Mos. 2, 19. 20. 2) DieS widerspricht der oben gegebenen Anficht, daß die Völker auS der Familie hervorgezangen, nicht im Geringsten, indem eben diese Völker begründenden Familien aus einem Volke wieder hervorgegangen. 3) 2n der Schrift Kain.

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