Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 4 (17.1.1853)
- Date
- 1853-01-17
- Page
- Seite 41 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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41 derselben bis zur Zerstörung deS zweiten Tempels" ausgesetzt. ES soll kein Werk zum Gebrauch der Gelehrten, und keines sür Kinder sein. Mit der politischen Geschichte der Israeliten soll die sorgfältige Kunde ihres Glaubens, ihrer Literatur, ihrer Gebräuche und Alles waS von dem Leben ihrer großen Männer bekannt ist, gegeben werden. Außer der Bibel sollen die Apokryphen, JosephuS und die Mischna zu Grunde gelegt werden. Die Manuskripte müssen bis zum 31. Dezember 1853 im Büreau der Gesellschaft, rue Grange-Bateliere No. 1, abgegeben sein. — Dem von unS erwähnten (No. 2 d. I.) Chasan auS Straßburg, Herrn Löwe, hat die Tempelverwaltung von Paris ein kostbares Ehrengeschenk überreicht. — Herr Lud. Hirschfeld hat von der pariser Akademie der Wissenschaften eine Belohnung von 1500 FrkS. (40V Thlr.) für sein Werk „über die Neuralgie und die Sinnesorgane" erhalten. Herr Moritz Block hat eine ehrenvolle Erwähnung für sein Werk „über die Lasten des Ackerbaus" erhalten, wie der Maler Hermann Goldschmidt für seine neue astronomische Entdeckung. Alle drei gehören unserm Glauben an. Dr. Hirschfeld, ein geborner Pole, kam nach Paris, ohne die Sprache zu kennen, ja ohne angefangene Studien, Beschützer, Geld. Die Stufe, die er erreicht hat, verdankt er ganz und gar seinen ausdauernden Anstrengungen und seinem unermüdlichen Fleiße. Palästina. Jerusalem. (Fortsetzung der Auszüge aus vr. TituS T ob lerS „Denkblättcrn auS Jerusalem".) Wer will mehr in Abrede stellen, daß dem Kranken seinerweise eine Falle sür den Uebertritt gelegt ist, und daß die londoner Mission unter der Firma von Wohlthätigkeit und Judenliebe einen Fang machen will? Jedenfalls muß eS den Unparteiischen anstoßen, daß ein Krankenhaus, welches zur Verfügung einer die Bekehrung der Juden ausschließlich anstrebenden Gesellschaft gestellt ist, keine Mitchristen beherbergt oder aufnimmt, für den bresthaskcn Protestanten mehr oder minder taube Ohren hat, wie mich wenigstens Zuschau und Ueberzeugung lehrten. In solchem Betrachte darf es Niemand eigentlich befremden, daß die jüdischen Hirten für ihre Schafe wachen und sogar sich ereifern. ES ergriffen daher gleich nach Eröffnung deS Spitals die Rabbiner Gegenmaßregeln, und drohten mit der letzten Waffe der Unmacht, mit dem Bannflüche, der Erkommunikation nicht bloS jenen, welche bei den Engländern ärztliche Hilfe und Behandlung genossen, sondern auch den Ambulanten, an die man unentgeltlich die zweckdienlichen Arzneien verabreichte. Ende HornungS 1846 bestellten die Juden an den Zugängen zum englischen Krankenhause Wächter, oder eine theokratische Polizei, um so im Wahne noch sichrer den Zweck einer wirksamen Gegenwehr zu erreichen, oder, meines Glaubens, ein neues Glied an die Kette von taktlosen, unpraktischen Handlungen zu schmieden. Ja, sie verweigerten im Jänner 1845, wie im Hornung 1846, damals einem Manne, diesesmal einem Weibe von ihrem Volke, die ordentliche Bestallung auf dem gewöhnlichen jüdischen Begräbnißplatze im Thale Josaphat. Die Mission gerieth nur für den Augenblick in Verlegenheit. Um inSkünslige auf eine so mißliche Vorkommenheit möglichst gefaßt zu sein, kaufte sie oben in der Nahe des israelitischen Leichenfeldes oder in der Gegend deS Boiten el-Haua ein Grundstück zur Aufnahme erkommunizirrer, im MifsionSspitale verstorbener Juden. Auf unserm Erdbälle unterliegt in der Regel der Macht deS Geldes die Macht der Worte eines noch so vortrefflichen Bannfluches, und so wird der Kampf der armen Juden mit den reichen Engländern ein ungleicher bleiben, bis diese zur Erkenntniß gelangen dürften, daß manche Gabe anderwärts weit mehr Segen bringen würde, als auf dem wenig fruchtbaren Boden des jerusalemer JudenlhumS inmitten von unheilvollen und wol auch unheilbaren Zerwürfnissen. Das jüdische Krankenhaus liegt vom englischen auS, jcnfeit des kleinen Wad (im Suk Haret el-Jehud) im Judenviertel, südlich vom Tarasch et- Tabuneh, östlich an der Gasse. Geht man nämlich vom Suk el Kebir südwärts im Suk Haret el-Jehud, so biegt man in die erste Gasse östlich hinauf und dann südlich in die ebene Gaffe ab, worauf man nach kurzer Strecke vor dem Krankenhause steht. Ein Theil bildet das Gewölbe der Gaffe, wo diese eine andere Richtung nimmt. Die Lage ist ziemlich vortheilhaft, wenn auch nicht frei und eher zu tief am Zion. Das Gebäude selber, drei Stockwerke hoch und unregelmäßig, empfiehlt sich durch Solidität. Auf dem Dache bietet sich eine gar günstige Ansicht der Moschee el- Aksa dar. GlaSfenster, waS im Morgenlande nicht überflüssig ist zu bemerken, machen dieses, wie das