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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-17 · Heft 4 (17.1.1853) · p. Seite 42

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 4 (17.1.1853)
Date
1853-01-17
Page
Seite 42 (sequence 6)
Language
German
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42 englische Krankenhaus sehr wohnlich. Ich hatte eine sperren können. Mancher Gebrauch, manche Ansicht im weit üblere Meinung vom Judenspitale, welches in- Talmud verräth nur zu sehr den ausländischen nichtjüdideß dem englischen entschieden nachsteht. Im ersten schen Charakter. Schon die Rabbinen, Midrasch Rabba Stock findet man ein kleines Badgewölbe, im zweiten zählt man vier und im dritten Stockwerke ebenso viel Krankenzimmer. Die Anstalt besitzt vierzehn Bettstellen. Bei meinem Besuche belief sich die Zahl der Kranken, und zwar lauter Frauensleute, auf nicht mehr als auf vier; sonst ist der Krankenstand höher und kann bis auf ein Dutzend steigen. Betten auf hölzernen Böcken waren dem Klima entsprechend eingerichtet, nämlich ohne Federdecken. Der Besuchende und Spähende kann sich nicht über Unreinlichkeit beschweren. Dr. Fränkel leitete (1846) als Arzt die Krankenanstalt. Diese gehört beiden jüdischen Kongregationen hälftweise, jedoch nicht eigenthümlich, und man muß einen jährlichen MiethzinS an die besitzenden MoSlemim entrichten. Man hegte Hoffnung, daß die Gebrüder Rothschild daS Patronat übernehmen würden. ES wurde schon um 1840 die Erbauung eines neuen JudenspitalS vorgeschlagen *), eine allgemeine Kollekte unter den Juden veranstaltet, die Rothschilde verhießen zu dem Ende 100,000 Franken, die Beiträge wuchsen zur Summe von mehr denn 60,000 Thlr. heran, als die Sephardim Ketzerei witterten, und so das edle Unternehmen an dem Starrsinne der Orthodoxie dieser jerusalemer Juden scheiterte. Die Anstalt ist ohne Grundstock, und die Ausgaben müssen durch Beiträge oder Steuern gedeckt werden. Wahrscheinlich ist eS das gleiche Gebäude, welches im Jahre 1818 als Spital und PilgerhauS bezeichnet wurde. (Schluß folgt.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Vergleichende Studien über den Talmud, D. Oppenheim, Rabbiner in Jamnitz. H. Sonnen- und Mondesfinsterniß. Das Judenthum hat trotz seiner Abgeschlossenheit sich doch nicht gänzlich dem Eindringen stemder Elemente ab- *) Von Dr. Philippson in der A. Ztg. des Judenthums. Dr. Tobler. §. 48, lehrten, daß die Israeliten die Namen der Engel auS Babylonien mitgebracht haben. Und die später durch die Essaer, Gnostiker und Rabbinen ausgcbildete Engcllehre hat mit der persischen viel Aehnlichkeit. Selbst die Siebenzahl der persischen Amschaßpands findet sich Tobias K. 12, 15., wo Raphael sich als einer von den sieben Erzengeln präsentirt. — So hat auch der Talmud nicht völlig die abergläubische Meinung von dem schädlichen Einfluß und der schlimmen Vorbedeutung der Sonnen- und Mondesfinsternisse unterdrücken können. Viele Talmudisten theilten diesen Jrrthum, den sie ebenfalls den Persern abgelernt haben, ungeachtet deS Widerspruchs berühmter alter Lehrer und der ganzen Schrift. — Folgende Stelle aus dem Talmud Sukka 29. a stimmt genau mit Herodot überein. „Sonnenfinsterniß, so lehrten die, ist ein böses Vorzeichen für die heidnischen Völker; Mondesfinsterniß für die Israeliten; denn jene richten sich in der Zeitrechnung nach der Sonne und beten sie an, diese richten sich nach dem Monde. Haben die Planeten aber eine rothe, blutige Farbe, so deutet dies auf Krieg, und eine schwarze Farbe ist ein Vorzeichen der Hungersnoth. iri n:ab ,abn7r mmetb an 'zrnv npnb rsanrr© ■pta rraabb main bamm« "csa »bansrb an -,mo npib «2 mn mb man res .nanb nm» übnn maiao .obirb Nn nan (nrrab nan) pssb abnb Ganz dieselbe Meinung hatten die Perser, wie Herodot VII. 37. berichtet: „Beim Aufbruche des Heeres verlor sich die Sonne von ihrem Platze am Himmel und war unsichtbar, da doch keine Bewölkung, sondern ganz heiteres Wetter war, und wurde der Tag zu Nacht. Da das LerreS sah und inne ward, machte es ihn bedenklich und er beftagte die Magier, was die Erscheinung bedeuten wolle. Da erklärten sie, der Gott (d. h. der Sonnengott HelioS *= Sol) zeige den Hellenen den Verlust ihrer Städte an, mit der Behauptung, die Sonne sei ein (unglückverkündigender) Vorzeiger für die Hellenen, der Mond für sie. Da Lerres das hörte, machte er voller Freude seinen Zug." Deutlicher aber noch spricht sich hierüber Curtius IV. 10. 4. aus. Auf dem Zuge Alexanders nach Persien wurde daS Heer durch eine Mondesfinsterniß, die in der ersten Nachtwache erfolgte und wo der Mond eine blutige Farbe hatte, so sehr erschreckt, daß es sich beinahe gegen Alexander auflehnte. BloS durch die Aussage der egyptischen Priester wurde die Em-

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