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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-17 · Heft 4 (17.1.1853) · p. Seite 39

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 4 (17.1.1853)
Date
1853-01-17
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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SS 3n der That scheint in der Zukunft noch ein großer Kampf der religiösen mi der heidnischen Idee bevorzustehen. Nachdem die Letztere wiederholt die s. g. gebildete und wissenschaftliche Welt in Befitz genommen, scheint sie jetzt mehr in die Masse deS Volkes gedrungen zu sein. Was aber einmal im Volke fitzt, pflegt fester zu beharren, als eS in der „gebildeten" Welt der Fall ist, welche so leicht „die Farbe wechselt". Daß an dieser Erscheinung vielfach Das schuld ist, was man der heidnischen 3dee entgegenstellt, ist klar. Wie fich dieser Kampf gestalten wird, läßt fich noch lange nicht sagen. Denn allerdings waren die Kämpfe der „3deen" bis jetzt immer mit „politischen" Kämpfen verquickt, und das läßt keine reine Entwickelung und Lösung zu. Daß aber in solchem zukünftigen Kampfe der religiösen mit der heidnischen 3dee daS 3udenthum zum Vorkampfe wesentlich berufen ist, läßt fich schon daraus entnehmen, daß jetzt der jüdische Stamm auS seiner Abgeschlossenheit heraus und mitten in den Wettkampf mit hincingeriffen ist. Und in seine eigene Mitte wird dieser Kampf gedrungen sein; viele, viele seiner eigenen Glieder werden fich wider die „Lehre MofiS" erheben. Und dieser Kampf wird dann durch die „ganze und reine religiöse 3dee" zur Entscheidung gebracht werden. Darum die Fahne 3sraelS hoch, und immer hoch! Zeitungsnachrichten. Preußen. Berlin, 5. Januar. Ste Sitzung der ersten Kammer. Eine Petition des Pfarrer BallnuS zu Czichen beantragt daS gänzliche Verbot deS HaufirenS polnischer Juden mit Schnittwaaren in Preußen nnd begründet diesen Antrag besonders darauf, daß die haufirenden polnischen Juden zum großen Theil DiebeShehler, Verführer zu Diebstählen und oft selbst routinirte Diebe seien. Die Petitionskommisfion beantragt: „daß die Petition des Pfarrer BallnuS empfehlend den Herren Ministern des Innern und der Finanzen übergeben werde." Abg. v. Sybel erkennt in der Motivirung der Petition durch den rc. BallnuS eine Anklage gegen die Regierung, für welche aber gar keine Beweismittel beigebracht seien und beantragt, da die Gesetzgebung für die in Rede stehende Angelegenheit auch 'chon Bedacht genommen, den Uebergang zur Tagesordnung über die Petition. Abg. v. Zander behauptet ebenfalls, daß die Gesetzgebung den Gegenstand schon vorgesehen, wünscht jedoch, da Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein könnten, die Annahme des KommissionSantrageS, mit Weglall deS Wortes „empfehlend". Finanzminister empfiehlt, mit den von den Vorrednern beigebrachten Gründen, Uebergang zur Tagesordnung über die Petition des Pfarrer BallnuS. In der folgenden Abstimmung wird der vom Abg. v. Sybel gestellte Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung angenommen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Ungarn, im Januar. (Privatmitth.) DaS kaiserliche Patent vom 30. November v. I. ist auch für die Juden in Ungarn vom wohlthätigsten Einflüsse. Die Einführung deS allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches in Ungarn ist von unberechenbarer Wirkung, die von der Hütte bis zum Palast und Kastel deS EbelmannS und Magnaten eine ganze Umgestaltung hervorbringen muß. Die Aufhebung der Avitizitat berührt nicht unmittelbar die Juden; desto wichtiger ist für fie die Einführung des neuen Eherechtes, daS allen Mißbräuchen ein Ende macht. Art. IV. lautet: Auf alle nicht katholischen christlichen Religionsgenossen in den bezeichneten Kronländern u. s. w. finden die Vorschriften deS 2ten HauptstückeS deS bürgerlichen Gesetzbuches über daS Eherecht im Allgemeinen volle Anwendung. Die Vorschriften deS 2ten Hauptstückes deS allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches finden ferner ihre volle Anwendung auf die jüdischen Glaubensgenossen." Wer da weiß, welche Mißbräuche mit Scheidungen u. dgl., wovon die Rabbinen am Wenigsten fteizusprechen sind, getrieben wurden, der muß fich über diesen Erlaß sehr fteuen. Ihr gut unterrichteter preßburger Korrespondent möge einmal auf diesen Punkt zurückkommen; wahrlich, es giebt Vieles zu referiren. AuS Mähren, im Januar. (Privatmitth.) Nachfolgendes Umlaufschreiben ist vor Kurzem an die Rabbiner zur weirern Verbreitung ergangen, daS auch in weiteren Kreisen verbreitet zu werden verdient. „DaS k. k. hohe Ministerium des Kultus und

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