Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1853)
- Date
- 1853-01-10
- Page
- Seite 34 (sequence 10)
- Language
- German
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34 lem mein Dollmetscher war, auS Jerusalem nach Amerika, um für dasselbe milde Hände zu gewinnen. Wenn eS wol bei der Sammlung der Gelder nicht immer mit aller Uneigennützigkeit zugeht, so hat der Tadel wenigstens bei der Vertheilung das Recht, sich hin und wieder auszusprechen, ich will nicht einmal geradezu behaupten in dem Falle, wo 1842, bald nach der jährlichen Rückkehr der Beiträgesammelnden von verschiedenen Theilen der Welt, die Gelder vertheilt wurden, und 36 Juden, welche im Verdachte deS Umganges der londoner Judenmission standen, mit dem Verlust ihres Antheils sich bedroht sahen, wenn sie wagen würden, die Verbindung mit derselben fortzusetzen. An gewissen Tagen vertheilt man auch Speisen. Englisches Hospital. Es liegt am Zion zwischen dem Chet Canä'ter Mär Botru'sch und Häret Dür es-Siriü'n (Surläni), grenzend an'S Judenviertel, ziemlich vortheilhaft, aber nicht frei, sondern es ist ringsum mit Häusern oder Mauern gesperrt, ohne einen freien Platz. Der Bau selber ist, trotz der kleinen Steinquader, solid, allein nicht regelmäßig, wie überhaupt in Jerusalem, und nur Lobhudelei bezeichnete das Gebäude als das schönste in der Stadt.— Die Bestimmung beschränkte sich darauf, nur jüdische Kranke aufzunehmen. Die Opposition behauptet, daß auch Rekonvaleszenten, die unbedenklich hätten entlassen werden können, zurückgehalten wurden, nur um in den Berichten mit einer höhern Zahl figuriren zu können. Ich wohnte gleich neben dem Hospital, und sah oft muntere Frauen auf dem Dache, und meist die gleichen Gesichter, so daß ich von dieser Entfernung aus hätte glauben sollen, daS Krankenhaus sei zugleich Kosthaus für jüdische Faullenzer und Faullenzerinnen. Ich wünsche, daß einmal ein unparteiischer Sachverständiger mit echter Wahrheitsliebe, die man übrigens weder bei allen Pietisten überhaupt, noch bei allen Judenbekehrern insbesondere voraussetzen darf, die Hospitalverhältnisse einer genauern Prüfung unterwerfe, und den Schein vom Sein unterscheide. Tausend Andere wünschen gewiß mit mir, daß reiner Wein eingeschenkt werde. Ich selbst würde mich um alle Einzelnheiten gern bekümmert haben, wenn ich mit jenem Vertrauen ausgenommen worden wäre, daß allein möglich macht, mit allen krankhäuslichen Zuständen gehörig bekannt zu werden. Man muß genaue Zahlen, die Namen der Krankheiten, Angaben über den Eintritt deS Stadiums der Wiedergenesung vor sich haben, kann je ein geringeres, haltbareres Urtheil gefällt werden. So würde ich auch gern mittheilen, daß die selige Miß Cook von Cheltenham dem Hospital 2000 L. St., wovon die Zinsen für dasselbe zu verwenden sind, schenkte, sondern auch eine umfassende, in'S Einzelne gehende HauSrechnung. Ich vernahm niemals von gröberen Bekehrungsversuchen. ES kann ein Jude alS guter Anhänger der mosaischen Religion austreten oder mit Tode abgehen; indessen laßt sich nicht leugnen, daß einige Einrichtungen dem BekehrungSwunsche, ich will nicht sagen BekehrungSeifer, nicht fremd find. So findet fich in jeder Krankenstube ein hebräisches neues Testament zum ungehinderten Gebrauch der Patienten; es werden täglich Gebete gehalten, an denen Alle Theil nehmen können, und man meldete, daß zwei Kranke weitern Unterricht genossen. lFortfetzung folgt.) Bemerkungen. (Galizien), 16. Dezember, t) AuS 3hrem sehr geschätzten Blatte No. 49, S. 587 d. I. ist zu entnehmen, daß das Wort „Schalet" für Sabbatspeise den Philologen noch immer fraglich ist. Gestatten Sie es daher, einen sichern Aufschluß über diesen Ausdruck hier mitzutheilen. AuS den Ritualien über Sabbatkost r:"-i n"« *12® und 122"-, sra mit den hierauf bezüglichen Stellen im Talmud geht hervor, daß die Speise enthaltenden Gefäße, welche Freitag in den Ofen für den Sabbatgenuß gesetzt werden, so fituirt sein müssen, daß sie von allen Seiten mit der Luft in unmittelbare Berührung kommen, indem jede Art Verhüllung der Töpfe verboten ist vi®N. Dieses Dcrhältniß wird im Talmud ra® f. 37 a so ausgedrückt: N2 ■’S«® «Tn«, eS ist darum erlaubt, weil eS die Luft beherrscht. Der AuSdruck Schalet trägt also den primitiv bezeichnenden Charakter der Luftberührung in fich, und datirt fich auS den Zeiten des Talmuds her. 2) Gleichzeitig wollen Sie hiermit einen Dank empfangen für die Mittheilung in No. 35, S. 410 d. I., daß auch Jehuda Halevi als KuSri in Spanien gleich