Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1853)
- Date
- 1853-01-10
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
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31 zunächst stehen, deren Rath bei den wichtigsten israelitischen Lebensfragen eingeholt wird, welche aber leider die geschworenen Feinde der alten Partei sind, und die ganz natürlich die orthodoxen Juden bei allen hohen und subalternen Regierungsbeamten im Lande als unwissende Finsterlinge, als Heuchler und als Vereinzeltstehende zu bezeichnen und zu verdächtigen suchen; kein Wunder also, wenn die alten Juden, eine gedemüthigte, gedrückte Volksklasse, die eS bis jetzt noch nicht gewagt, sich über all diese erlittene Unbill zu beklagen, im Ansehen der Regierung immer tiefer sinken muß. Unerhörte Bedrückungen und die flagrantesten Gewaltthätigkeiten haben die alten Juden in diesem Kronlande von ihren Gegnern mit einer beispiellosen Resignation ertragen; nur die letzte schmachvolle Kränkung durch die Verurtheilung zur Strafkontribution, die sie erdulden mußten, hat ihr Innerstes schmerzlich ergriffen und tief betrübt, nicht etwa der materiellen Opfer wegen, welche diese Klaffe gerade am Drückendsten empfunden hat, sondern lediglich deshalb, weil, wie alle Welt weiß, der alte Jude allerwärrs die unverbrüchlichste Treue und Anhänglichkeit an den von Gott geheiligten LandeSfürsten bis auf den heutigen Tag als eine der heiligsten Traditionen treu und gewissenhaft bewahrt hat; — und dies gewiß nicht minder in unserm großen Vaterlande. ES war nicht ein orthodoxer Jude, auch nicht ein Einziger, der nicht die letzte revolutionäre Katastrophe mit tiefem Abscheu innigst bedauert hat: in der gefährlichsten und wahnsinnigsten Stunde der Empörung haben eS die alten Juden nicht unterlassen, den Allmächtigen für die Erhaltung ihres durchlauchtigsten Kaiserhauses auf der heiligen Stätte ihrer Synagoge flehentlich anzurufen." „So wie die verderbliche Schweiz alle zerstörenden Elemente vereinigt, welche der Monarchie und der sittlichen Gesellschaft den Untergang geschworen haben, so ist die pesther Judengemeinde und das durch ihren Einfluß hervorgegangene bekannte Toleranzkomite, die sich zur Aufgabe gemacht, alle Judengemeinden in diesem Kronlande zu beherrschen, dieselben nach ihrem Willen zu bestimmen und nach ihrer Anschauung zu reformiren." „Die pesther Judengemeinde, die jüngste unter allen, die kaum 30 Jahre besteht, ist aus solchen Individualitäten zusammengewürfelt, die sich seit 30 Jahren auS verschiedenen Gemeinden Ungarns, ihres absoluten Widerwillens wegen ven allen religiösen Formen und Gebräuchen loSgesagt und sich in der ungarischen Metropole niedergelassen, um dort ohne jegliche Aufsicht und Kontrolle ein freies, ungebundenes Leben führen zu können. Nach dieser Anschauungsweise wählen sie stets solche Rabbiner und Prediger, welche sich unbedingt ihrem Willen gänzlich fügen und zugleich thätig find, dieselben Ansichten bei allen Judengemeinden Ungarns zu lehren und zu verbreiten, wodurch die verderblichsten Spaltungen ununterbrochen hervorgerufen werden. Jedweder, der die entfernteste Lust zeigt das Alte zu mystifiziren und in Staub zu treten, findet in der pesther Judcngemeinde die eifrigste Unterstützung, die wärmste Verwendung bei der Regierung fowol als bei den hohen, einflußreichen Personen, wo sie leider bis heute durch trügerische Vorspiegelungen noch Alles erreicht haben." Donaufürsteuthümer. (P) Bukaicesl- 18. Dezember. (Privatmitth.) Muß doch auch einmal in die s-frnp 'neinfchau'n. Als solche betracht' ich nämlich Ihr Organ, wo die Jischuwimleut' des ganzen Sprengels, welches man Erdenrund zu nennen pflegt, sich ein Rendezvous geben. Und da wird wol ein von solcher Entfernung kommender Jischuwmann nicht unwillkommen sein, besonders in ihrem lieben Deutschland, wo man gewöhnlich für die Hottentotten und Irokesen weit mehr Interesse hat, als für seinen Zimmernachbar. Ich bin ungefähr 2 Monate hier, und will meine Mittheilung ab ovo beginnen, nämlich von meinem ersten Betreten einer walachischen Stadt. Dies war Giurgewo. Durch die Güte eines Reisegefährten erhielt ich dort Aufnahme bei einem jüdischen Kaufmanne, da ich Freitags angekommen war, und meine Reise hierher nicht fortsetzen konnte, ohne mich der Gefahr auSzusetzen, rin« Vrna zu sein. Giurgewo dürste an 20 polnische und 30 spagnolische Familien zählen. Ich ließ mich dem san, der zugleich ama ist, vorstellen, und fand ihn umgeben vom Schulpersonale vor der jüdischen Fleischbank. Vor dieser spazierte auch ein dickwolliger Widder ganz frei und von Niemand belästigt auf und ab, weshalb ich ihn stark im Verdachte hatte, daß er ein “voa fei. Dem aan konnte ich