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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-10 · Heft 3 (10.1.1853) · p. Seite 28

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 3 (10.1.1853)
Date
1853-01-10
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 Widerstreit wird stets dann die größte Schwierigkeit mit fich führen, wenn das Jahrhundert zur Entwickelung des Allgemeinen fich hinneigt und daS Nationale befeindet, wenn die Juden der allgemeinen Menfchenwelt näher treten. Diese Schwierigkeit waltet für das Judenthum in gegenwärtiger Zeit vor. Denn eS ist klar, daß bei dieser äußern nationalen Grundlage deS Judenthums die Zahl ihrer Bekenner von außen nicht wachsen kann, (auch nicht zu wachsen braucht.) daß aber, je mehr von der Lehre des Judenthums in die Allgemeinheit übergeht, und je mehr von den nationalen Einrichtungen aufgegeben wird, desto leichter fich Bekenner des Judenthums in die Allgemeinheit verlieren — denn Prinzipienmenschen find nur Wenige. In dieser Hinficht ist Sieg des Ju» denthumS zugleich Niederlage. Der gleißnerische Rationalismus in der allgemeinen Welk ist daher dem Judenlhume gefährlicher, alS wenn die pofitivcn Religionen in ihrer Kirchlichkeit erstarken, oder wenn der heidnische Gegensatz zu neuem Kampfe fich erhob. DieS ist die Stellung der Juden als Träger des Ju» denthumS. DieS bedeuten fie für die Welt, dies ist ihr Beruf, ihre Nothwendigkeit in der Weltgeschichte, und dies ihre, namentlich gegenwärtigen Schwierigkeiten. Sie find die geschichtlich fundirte und mit der Geschichte iden» difizirte pofitive Idee; fie find die Träger dieser pofitiven Idee in deren ganzer ursprünglichen Schärfe, in deren Totalität, in deren vollem Gegensatz zur heidnischen Idee, und üt deren vollständigen Konsequenzen für Lehre und Wirklichkeit der Menschheit in Anschauung und Gesellschaft; darum find fie aber auch an da? Geschlecht, an die nationale Grundlage gebunden, woraus ihre Vortheile und ihre Schwierigkeiten entspringen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 17. Dezember. (Fr. I.) In einer gestern Abend abgehaltenen Sitzung deS Vorstandes und des AusschuffeS der israelitischen Gemeinde wurde im Hinblick darauf, daß außer den bereits zugeficherten namhaften Beiträgen zum Neubau der Synagoge noch andere beträchtliche Summen der Gemeinde zu gleichem Zwecke zur Verfügung gestellt worden sind, dieser Bau definitiv beschlossen. Wie man hört, soll die alte Synagoge schon im nächsten Frühjahr abgerissen und der Neubau auf demselben Platz errichtet werden. (So hat der Kampf und die Trennung doch eine gute Wirkung gehabt, während Frankfurt früher nur eine veraltete und baufällige Synagoge hatte, deren Restauration nicht einmal ermöglicht werden konnte, erhält eS jetzt zwei kostbare neue Gebäude. Red. d. A. Z. d. J u d.) Kaffel, 22. Dezember. Die Stände werden in diesen Tagen eine Kollektivpetition erhalten. Es zirkulirt nämlich dermalen eine solche Eingabe bei den hiesigen Israeliten, worin sie um Aufrechthaltung der ihnen eingeräumten Rechte nachsuchen. Baiern, Ende Dezember. (Privatmitth.) Herr Dr. Lippmann ist als Rabbiner in KissingenregierungSseitS bestätigt worden. — Die Stelle des Herrn Rabbinen Dr. Aub in Baireuth — welchem seine Gemeinde vor seinem Abgang ein großartiges Diner veranstaltete und mit einem sehr anerkennenden Dankschreiben ein silbernes Brettspiel übergeben hatte — erhielt der Kandidat Herr Dr. Schwarz auS Hürben auf ein Jahr — wie fürsichtig! — und mit der Religionslehrerstelle verbunden. Herr Dr. Guggenheimer, welcher auch probepredigen sollte, wurde abtelegraphirt. Auch Herr Dr. Aub hatte seiner Zeit etliche telegraphische Depeschen auS Mainz erhalten. Bei einem andern Rabbinen ist die erwartete Wahldepesche ausgeblieben. Sie sehen, Herr Redakteur, unsere rabbinischen Angelegenheiten gehen nolens volens per Telegraph und das ist gut, denn nun ist Hoffnung vorhanden, daß auch andere rabbinische mbs» wieder mehr gang und gäbe werden. Wir machen daher den unmaßgeblichen Vorschlag, auf jedem rabbinischen Studierzimmer ein kleines Telegraphenbüreau zu errichten, dessen Dräthe nach den entfernten Filialen in die Hintergebäude der zu leiten wären. Diriziren und inspiziren kann ja jeder Rabbine ex officio; auch die allerkonsecvativsten sind dies gern trirra, und die Kosten könnten aus den Ersparnissen der beliebten Anschließungen, so wie aus dem Erlös für koscher gesprochene Hühner rc. bestritten werden. DaS in diesen Blättern mehrgedachte Paar, welches die Frage aus dem jüdischen Eherecht veranlaßte, hat den Rekurs nicht ergriffen und wandert

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