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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-03 · Heft 2 (3.1.1853) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 2 (3.1.1853)
Date
1853-01-03
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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21 einem solchen Manne schicke, einem wahren Verrückten, der auf seinen eignen Schaden auSgehe; wobei er erzählte, waS er von Thrasybul gesehen. Periander aber, der den Streich verstand, und wohl begriff, daß Thrasybul ihm rieth, die hervorragenden Bürger zu morden, verübte alle Schlechtigkeit gegen die Bürger." — Man steht daraus, daß diese Art symbolischer Handlungen im Alterthume üblich waren und R. Zehnda kann sich derselben bedient haben. Eine andere Version dieser Erzählung hat der Talmud Aboda Sara Ivb, die noch mehr mit der deS Herodot übereinftimmt; aber daS ganze Faktum ist zu ungeschichtlich und stimmt so wenig mit dem Charakter des R. Iehuda überein, daß daS Sagenhafte, das eS bekanntlich mit den Personen und Zeiten nicht so genau nimmt, gar zu deutlich durchblickt. ipy rn-ad rrv? brr’x: b2 r» 'b?w»a , rr-noaa rrb^v *m in biap Ein solcher Rath und eine solche Handlung liegt mehr im Charakter eines Nero, eines Karakalla, als des weisen AntoninuS. (conk. Rapoports Abhandlung in Kerem Chemed 4. S. 220.) Auch die im Talmud 1. c. erwähnte symbolische Blumensprache war im Alterthum gewöhnlich, deren sich Alexander der Große nach Malcolms Geschichte von Persien I. 58, bedient haben soll — s. Landau's Anmerk, zu Aruch s. v. -13*13. Auch Herodot IV. 131 erzählt ein ähnliche symbolische Handlung von den Seythen, die einen Herold an DariuS mit Geschenken: einem Vogel, einer MauS, einem Frosch und fünf Pfeile sandten. GobriaS erklärte dies, erzählt Herodot weiter, da die Perser von dem Ueberbringer der Geschenke keine Auskunft über den Sinn derselben erhalten konnten, auf folgende Weise: „Wenn ihr Perser nicht Vögel werdet und in den Himmel auffliegr, oder Mäuse und unter die Erde kriecht, oder Frösche und in die Seen springt, so kommt ihr nicht wieder heim, sondern erliegt diesen Geschoffen." (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Kassel, im Dezember. Am 21. v. M. feierte die hiesige israelitische „Gesellschaft der Humanität" daS Jubiläum ihrer fünfzigjährigen Bestehens. Die zeitige BerwaltungSkommisfion der Gesellschaft hatte es sich zur Aufgabe gestellt, diese Feier, welche zugleich daS statutenmäßig jährlich zu begehende Stiftungsfest in sich schloß, würdig zu veranstalten. Sie hatte der Theilnahme daran eine größere Ausdehnung gegeben durch Einladung von Gästen beiderlei Geschlechts. Es wurden die Vorstände der in der hiesigen israelitischen Gemeinde bestehenden anderen wohlthätigen Vereine, nämlicb des „FrauenvereinS" und deS „SchwesterbundeS" — daS Personal deS Vorstandes der Krankenpfiegegrsellfchaft besteht zugleich auS Mitgliedern der HumanitätSgrsellschaft — zur Feier besonders eingeladen, und die noch am Leben gebliebenen hier anwesenden Mitstifter, die Herren Aron Reunert, Juda Katzenstein und LazaruS Mansbach, sowie der ftühere langjährige Direftor der Gesellschaft, Herr vr. PinhaS, welcher sich bereits in den früheren Zähren vielfache große Verdienste um sie erworben, um ihre Gegenwart ausdrücklich ersucht. Zn einem dekorirten Lokale war, in Ermangelung eines Bildnisses deS verewigten Stifters der HumanitätSgesellschst, vr. med. Lucius Abraham Liffmann, dessen Name bekränzt und auf einer Tribüne Ehrenfitze für die genannten drei ältesten Mitglieder errichtet. Neben ihnen hatten der zeitige Direktor, Herr Samson Selig Goldschmidt, und der frühere Direktor, sowie der Herr Landrabbiner vr7 Adler, und zur Seite die übrigen Mitglieder der BerwaltungSkommisfion ihre Plätze. Um 3 Uhr fand sich die Versammlung sehr zahlreich in festlicher Kleidung ein, und gruppirte sich, die eingeladenen Vorstände in der vordersten Reihe, zunächst der Tribüne. Der Direktor eröffnete hierauf die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, worin er auf die Bedeutung deS TageS hinwieS, die Versammlung von Herzen bewillkommte, den Mitgliedern der Humanitätsgesellschaft zu diesem ftohen Ereigniß gratulirte und zu Gott seinen Dank dafür ausdrückte. Er erwähnte, wie der genannte Stifter, durchdrungen von wahrer Menschenliebe und echter religiöser Gesinnung, den Vorsatz faßte, seinen unbemittelten Glaubensgenossen, die bisher durch den Druck der Jahrhunderte an der Ergreifung bürgerlicher Berufszweige, sowie in der intellektuellen Lebensbildung behindert gewesen; durch Rath und Thal die Mittel zu ihrer geistigen Vervollkvmmnug nicht weniger als zur Erlangung eines ehrenvollen Erwerbs zu verschaffen; wie derselbe mit einer Anzahl hiesiger israelitischer Gemeindemitglieder diesen hochherzigen Gedanken zur Ausführung brachte und so unfern Verein schuf, der Anfangs klein in seinen Mitteln und seiner Thätigkeit, nach und nach zu solcher Ausdehnung und segensreicher 2*

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