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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-03 · Heft 2 (3.1.1853) · p. Seite 18

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 2 (3.1.1853)
Date
1853-01-03
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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18 in New-Dork, in Albany, in Baltimore, in Charleston; Chöre hat man beinahe in jeder großen Gemeinde; die Gemeinden sind weit besser organisirt als in Deutschland; und was das Beste ist, das Judenthum ist faktisch als eine bestehende Religion anerkannt, da Herr Eikmann in Richmond und Dr. Wise in Albany die Gesetzgebungen von Virginia und New-Uork gesetzlich und in-der Kapazität jüdischer Geistlichen eröffneten. Das Judenthum genießt hier die allgemeine Achtung, obschon unsere Gelehrten schlafen, und andere unsere deutschen Juden mißrepräsentiren. Ein anderes Mal mehr. Palästina. Jerusalem. (Fortsetzung der Auszüge aus Dr. Titus T ob l erS „Denkblärrern auS Jerusalem".) Eine genauere Mittheilung über die Volksmenge von Jerusalem zu geben, gehört zur Unmöglichkeit. Noch nie fand, in neuerer Zeit wenigstens, eine ordentliche Zählung aller Köpfe statt. Selbst von den Juden werden die Todesfälle nicht ordentlich eingetragen. Der Rabbi Joseph Schwarz theilte mir mit, daß vom Weinmonat 1843 bis dahin 1844 200 Personen unter 6 Jahren, und vom Weinmonat 1844 dis dahin 1845 blos 80 so alte Personen der jüdischen Bevölkerung mit Tode abgingen. Diese Zahlen sind so verschieden, daß man kaum darauf fußen kann. Ich nehme indeß, ohne einen großen Werth darauf zu legen, eine Mittelzahl --- 150 an, setze voraus, daß die Sterblichkeit.groß sei, daß, ungeachtet, meist Erwachsene einwanvern, doch diejenigen, die unter 0 Jahren starben, über die Hälfte der Todtcnsumme auSmachten, wonach diese auf etwa 280 anstiege, daß wenigstens der 20ste Theil (wie einst in den Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen,) dem Tode tributpflichtig wird *), und wir erhalten denmach eine Bevölkerung von 5600 Juden, die allerdings das Marimum sein dürfte. Die Geburten berechnet man bei den Juden wöchentlich auf 3 bis 4, was im Jahre etwa 180 macht. Das Derhältniß der Sterbefälle *) Es wird später einleuchtend werden, daß die Sterblichkeit sehr groß sein muß. Uebrigens nahm ich nicht gerade die größte Sterblichkeit zum Vorbilde, wie J/i5 in Oün, l/i6 in Meriko, */n in Rußland. Müßte aber Oken als Maßstab gelten, fo ergäbe sich die Zahl der Juden 4500. vr. Toblcr. zu den Geburtsfällen wäre, nach den von anderen Bevölkerungen gewonnenen Vorlagen, kein entsprechendes, und wir werden soeben sehen, daß hier ein besonderes Gewicht in die Wagschale fällt. ES ist nämlich die große Zahl jährlicher Einwanderer bei näherer Würdigung der jüdischen Bevölkerung von der größten Wichtigkeit. Man schätzt die Zahl dieser Einwanderer jährlich auf 300 bis 500, indeß gewiß nicht der sechste Theil dieser Zahl wieder emigrirt. Im Jahre 1818 wurde die Einwanderung jährlich zu 300, die Auswanderung zu knapp 50, und im Jahre 1821 jene zu stark 500 und diese zu schwach 50 berechnet. Ich begnüge mich mit einer kleinern Zahl, mit 300, nach Abzug der Emigranten. Gehe ich sodann nur auf das Jahr 1800 zurück und bis auf das Ende des Jahres 1845 herab, so stellt sich eine Totalsumme von 13,500 Einwanderern heraus. Stürben jährlich sogar 300, so würde der Ausfall stets mit der Zahl der Einwanderer gedeckt, und die Geborenen bildeten immer den Ueberschuß zu Vermehrung der Volksmenge. Dies war aber keinesweges der Fall. Die Bevölkerung der Juden erreicht bei Weitem nicht die Zahl von 13,500, welche man einzig der Einwanderung verdankt. Man wird erläuternd erwidern, daß nur ältere, nicht mehr zeugungsfähige Leute einwanvern, die bald nach Erreichung ihres irdischen Zieles in der Erde des ThaleS Josaphat auSruhen. Nicht einmal; die Zahl jüngerer Ehepaare überwiegt. Auch darf man nicht glauben, daß unter den Juden die Heirathen selten seien, um ein so merkwürdiges, in der Populationistik so seltenes Faktum zu erklären. Im Gegentheile, Ledige trifft man wenige; sie werdenvon der öffentlichen Meinung mehr oder weniger geächtet; vielmehr thut man alles Mögliche, daß die Leute recht jung in den Ehestand treten. Hier ist der erste Schlüssel, der uns das Geheimniß eröffnet. Ehe die Leute mannbar, ehe die Zeugungsorgane und ZeugungSkräste gehörig entwickelt sind, werden sie aus eine namenlose Weise gemißbraucht. Wenn der Bube und die Maid zu Jahren gelangen, in denen der Zyklus der Entwickelung geschlossen ist, und in denen erst die Natur zur Verjüngung ruft, so sind die besten Kräfte schon verschwendet; Schwächlinge erzeugen kümmerlich und mit der letzten Anstrengung kleine Schwächlinge, von denen etwa zwei Dritttheile nur auf sehr wenige Tage und Wochen das Licht der Welt erblicken. Selten wird

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