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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-03 · Heft 2 (3.1.1853) · p. Seite 15

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 2 (3.1.1853)
Date
1853-01-03
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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15 Name „Judengesetz" nicht vorhanden ist. Vielleicht auch hat diese Phase, in die wir jetzt treten, ihr Wohlthätiges für das Judenthum, daß dadurch daS Band nach innen um so mehr gestärkt und gekräftigt wird. Sagten doch schon unsere alten Weisen: nn- Lr-Ii-'N aroiob 1*9*310 rrnniio Vfintr'b 8nT<» „die Armuth stehe dem Israeliten so wohl an, wie das rothe Leitseil dem weißen Pferde." — ES ist einmal der Lebensnerv des JudenthumS das Wissen i3b pw .rirnn rrnni-r p-, DaS ist AlleS, was wir auS früherer Pracht und Herrlichkeit gerettet haben. Um orthodor oder reformatorisch zu sein, zu Beiden gehört daS Wissen, und leugnen wir eS nicht, jüdisches Wissen ist bedeutend in Abnahme. Noch will ich bemerken, um auf den frühern Gegenstand zurückzukommen, daß, wie man mich versichert, die Stellung der Juden in dem neuen Oesterreich eine verschiedene sein wird und zwar wird vor Allem auf die örtlichen Verhältnisse Rücksicht genommen und den Gemeinden freier Spielraum gelassen. Andrerseits aber wird besonders Rücksicht auf den Kulturstandpunkt genommen werden, so daß die Juden in Italien einer vollständigen Emanzipation genießen werden, da sie auch in früheren Zeiten nicht viel den anderen Konfessionen nachgestanden sind; — dagegen aber sollen die polnischen Juden den geringsten Grad politischer Berechtigung erhalten. Die Wahl der Herren Vertreter ist bereits entschieden. Herr WeickerSheim scheidet auS und die Herren Joseph Biederman, Kammerjuwelier, und Moritz Goldschmidt, königl. preußischer Konsul, treten ein. Das Skrutinium für die Herren Beiräthe wird im Laufe dieser Woche beendigt werden. Noch erlaube ich mir Ihnen von einer kleinen Feier zu berichten, die am letzten Chanukafeste hier stattfand. Seit Jahren bestehet hier ein Kreuzerverein (er hat diesen Namen, weil die Beitragenden jährlich 6 fl., täglich einen Kreuzer geben), um für arme Kinder daS Schulgeld zu entrichten. Es ist das ein besonderer Vorzug hiesiger Frauen, daß sie sich gern mit frommen Werken befassen, und so stehen auch da die edelsten Frauen an der Spitze. An Ehanucka wurde den Schützlingen ein kleines Fest gegeben; auch wurden sie besonders beschenkt. Der würdige Religionslehrer Herr Breuer sprach dabei einige herzliche Worte zu den Kindern. ES dürfte übrigens mit der Zeit Rücksicht genommen werden auf einen Vorschlag, den Herr G. Wolf, der jetzt provisorisch die Religionslehrerstelle neben Herrn Breuer vertritt, auS diesem Kreuzervereine eine Arbeitsschule zu begründen. Wien, 23. Dezember. (Berichtigung.) In Bezug auf den Anfang der, in Ro. 50 d. Bl. befindlichen Privatmitth. „AuS Baiern" sehe ich mich zu nachstehender Berichtigung veranlaßt, nachdem ich eine solche in No. 51 von Seiten deS geehrten Einsenders jenes Artikels vergeblich erwartet habe. Dieser scheint über di« Reihenfolge, nach welcher die von ihm bezeichneten Kandidaten in Baireuth Probepredigten halten sollten, nicht genau berichtet worden zu sein, da Herr Dr. Schwarz für den 27. November, der Unterzeichnete aber für den darauffolgenden Sabbat, den 4. Dezember, hierzu aufgefordert war, weil Ersterer sich bereits in der Mitte Oktobers bei der dortigen Gemeinde anmeldete; ich aber schickte mein Gesuch erst am 23. November ab, nachdem mir die Einladung deS Vorstandes zur Abhaltung einer Predigt schon einige Tage vorher zugekommen war. Ich konnte aber dieser Einladung keine Folge leisten; denn der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Baireuth ist von seinem Beschlüsse, die drei in dem erwähnten Artikel aufgezählten Kandidaten zur Abhaltung einer Probepredigt zu admittiren, wieder abgekommen, da Herr Dr. Schwarz — wie ich dem Schreiben eines Mitgliedes jenes Vorstandes entnehme — zur Zeit, als mein Gesuch in Baireuth eintraf, „sich schon die allgemeine Gunst der Vor- „steher und Ausschußmitglieder erworben, und bis „zum Eingänge deS Sabbat" (an dem er feinen Vortrag halten sollte) „in seinen Eroberungen so weit vorgerückt war," daß es der Vorstand für gut hielt, mich durch einen Brief schon am 26. November — also bevor Herr Schwarz predigte — von meiner Reise nach B. abzuhalten, was zum Ueberfluffe am 28. November auch auf telegraphischem Wege geschah. Dr. Gugenheimer, RabbinarSkandidar. TerneSvar, im Dezember. (Banater Briefe, l.) Das düstere Bild, welches Ihr verehrter Korrespondent aus Preßburg in seinen ungarischen Briefen von vielen ungarischen Gemeinden aufstellt, läßt sich zum Theil auch von den Gemeinden unsrer Provinz entwerfen; aber hier ist es weniger die Orthodoxie und

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