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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-01 · Heft 1 (1.1.1853) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 1 (1.1.1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Räthsel gemacht, indem er den TacituS sagen läßt, „daß der Verg Karmel mit feiaaa Gotte gleichen Namen trage," ■ppb« B«2 IQ«; di?Welle lautet aber, wie Herr vr. Kämpf in diesen Blättern No. 47 S. 567 richtig bemerkt: ita (Karmel) vocant montem deumque. Karmel nannten sie (die Israeliten) „Berg und Gott," Wodurch die scharfsinnige ConjecturDßtapoport'S, daß der Berg ippbfit ->N genannt wurde und in diesem zweiten Namen der Name GotteS zweimal vorkomme, wegfällt, da nach der Stelle in dem Worte bn-ß selbst der Name des BergrS und Gottes liegen muß. Herr vr. Kämpf emendirt das que und liest, montem deüm (statt deorum) den Berg der Götter ----- a^nburn -lii, wo aber Elohim pluraliter genommen werden muß; hiergegen ist nun einzuwenden, daß stch das Epitheton 2^nbLrt2 ->N nirgends auf den Berg Karmel findet. Ich wage daher eine dritte Conjectur; bei Scylar heißt der Karmel „Heiliger Berg deSZeuS." Dies konnte in früherer Zeit durch brr 222 übersetzt sein, da auch der Name eines Götzen bedeutet, wie an«’)'» sb bs, und später als nomen compositum in Karmel evntrahirt sein, daher TacituS dieses compositum sehr richtig wiedergiebt: so nannten fie ihn Karmel, nämlich Berg und Gott. Der geehrte Leser möge wählen. Prag. Ernst Wehli. Literariscke dkachrichteu. fDfctg&elnrcg, im November. (Schriften über die Kabbala. Schluß.) manp ban nb2pn ri722n by N2'>i •»an bn« nattba B^a^Ban rnnparr manpn -irrr -iso a-no1' *nns .-:a tpoir: -nv«. msoia nsp b» ‘ r-naB ^a« iQN a-iaa tnrt Tro^tt '•-1227a natp -1221 2^2,1 .pfeb nsraai-ma rib ar>273 — Um die Tendenz dieser höchst interessanten Schrift Luzzato's sogleich zu charakterifiren, überttagen wir hier den Haupttheil der Zueignungsschrift. ES heißt da: „Ich biete Ihnen ein wissenschaftliches Werk dar, ein Werk, dahin zielend, den fremdartigen und keineswegs geheiKgten Ursprung gewisser Lehren zu erweisen, welche, Mskrigds^lüpft wahrend des Mittelalterin daS Judenlhu^Min einigen Gegenden eine wesentliche soziale und humanMfthe Religion in einen, den Bedürfnissen der Gesellschaft ganz und gar fremden Mystizismus verwandelt haben. Ein Viertel Jahrhundert ist verfiossen, seitdem ich diese Gespräche geschrieben habe, deren ich schon in meinem ersten Briefe an den berühmten Oberrabbiner S. L. Rapoport (August 1829), verössentlicht im Kerem Khemed vol. I., Erwähnung that; und ich würde fie noch in meinem Schreibepulte haben ruhen lassen, aus Furcht einige zaghafte Gewissen zu beunruhigen, einige auftichtig ftomme Seelen, unsrer Achtung und aller unsrer Rückfichten würdig, zu stören. Aber die gefährlichen Wirkungen, welche der kabbalistische Fanatismus, unter dem Namen des ChasfidismuS, aller Kultur feindselig, noch in unseren Tagen bei unseren nordischen Brüdern hervorbringt, die Gewißheit, daß die Hauptthese dieses Werkes, die daS Alter des Sohar betrifft, durch die berühmtesten und orthodoresten israelitischen Gelehrten unsrer Zeit zugelaffen und besprochen wird, und zugleich die ärgerliche Beobachtung des Mißbrauches, welchen man noch immer mit kabbalistischen Texten macht, um den Lehrern der Mischna und des' Talmuds Lehrsätze beizulegen, welche ihren Unterweisungen entgegengesetzt find, einerseits die Identität des Schöpfers und des Geschaffenen, andrerseits die Pluralität in Gott — alles dies hat mich endlich von der Angemessenheit und der Nützlichkeit der Veröffentlichung dieser Dialoge, nicht allein vom wissenschaftlichen GefichtSpuntte, sondern auch von religiöser Seite, überzeugt. ES ist von großem Interesse für daS Judenthum, daß man wisse, daß die Vorschriften des Gesetzes, nach den alten Lehrern die moralische Vervollkommnung deS Menschen und den Vottheil der Gesellschaft erzielen, deren Wohlfahrt Hz de^öeobachtung der Befehle GotteS, sei es als natürliche Wirkung der Moralität der Bürger, sei es als übernatürliche Wirkung der göttlichen Vorsehung, abhängt, nicht aber die Wirkung eineS mystischen Verkehrs der Erde mit dem Himmel ist, wie die Kabbalisten vorgeben; und daß die Texte dieses Mystizismus, welchen die Unwissenheit die ReligionS» philosophie der Hebräer genannt hat, nicht den Verfassern der Mischna und des Talmud angehören, und daß eS nur Pseudonyme find, 1000 Jahre später als die Personen, deren Namen daselbst entlehnt find. Ich bekenne, daß die Geschichte der Kabbala in ihren verschiedenen Perioden, und die der Abfassung des Sohar, und der Name deS Individuums oder der Individuen, denen dieses voluminöse Werk angehört, biS jetzt nicht ganz bekannt gewordene Dinge find, und manche Entdeckung ist noch zu erhoffen. Meine Uutersuchungen über die Kabbala find nicht die Frucht einer literarischen Kuriosität, sondern deS Wunsches und Bedürfnisses, meine Ideen und Ueberzeugung in den theologischen Fragen zu festigen."

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