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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1853-01-01 · Heft 1 (1.1.1853) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
17 (1853)
Issue
Heft 1 (1.1.1853)
Date
1853-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Aschkenazim. werden von den Sephardim verachtet; die Spaltung zwischen beiden Kongregationen ist sehr groß. Im Jahre 1843 langten auf einmal 15V Juden von Algier an, so daß die Zahl von der afrikanischen Küste ziemlich beträchtlich wurde. Aus Grund der Verkürzung bei der Gelderaustheilung und aus anderen Ursachen trennten sich etwa 500 Brüder von der spanischen Kongregation, der sie bis dahin angehört hatten, in der Absicht, eine eigene Kongregation zu bilden. Die Aschkenazim selbst zerfallen wiederum in Peruschim und Chasidim, und die einen wie die anderen haben ihren Oberrabbi. Die Chasidim sind, £ als die strenger Gläubigen, buchstäbliche Befolger der £ rabbinischen Vorschriften, stolze Verächter der Unbe- | schnittenen, Träger großer Amulete und von Talit j mit großen Fransen, Fastende mit dem Anschein von | großer Härte. Die fanatischen Chasidim nennen ihr Haupt Zadik und betrachten ihn als eine Art übernatürliches Wesen, das mit den Engeln des Himmels in Verbindung stehen und dieselben gutsindendenfalls um Beistand anrufen könne. WaS er daher sagt, thun sie, und müssen eS thun bei Strafe der Ausstoßung aus der Gemeinschaft. Die meisten Juden fühlen beengenden Druck, und leben in Schmutz und Armuth. Im Jahre 1848 glaubte man die Juden wegen ihrer Armuth in Gefahr, daß sie während des Winters vor Hur^r und Blöße verderben müssen. 1850 besuchte ein Arzt eine jüdische Familie. Drei lagen krank im Bette, aber — nur vor Hunger. Die Noth wird besonders groß, wenn die Almosen, wie im Jahre 1848, beinahe gänzlich auSbleiben. Die Almosengenösfigen stehen in, sehr starkem Verhältnisse zur Bevölkerung. Man berechnete, daß unter den Sephardim 1200 Arme durch Almosen unterstützt wurden. Die Geschichte der Juden- | Unterstützung würde ein schattenreiches und kein un- * beträchtliches Buch füllen. Reiche giebt eS in Jeru- | salem sehr wenige. Wenn sich unzweifelhaft Manche durch Müßiggang auSzeichnen, so trifft man hinwiederum Andere, die sich rührig zeigen, wo eS darauf ankommt, Etwas zu verdienen; insonderlich betreiben die Juden manches Gewerbe, wie schon oben angeführt worden. — Außer den Sephardim und Aschkenazim bilden eine abgeschlossene Sekte die Karaiten, ebenfalls Jerusalemiten genannt, weil ihre Andacht besonders auch darin besteht, die Zerstörung Jerusalems zu beweinen. Sie werden von den rabbinischen Juden sehr verabscheut, und unterscheiden sich von diesen wesentlich dadurch, daßsie nur das geschriebene Gesetz anerkennen, und das System der Ueberlieferung verwerfen. — Die Juden bewahrten durch alle Srürme und mitten im Götzendienste anderer Völker die Verehrung eines einzigen Gottes — bis aus den heutigen Tag. Es war ein herbes Schicksal für die Juden, von den Römern unter Titus überwunden und aus der Hauptstadt der Väter vertrieben, dann nach verschiedenen Versuchen einer ordentlichen Niederlassung im Jahre 1099 in die Synagoge gejagt und mit dieser verbrannt zu werden. Doch unter dem Szepter der fränkischen Könige durften die Juden sich neuerdings nieverlassen; allein erst durch Saläh ed-Din wurden denselben die Thore der Stadt auf eine freiere Weise geöffnet. Unter diesem edeln Fürsten, einem besondern Gönner der Juden und dem Geber bedeutsamer Rechtsame und Freiheiten, genoß jeder Jude das Recht, sich ungehindert in Jerusalem niederzulassen. Die jüdische Bevölkerung wuchs. Im Jahre 1322 war sie stark, und aus dem Jahre 1334 meldete man, daß die jüdische Gemeinde, zusammengesetzt aus Familienvätern von „allen" Theilen der Erde, vorzüglich von Frankreich, ziemlich zahlreich war. Die egyptische Regierung, unter der, gegen Ende des löten Jahrhunderts, nach Vertreibung der Israeliten aus Spanien durch Ferdinand und Jsabella, in der Stadt eine Zuflucht gesucht wurde, so wie die türkische Regierung, namentlich als der judenfreundliche Selim, welcher den Rabbi Joseph Hamon zu seinem Arzte und Vertrauten hatte, regierte, behandelte die Juden eher mild, wenigstens milder, als die meisten christlichen Staaten Europa'S, zumal unter der othmanischen Pforte wuchs der Andrang der Juden nach ihrer heiligen Stadt. lFortfetzung folgt.) Bemerkung. . - Ein Wort zur Verständigung des Tacitus, hist. II. 78. Rapoport in seinem klassischen Werke *i“t5 Artikel hat diese Stelle zu einem wirklichen

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